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Otto von Brentano di Tremezzo

Otto von Brentano di Tremezzo (1855-1927)
R 12b 57

Otto Rudolf von Brentano di Tremezzo wurde am 9. Dezember 1855 als Sohn des Gustav Adolf Brentano und dessen Gattin Auguste in Darmstadt geboren.

Er besuchte zunächst in Friedberg die Augustinerschule und wechselte dann an Gymnasien in Büdingen und in Gießen.

An der hessischen Landesuniversität zu Gießen studierte Brentano Rechtswissenschaften. Von 1882 bis 1891 war Brentano als Rechtsanwalt in Friedberg tätig.

Im Jahr 1891 übersiedelte Brentano mit seiner Familie nach Offenbach. Er begründete eine sehr erfolgreiche Kanzlei, in der er von 1899 an auch als Notar wirkte.

Neben der juristischen Tätigkeit engagierte sich der aktive Katholik kirchenpolitisch. Seit 1893 gehörte er dem Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde Offenbachs an.

Seine politische Karriere begann Brentano 1895 als gewähltes Mitglied des Offenbacher Stadtparlaments. Von 1897 an war er Abgeordneter des Zentrums im Darmstädter Landtag. Über drei Jahrzehnte gehörte Brentano dem Landtag an, von 1914 bis 1927 als Vorsitzender der Zentrumsfraktion.

Von 1899 bis 1918 war Brentano Vorsitzender des Verfassungsausschusses. Parallel zu seinem Mandat im Landesparlament ließ sich Brentano 1919 in die Weimarer Nationalversammlung bzw. 1920 in den Reichstag wählen.

Nach den Neuwahlen 1921 zeichnete er hier neben dem Justizministerium auch für das Innen-Ressort verantwortlich. Gegen den Willen eines Teils seiner eigenen Fraktion setzte er sich dafür ein, an der Koalition mit den Sozialdemokraten festzuhalten.

In seiner Funktion als Justizminister war Brentano bemüht, die Unabhängigkeit der Richter gegen Angriffe aus dem rechten wie dem linken Lager zu verteidigen. Im Zuge des Schutzpolizei-Gesetzes von 1923 versuchte Brentano, eine verfassungstreue Sicherheitstruppe zu etablieren.

Brentano erhielt zahlreiche hohe Auszeichnungen.

Otto von Brentano starb am 21. Juli 1927 an den Folgen eines Schlaganfalls in Darmstadt

 

 

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