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Buch des Monats

Juli 2020

 

Die Darmstädter Jury hat das Buch von 

Rolf Vollmann: „Frauenkatalog 1200, in zehn Bildern“ zum Buch des Monats Juli gewählt

Die Andere Bibliothek. ISBN: 9783847704232, EUR 44,00

 

Was wissen wir vom Mittelalter, was von mittelalterlicher Literatur? Wer den düsteren oder quietschbunten Ritterfilmen (zurecht) nicht traut und sich den Mühen des Mittelhochdeutschen nicht gewachsen fühlt, findet in Rolf Vollmanns „Frauenkatalog, 1200“ eine ebenso kundige wie eigenständige Heranführung an die klassische Artusepik. In prächtigen Szenen, die laute Töne nicht scheuen, aber die leisen bevorzugen, entwickelt Vollmann eine Suada zwischen eigenem Zugriff und Nacherzählung und bringt die einzelnen Vorlagen von Hartmann von Aue, Wolfram von Eschenbach und anderer Autoren in einen Dialog miteinander: Was hat der Artusritter Erec den Helden aus den anderen Romanen zu sagen, wenn er sie plötzlich in Vollmanns Kompendium trifft? Gut möglich, dass man nach der Lektüre dieses Bandes doch noch einen Versuch mit den Originalen unternimmt.

 

(Darmstädter Jury „Buch des Monats e.V.“, Tilman Spreckelsen)

 


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.

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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Michael Braun
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Adrienne Schneider
Dr. Tilman Speckelsen
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@1sp4mhotmail.abcom

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