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Heinrich von Gagern

Heinrich von Gagern (1799-1880)
1 Mauer 111-112

Wilhelm Heinrich August Freiherr von Gagern wurde am 20. August 1799 als Sohn des nassauischen Staatsmanns Hans Christoph Ernst Freiherr von Gagern und dessen Frau Karoline in Bayreuth geboren

In Weilburg an der Lahn besuchte er das Gymnasium, 1812 schickte ihn der Vater auf die bayerische Kadettenschule nach München. Als Adliger und Kriegsheld nahm er unter den jungen Burschenschaftern eine führende Rolle ein.

1820 legte Gagern an der Landesuniversität Gießen sein Staatsexamen ab und trat in die Dienste des Großherzogtums Hessen. 1824 gelangte er als Assessor zur Starkenburger Provinzialregierung, die ihren Sitz in Darmstadt hatte.

Gagern entschied sich in den folgenden Jahren für die politische Bühne. Er ließ sich 1832 in den Hessischen Landtag wählen, wurde Vorsitzender des Finanzausschusses und zum Führer der liberalen Opposition. Nach der Auflösung des Landtags 1833 wurde Gagern wegen seiner liberalen Gesinnung in den Ruhestand versetzt.

Mit dem Erstarken des Liberalismus kehrte Gagern 1846 in die Politik zurück. Er  trat mit einer Schrift gegen die Einführung des hessischen Polizeistrafgesetzes in Erscheinung. Im Vorfeld der März-Unruhen 1848 löste er den konservativen Freiherrn du Bos du Thil als Hessischen Ministerpräsidenten ab.

Im Mai 1848 wurde er zum Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung gewählt, und ab Dezember fungierte er als Ministerpräsident der provisorischen Reichsregierung und war an der Ausarbeitung und der Durchsetzung der Reichsverfassung beteiligt.

Nach dem Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung sowie des Erfurter Unionsparlaments zog er sich weitgehend  aus der Politik zurück. 1863 übernahm Heinrich von Gagern die Hessische Gesandtschaft in Wien. Von 1866 bis 1872 war er nochmals Mitglied des Hessischen Landtags, dieses Mal für die liberal-konservative Partei. 1864 war er zudem mit dem Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ausgezeichnet worden, 1871 erhielt „seine Exzellenz der Wirkliche Geheime Rat“ den Österreichischen Orden der Eisernen Krone I. Klasse.

Im Alter von achtzig Jahren starb Heinrich von Gagern am 22. Mai 1880 in Darmstadt.

 

 

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