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Buch des Monats

Februar 2021

Die Darmstädter Jury „Buch des Monats e.V.“ hat

„Die Welt nach Wagner. Ein deutscher Künstler und sein Einfluss auf die Moderne“ von Alex Ross, erschienen im Verlag Rowohlt (ISBN 978-3-498-00185-8)

zum Buch des MonatsFebruar gewählt:

"Wagnerism" heißt die amerikanische Originalausgabe unseres Buchs des Monats, das trotz seiner 908 Seiten kein Wälzer ist. Es bietet wohlangerichtetes und -portioniertes Futter für eine Leserschaft wie die des Magazins The New Yorker, dem der Verfasser Alex Ross seit 1996 als renommierter Musikkritiker verbunden ist. Richard Wagners musikalische Neuerungen an sich aber stehen für Ross' Unternehmen nicht im Mittelpunkt. Er zeigt an und referiert, welche beispiellose und "seither nicht wieder erreicht(e)" Wirkung Wagners Musik auf andere Kunstformen - besonders auf die der "stummen Künste" (Literatur und Malerei) hatte und welche "halbvergessenen Bewertungen des Komponisten" in Erinnerung gebracht werden müssen, um nach allem von Wagner selbst verschuldeten Mißbrauch seines Renommées einen "alternativen Wagnerismus" zu etablieren: "der Sozialist Wagner, der Feminist Wagner. der schwule Wagner. der schwarze Wagner, der theosophische Wagner, der Satanist Wagner, der Dadaist Wagner, der Science-Fiction-Wagner, Wagnerismus, Wagnerismo und Wagnérisme.

(Darmstädter Jury "Buch des Monats e.V.", Wolfgang Werth)

 

 


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.

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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Michael Braun
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Adrienne Schneider
Dr. Tilman Speckelsen
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@1sp4mhotmail.abcom

Wichtige Mitteilung
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