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Christian Eckhardt

Christian Eckhardt (1784-1866)
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Christian Eckhardt wurde am 1. Juli 1784 als Sohn des Pfarrers Johann Heinrich Eckhardt und dessen Frau Karoline Friederike in Dauernheim  geboren.

Er studierte ab 1802 zunächst Rechtswissenschaften in Gießen und besuchte Vorlesungen in Physik, Mathematik und Astronomie. Er wurde  mit dem Militärkartografen Haas bekannt, der ihm astronomisch-geodätische Arbeiten seiner Kartenplanungen übertrug, der Grundstein für Eckhardts berufliche Entwicklung zum Geodät.

In den folgenden Jahren beschäftigte er sich gemeinsam mit dem Freund Ludwig Johann Schleiermacher mit geodätischen Arbeiten. 1808 bestimmten beide die Strecke zwischen dem Turm der Darmstädter Stadtkirche und der Kirche in Griesheim (7,749 km). Diese Basismessung, sollte später als Bezugspunkt für das Hessische Urkataster dienen.

1809 wurde er als Direktor der Katasteraufnahme der hessischen Provinz Westfalen nach Arnsberg berufen. Eckhardt verfeinerte das Verfahren der Landesvermessung durch Triangulation und praktizierte es unter Verwendung moderner Hilfsmittel.

Er wurde 1817 Mitglied der Hofkammer in Darmstadt und mit der Erstellung eines neuen hessischen Maß- und Gewichtsystems betraut. Außerdem arbeitete er am Hessischen Urkataster. Das trigonometrische Messverfahren wurde zur Grundlage für topographische Karten und diente als Basis des Katasters und damit des Hypothekenwesens im gesamten Großherzogtum Hessen.

Als Mitglied der 1821 neu entstandenen Oberfinanzkammer war Eckhardt verantwortlich für die Einführung eines landesweit einheitlichen Steuerwesens; im 1830 gegründeten Finanzministerium war er zuständig für Forste, Bauwesen und später für die Eisenbahnen. Er entwarf einen Plan für das Straßennetz des Großherzogtums und schloss Staatsverträge für den Eisenbahnbau ab. Von 1843 bis 1848 war er mit der Leitung für den Bau der Main-Neckar-Bahn auf hessischem Gebiet betraut.

Eckhardt war 1836 Gründungsmitglied sowie erster Präsident des Gewerbevereins für das Großherzogtum Hessen und gilt als Initiator der ersten Industrieausstellung in Darmstadt Seit 1848 war er Direktor der Staatsschulden-Tilgungskasse, seit 1853 Regierungs-Kommissar bei der Bank für Handel und Industrie.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand widmete sich Eckhardt weiter der wissenschaftlichen Forschung. Für seine Verdienste erhielt er badische, bayerische und preußische Verdienstorden. Bereits 1834 war er zum Ehrendoktor der Universität Gießen ernannt worden.

Am 20. Dezember 1866 starb Christian Eckhardt in Darmstadt. Ihm zu Ehren wurde 1903 die Eckhardtstraße im Darmstädter Martinsviertel benannt.

 

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