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Darmstadt Aktuell

Eisenbahnüberführung am Bahnhof Eberstadt: Oberbürgermeister Jochen Partsch kritisiert Darstellung der SPD

(PSD) – Montag, 23.11.2020

OB Partsch: „Stehen dazu im ständigen Kontakt mit Deutscher Bahn und dem Denkmalschutz“

Oberbürgermeister Jochen Partsch © Wissenschaftsstadt Darmstadt

Anders als die SPD in einer Pressemitteilung suggeriert, steht die Wissenschaftsstadt Darmstadt seit 2019 hinsichtlich der Sanierung der Eisenbahnüberführung am Bahnhof Eberstadt und der Frage nach der Verbesserung der Situation für Fuß- und Radverkehr im ständigen Kontakt mit der Deutschen Bahn (DB) und dem Denkmalschutz. Das Brückenbauwerk aus dem Jahr 1846 muss aufgrund des Alters und der starken Belastung mittelfristig saniert werden. 

Nachdem die DB die Stadt darüber informiert hat, dass es Planungen für die Erneuerung bzw. Sanierung der Eisenbahnüberführung gibt, hat die Stadt bereits im Januar 2019 der DB mitgeteilt, dass großes Interesse an einer Aufweitung des Bauwerkes besteht, um eine für den Fuß- und Radverkehr regelkonforme Verkehrsanlage zu schaffen. Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Jochen Partsch hat dies im November 2019 gegenüber der Deutschen Bahn nochmal bekräftigt. 

„Das Brückenbauwerk ist als Einzelkulturdenkmal nach Paragraph 2 (1) des Hessischen Denkmalschutzgesetzes geschützt und in der Denkmaltopographie des Landesamtes für Denkmalschutz als solches aufgeführt. Alle baulichen Maßnahmen sind von daher im Vorfeld mit der Denkmalschutzbehörde abzustimmen, sämtliche Eingriffe und Veränderungen bedürfen der Genehmigung durch die Denkmalschutzbehörde. Folge: Das historische Brückenbauwerk mit seinen beiden Brückenpfeilern, den Umfassungsmauern und den seitlichen Böschungsflügeln (Stützmauern) sowie dem historischen Geländer auf westlicher und östlicher Seite der Streckenführung ist in situ zu erhalten“, erläutert Partsch. 

Ende dieses Frühjahrs wurde bei einem Ortstermin zwischen Stadt und DB nicht nur über die eigentliche Sanierung der Brücke, sondern auch über die Herstellung eines Fuß- und Radweges außerhalb der Brückendurchfahrt gesprochen. Die Gesprächspartner vereinbarten dabei, dass die DB eine Bestandsuntersuchung des Brückenbauwerkes und des ehemaligen Bahnhofsgebäudes durchführen und eine Machbarkeitsstudie beauftragen wird, um herauszufinden, ob eine zusätzliche Unterfahrung des Bahndamms auf der nördlichen oder südlichen Seite der Brücke („Arkadenlösung“) statisch möglich ist. Eine Kernbohrung im Bereich der zugemauerten nordöstlichen Bögen soll im Vorfeld Erkenntnisse über das Innere der Anlage bringen. 

„Dies wäre auch aus denkmalpflegerischer Sicht eine denkbare und gut vertretbare Lösung, wie mir der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Harzenetter, Anfang dieses Jahres, als erstmals diese Idee aufkam, in einem Gespräch versichert hat“, so Partsch weiter. 

DB, Denkmalschutz und Mobilitätsamt stehen im engen Kontakt, um eine gute Lösung zu finden. 
Zur Forderung der SPD, die Brückensanierung solle so angelegt werden, dass mittelfristig eine Straßenbahnlinie nach Pfungstadt realisiert werden kann, teilt Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Jochen Partsch mit: „Bereits in den 1990er Jahren gab es erste Überlegungen für eine Straßenbahn nach Pfungstadt. Damals hat man das Projekt nicht weiter verfolgt – unter anderem weil erhebliche Probleme bei der Querung der Bahnunterführung gesehen wurden. Alternativ hat man sich dann für die Reaktivierung der Pfungstadtbahn entschieden. Es besteht also eine Schienenverbindung zwischen Darmstadt und Pfungstadt, die mit Erfolg betrieben wird, auch wenn sie nicht direkt in die Darmstädter Innenstadt führt. Die Fahrtzeiten sind mit rund 12 Minuten zum Darmstädter Hauptbahnhof konkurrenzlos günstig und auch die Darmstädter Innenstadt ist mit einem Umstieg schnell erreichbar. Auf dem Verkehrsgipfel im Dezember 2019 wurde zwischen Stadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg vereinbart, die Pfungstadtbahn noch attraktiver zu machen und einen durchgängigen Halbstundentakt anzustreben. Es macht daher zurzeit wenig Sinn, parallel dazu zwischen Pfungstadt und Darmstadt ein zweites Schienenverkehrsmittel zu planen“, so Partsch. 

Neue Straßenbahnstrecken sollten jetzt mit Priorität auf den Strecken geplant und umgesetzt werden, die heute noch mit Bussen bedient werden, wie die Verbindung nach Groß-Zimmern. Der Grund für die Planungen einer Straßenbahnverbindung zwischen Weiterstadt und Darmstadt, obwohl eine Zugverbindung besteht, liegt darin, dass der Bahnhof Weiterstadt ungünstig gelegen ist und nur umständlich mit Bussen angefahren werden kann. Außerdem haben die Busverbindungen von Weiterstadt nach Darmstadt deutlich höhere Fahrgastzahlen als die Busverbindung zwischen Pfungstadt und Eberstadt. „Deshalb würden wir zurzeit für die Untersuchung und Planung von neuen Straßenbahnlinien zwischen der Stadt Darmstadt und dem Landkreis andere Prioritäten sehen, als eine Straßenbahn nach Pfungstadt“, so Partsch abschließend. 

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