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Walter Georgii

Georgiiplatz (L 3), benannt 1996 nach

Walter Georgii (1888-1968)
Meteorologe, Leiter der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug

Biographie: Vollständiger Text (PDF)

Lebenslauf

  • * 12. August 1888 in Meiningen
  • Studium der Physik, Mathematik und Geographie in Jena und Leipzig
  • 1913 Promotion „Das Klima von Meiningen in den Jahren 1878-1911“
  • 1914 Staatsexamen in Geografie, Physik und Mathematik
  • 1915 - 1918 Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Meteorologe (Frankreich, Belgien, Palästina)
  • 1919 Habilitation in Meteorologie an der Universität Frankfurt am Main
  • 1919 - 1924 Leiter der Abteilung Wetterdienst des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Frankfurt am Main
  • 1921 Lehrauftrag für aeronautische Meteorologie an der TH Darmstadt
  • 1924/25 Leitende Tätigkeit an der Reichssee- und Wetterwarte in Hamburg
  • 1926 - 1937 Professor für Flugmeteorologie an der TH Darmstadt (persönlicher Ordinarius 1934)
  • 1926 - 1933 Leitung des Forschungsinstituts für Segelflug der „Rhön-Rossitten-Gesellschaft“ (RRG)
  • 1930 Organisation der „1. Wissenschaftlichen Segelflugtagung“ in Darmstadt
  • 1930 - 1939 Initiator und Vorsitzender der Internationalen Studienkommission für den Segelflug (ISTUS)
  • 1933 - 1945 Leiter des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug (Nachfolgeorganisation der RRG), das 1937 in Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) umbenannt wurde
  • 1934 Wissenschaftliche Expedition nach Südamerika
  • 1936 Tod seiner Frau Hanny
  • 1937 - 1945 Mitglied der NSDAP (Mitglieds-Nr. 5348380)
  • 1937 „Forschungsprofessur“: Versetzung als ordentlicher Professor in den Reichsdienst
  • 1937 - 1945 Vorsitzender der Prüfungskommission der Ingenieurschule für Luftfahrttechnik an der DFS
  • 1939 Ernennung zum Honorarprofessor an der TH Darmstadt (keine Lehrveranstaltungen)
  • 1942 - 1945 Mitglied der „Forschungsführung des Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers der Luftwaffe“, 1943-1945 Geschäftsführer dieses von Hermann Göring implementierten Gremiums
  • 1943 Ernennung zum Wehrwirtschaftsführer
  • 1946 - 1948 Berater im französischen Luftfahrtministerium, Dienststelle „Arsenal de l’Aéronautique“
  • 1948 Berater der argentinischen Regierung in Buenos Aires in Fragen der Meteorologie; Ordinarius an der Universität Mendoza (1950-1955 Professor für Aerophysik)
  • 1954 Veröffentlichung der Autobiografie „Forschen und Fliegen“
  • Ca. 1955 - 1960 Tätigkeit in führender Funktion bei der neu gegründeten DFS (Vorstand des Instituts für Flugforschung)
  • † 24. Juli 1968 in München

Bewertung durch den Fachbeirat

Georgii nutzte die Nähe zu NS-Organisationen, um während des Dritten Reichs seine Karriere zu befördern. Er war 1926-1937 Professor für Flugmeteorologie an der TH Darmstadt, 1933-1945 Leiter des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug, 1937-1945 Vorsitzender der Prüfungskommission der Ingenieurschule für Luftfahrttechnik an der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) in Darmstadt, die unter seiner Leitung zum „Nationalsozialistischen Musterbetrieb“ (1941) bzw. „Kriegs-Musterbetrieb“ (1942) weiterentwickelt wurde. 1942-1945 war Walter Georgii Mitglied der „Forschungsführung des Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers der Luftwaffe“, 1943-1945 Geschäftsführer dieses von Hermann Göring eingesetzten Gremiums, ab 1943 Wehrwirtschaftsführer. Als Inhaber dieser Ämter und Positionen spielte er eine aktive Rolle im Nationalsozialismus. Mit energischen Appellen an Institutionen in seinem Einflussbereich, alle Konzentration auf Kriegsarbeiten zu verwenden und mit seinen Forschungen, den Segelflug für militärische Zwecke nutzbar zu machen, trug Georgii maßgeblich zur Verlängerung des Krieges bei. Er ist deshalb als aktiver Unterstützer des NS-Regimes anzusehen.

Der Fachbeirat Straßennamen empfahl daher die Aberkennung des Straßennamens.

Wichtige Mitteilung
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