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Buch des Monats

Februar 2024

zum Buch des Monats Februar 2024 wurdeBertrand Badiou: „Paul Celan. Eine Bildbiographie“ gewählt, erschienen im Suhrkamp VerlagISBN 978-3-518-42908-2 , Preis EUR 68,00.

Welch ein Kabinettstück: dem als dunkel, hermetisch und unnahbar geltenden Dichter Paul Celan eine umfassende Biographie in Bildern zu widmen, darunter vielfach bislang unbekannte Fotografien und Faksimiles aus Celans Nachlass. Die Abbildungen sind so informativ kommentiert, wie das vielleicht nur dem größten Kenner von Leben und Werk dieses Schriftstellers möglich war: Bertrand Badiou, dem Leiter der Paul-Celan-Arbeitsstelle der École normale supérieure in Paris, Herausgeber und Nachlassverwalter des Dichters. Mit diesem Buch muss das Celan-Bild neu justiert werden. War der Poet aus Czernowitz in der Öffentlichkeit oft mit der sein gesamtes Werk überstrahlenden „Todesfuge“ identifiziert worden, während die eingeschworene Celan-Gemeinde ihn als nur Eingeweihten zugänglichen Rufer aus der Tiefe begriff und die Postmodernen mit Celan ihr eigenes Spiel trieben, haben wir hier nun untrüglich einen Menschen aus Fleisch und Blut vor uns, der zwar sein Werk mit Ernsthaftigkeit und Arbeitseifer vorantrieb, aber zugleich – und insbesondere nach der Zeit der Shoah – von einem ungestümen Lebenshunger erfüllt war. In den fünfziger Jahren begegnen wir in Paris und anderswo einem gelösten, aufblühenden Paul Celan. Wir sehen ihn an der Seite seiner Frau Gisèle, gemeinsam mit Paul Demus oder rudernd mit Beda Allemann, dann wieder auf der Suche nach weiteren erotischen Abenteuern und Künstlerfreundschaften. Die Eintrübungen sind natürlich Teil auch dieser Biographie, von Celans Versuchen, die eigene Imago zu formen (durch die Kontrolle über die kursierenden Schriftstellerporträts) und selbst nach dem Tod beizubehalten (durch die weitgehende Sperrung des Nachlasses), über die Goll-Affäre und die Wahnanfälle bis hin zum Freitod im April 1970, aber sie überlagern erstmals nicht das Lichte dieses erregten, weiten, offenen Schriftstellerlebens, nicht zuletzt, weil die Bilder, mitunter Schnappschüsse, es mit der ihnen eigenen rhetorischen Kraft zur Geltung bringen. Ein Meilenstein – und das Buch des Monats Februar 2024 der Darmstädter Jury.

Darmstädter Jury „Buch des Monats e.V.", Oliver Jungen

 


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.

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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Kurt Drawert
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Adrienne Schneider
Julia Schröder
Dr. Tilman Spreckelsen
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Beate Tröger
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@1sp4mhotmail.abcom

Info

Übersicht der bisher ausgewählten Bücher des Monats

und einer Zusammenfassung der Begründungen für das jeweilige Jahr

 

Wichtige Mitteilung
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