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Denkmalschutz

„Es ist die Aufgabe (…) Kulturdenkmäler als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und Entwicklung (…) zu schützen und zu erhalten.“ § 1 (1)

Eigentümerinnen und Eigentümer, Besitzerinnen und Besitzer sowie Unterhaltspflichtige von Kulturdenkmälern sind verpflichtet, diese im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln (§13 Hessisches Denkmalschutzgesetz).

Grundlage ist das Hessische Denkmalschutzgesetz von 2016. Das Gesetz definiert, was ein Kulturdenkmal ist, wie es geschützt und wie mit ihm umgegangen wird. Es regelt die Zuständigkeiten der Behörden sowie die Rechte und Pflichten von Denkmaleigentümer/innen.

Über Rechte und Pflichten von Denkmalbesitzer/in bzw. eigentümer/in informiert ausführlich das Hessische Landesamt für Denkmalpflege

Die Denkmalschutzbehörde trifft die erforderlichen Maßnahmen, um Kulturdenkmäler zu schützen, zu erhalten und zu bergen sowie Gefahren von ihnen abzuwenden. Dabei trägt sie den berechtigten Interessen der Eigentümer/innen und Besitzer/innen Rechnung.

Die Denkmalschutzbehörde ist Anlaufstelle für Eigentümer/innen und Besitzer/innen, die Veränderungen an beziehungsweise in einem Kulturdenkmal sowie in dessen Umgebung planen oder das äußere Erscheinungsbild von Gebäuden betreffen, die Teil einer Gesamtanlage sind.

Beispiele für genehmigungspflichtige Vorhaben sind:

  • Abriss und Entkernung
  • Einbau und Anbau von Treppen oder Aufzügen
  • neuer Putz und Neuanstrich
  • Reparatur und Erneuerung von Fenstern, Türen, Wandverkleidungen und Dacheindeckungen
  • Einbau von Schaufenstern und Werbeanlagen
  • energetische Ertüchtigung
  • sowie statische Eingriffe wie Dachgeschossausbau und Fachwerkreparatur

Auch Neubauten in der Umgebung des Denkmals sind genehmigungspflichtig. Das gilt nicht nur für Eingriffe, die das Denkmal negativ beeinflussen könnten, sondern auch für Baumaßnahmen, die dem Denkmal zuträglich sind.

Im Zweifel kontaktieren Sie die Denkmalschutzbehörde.

Es besteht die Pflicht, vor Beginn einer Veränderung eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung einzuholen. Es ist zu beachten, dass eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung erforderlich sein kann, obwohl das Vorhaben nach der Hessischen Bauordnung (HBO) baugenehmigungsfrei ist. Das betrifft zum Beispiel Außenanstriche, Fenstererneuerung, Innensanierung oder (Teil)-Abbrüche. Verstöße gegen denkmalrechtliche Bestimmungen können mit Bußgeldern geahndet werden. Das Formular, mit dem Sie eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung beantragen können, erhalten Sie hier (pdf, 240 KB) .

Im Hessischen Denkmalschutzgesetz wird zwischen Kulturdenkmalen, Gesamtanlagen und Bodendenkmalen unterschieden.
 
Ein Kulturdenkmal (§ 2 (1)) kann eine Sache, eine Sachgesamtheit oder ein Sachteil sein. Es muss aus künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen, geschichtlichen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse an der Erhaltung bestehen. Für die Ausweisung zum Denkmal ist einer der Gründe ausreichend.

Eine Gesamtanlage (§ 2 (3)) ist ein Straßen-, Platz- oder Ortsbild einschließlich der mit ihnen verbundenen Pflanzen, Frei- und Wasserflächen. An der Erhaltung im Ganzen besteht aus künstlerischen oder geschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Es ist nicht erforderlich, dass jeder Teil der Gesamtanlage ein Kulturdenkmal ist.

Bodendenkmale (§2 (2)) sind Zeugnisse, Überreste oder Spuren menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Lebens, die aus Epochen und Kulturen stammen, für die Ausgrabungen und Funde eine der Hauptquellen wissenschaftlicher Erkenntnisse sind. Bodendenkmäler werden nur veröffentlicht, wenn sie oberirdisch sichtbar sind (§11 (2)).  Entdecken Sie ein Bodendenkmal, müssen Sie dieses unverzüglich der Denkmalfachbehörde und / oder der Denkmalschutzbehörde zu melden. Denkmalbehörden sind berechtigt, den Fund zu bergen, auszuwerten und zur wissenschaftlichen Bearbeitung mitzunehmen.

Die Darmstädter Denkmale sind in der Denkmaltopographie Darmstadt erfasst, beschrieben und veröffentlicht. 1980 beschloss die Kulturministerkonferenz die bundesweite Inventarisation von Kulturdenkmalen und deren Veröffentlichung als Denkmaltopografie Bundesrepublik Deutschland. Das Standardwerk für Darmstadt erschien 1994. Das Buch ist inzwischen vergriffen, eine CD kann bei der Denkmalschutzbehörde erworben werden. Darüberhinaus gibt Denkmäler, die nach 1994 erfasst wurden, sogenannte Nachrücker-Denkmäler. Sie sind derzeit noch nicht veröffentlicht, können aber demnächst über  DenkXweb abgerufen werden. Wenn Sie wissen wollen, ob ein Gebäude unter Denkmalschutz steht, kontaktieren Sie die Denkmalschutzbehörde. 

Zu zahlreichen Darmstädter Denkmälern gibt es kostenfreie Informationsblätter zum downloaden und Veröffentlichungen, die Sie direkt beim Denkmalschutz erwerben können.

Bevor Sie mit einer Baumaßnahme an Ihrem Denkmal beginnen, müssen Sie sich mit der Denkmalschutzbehörde in Verbindung setzen. Erst nachdem die Maßnahme denkmalschutzrechtlich genehmigt ist, können Sie mit den Arbeiten beginnen. Den Antrag für eine Denkmalschutzrechtliche Genehmigung finden Sie hier:
Antrag auf eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung

Sie erhalten bei der Denkmalschutzbehörde eine kostenlose Bauberatung für die Denkmalpflege. Außerdem können Kosten für Renovierung und Restaurierung über mehrere Jahre hinweg verteilt und abgesetzt werden. Die Informationen dazu erhalten Sie hier. Zusätzlich können je nach Haushaltslage bei denkmalpflegerisch bedingten Mehrkosten Zuschüsse von der Stadt Darmstadt und auch vom Land Hessen gewährt werden.

Mitglieder des Denkmalbeirats auf der Bastion des Darmstädter Schlosses, Foto: Nikolaus Heiss

Stimmberechtigte Mitglieder des Denkmalbeirats:

  • Ramona Buxbaum
  • Stefan Fautz
  • Christine Hammel
  • Nikolaus Heiss (stellvertretender Vorsitzender)
  • Renate Hoffmann
  • Hans Gerhard Knöll
  • Reiner Lenz
  • Eva Moos
  • Marcus Müller
  • Prof. Frank Oppermann
  • Mona Sauer (Vorsitzende)
  • Ruth Wagner

Der Denkmalbeirat ist ein unabhängiges beratendes Gremium sachverständiger Bürgerinnen und Bürger. Zu seinen Aufgaben zählt vor allem die Beratung und Unterstützung der Unteren Denkmalschutzbehörde und des Magistrats der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Fragen der Denkmalpflege und der Stadtgestaltung. Durch Ortsbegehungen, durch Einsichtnahme in Planunterlagen, durch Anhörung von Planern und Bauherren beschäftigt sich der Denkmalbeirat intensiv mit denkmalpflegerisch relevanten Fragestellungen, begutachtet sie und erarbeitet Stellungnahmen, die der Denkmalschutzbehörde und dem Magistrat vorgelegt werden.

Ein Anliegen des Denkmalbeirates ist beispielsweise die Stadt Darmstadt bei der Welterbe-Bewerbung für die Künstlerkolonie Mathildenhöhe zu unterstützen, mit dem Ziel, deren Erhaltung und Pflege dauerhaft zu sichern. Darüber hinaus legt der Denkmalbeirat großen Wert darauf, die qualitätvolle Nachkriegsarchitektur beginnend mit den 1950er Jahren stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die Geschäftsstelle des Denkmalbeirats ist in der Denkmalschutzbehörde

Geschäftsordnung Denkmalbeirat

Projektauswahl

Wissenswertes und Informatives über die Mathildenhöhe und die Bewerbung als Welterbe finden Sie unter Welterbe Bewerbung Mathildenhöhe

Kontakt

Stadtplanungsamt
Abteilung 61.3
Denkmalschutz und Denkmalpflege

Stadthaus West
Mina-Rees-Straße 12
64295 Darmstadt

Telefon 06151 - 13 2937
Fax 06151 - 13 3193

denkmalschutz@1sp4mdarmstadt.abde

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