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Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt Planungen für kommende Radverkehrsversuche vor

(DK) – Montag, 10.08.2020

OB und Verkehrsdezernent Partsch: „Wollen testen, wie der bestehende Verkehrsraum in Sinn der Verkehrswende neu aufgeteilt werden kann damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in Darmstadt und dem Klimaschutz leisten – Mittelfristiges Ziel ist die Schaffung einer großangelegten Radachse in der Innenstadt, die den östlichen Landkreis mit dem Hauptbahnhof verbindet“

© Pixabay

Mit insgesamt fünf Verkehrsversuchen in der Nieder-Ramstädter Straße, der Bleichstraße West, der Zeughausstraße, der Neckarstraße/Heidelberger Straße und der Eschollbrücker Straße will die Wissenschaftsstadt Darmstadt in den kommenden Wochen und Monaten den Radverkehr in Darmstadt stärken und damit die Verkehrswende weiter voranbringen. Den Anfang macht bereits im Laufe dieser Woche der Verkehrsversuch in der Nieder-Ramstädter Straße am Roßdörfer Platz. Die weiteren vier Maßnahmen sollen in den folgenden Monaten schrittweise umgesetzt werden. Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Jochen Partsch stellte am heutigen Montag die Planungen der Öffentlichkeit vor.

„Mit den insgesamt fünf Rad-Verkehrsversuchen schaffen wir zunächst temporär und bei guten Ergebnissen auch längerfristig deutliche Verbesserungen für die Radverkehrsinfrastruktur in Darmstadt“, erklärt dazu Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Jochen Partsch. „Da der Straßenraum begrenzt ist, prüfen wir mit den Verkehrsversuchen, inwiefern dieser sinnvoll zwischen den verschiedenen Verkehrsarten und hier vor allem dem motorisierten 

Individualverkehr umverteilt werden kann. Moderne und ökologische Mobilität kann gelingen, wenn man den zur Verfügung stehenden Raum neu denkt und nutzt. Ziel unserer Maßnahmen ist es deshalb, den Radverkehr in Darmstadt insgesamt zu stärken und so einen weiteren wichtigen und notwendigen Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz in unserer Stadt zu leisten. Durch die Flächenumverteilung werden zudem Lücken im bestehenden Radnetz geschlossen und die Radinfrastruktur der sich verändernden Verkehrsnachfrage angepasst. Auch der Fußverkehr wird von den Maßnahmen profitieren“, ist sich OB Partsch sicher – „etwa in der Neckarstraße/Heidelberger Straße.“ 

Im Rahmen des ersten Verkehrsversuchs am Roßdörfer Platz wird ein Radfahrstreifen über eine Länge von ca. 90 Meter stadtauswärts markiert. Der bestehende Radfahrstreifen auf der Westseite der Teichhausstraße wird somit über den Knoten hinaus weitergeführt. In der Knotenpunktzufahrt zum Roßdörfer Platz werden die Fahrstreifen neu aufgeteilt. Die Linksabbieger erhalten zukünftig einen eigenen Fahrstreifen, während der Geradeausverkehr gemeinsam mit den Rechtsabbiegern nur noch über den rechten Fahrstreifen abgewickelt wird. 

In der Nieder-Ramstädter-Straße erhält der Radverkehr Flächen des rechten Fahrstreifens. Für den Kfz-Verkehr verbleibt der linke Fahrstreifen, der verbreitert und dadurch besser befahrbar wird. Mit der Neuaufteilung des Straßenraums wird eine eindeutige Führung für alle Verkehrsteilnehmenden geschaffen. Durch die Verbesserung des Verflechtungsbereichs soll eine bestehende Konfliktstelle beseitigt werden.

Mit dem Verkehrsversuch Bleichstraße/Steubenplatz wird die bestehende Lücke der Radführung im Bereich des Steubenplatzes geschlossen und ein durchgängiges Angebot für den Radverkehr eingerichtet. Im Zulauf zur Kreuzung wird der Radverkehr zukünftig weiter auf der Fahrbahn geführt, um bestehende Konflikte auf dem Gehweg mit zu Fuß Gehenden zu beseitigen. Dafür entfällt der rechte Kfz-Fahrstreifen im Bereich des Steubenplatzes. Um Konflikte mit dem Kfz-Verkehr zu minimieren, wird diesem zukünftig die Fahrtrichtung nach Links, in Richtung Rheinstraße, vorgeschrieben. Ergänzend dazu wird der bestehende Radfahrstreifen zwischen Kasinostraße und Steubenplatz durch Roteinfärbung deutlicher gekennzeichnet und durch einen Trennstreifen klarer vom Kfz-Verkehr separiert. Die Abschnittslänge des Verkehrsversuchs beträgt damit rund 200 Meter.

Beim Verkehrsversuch Neckarstraße/Heidelberger Straße wird zwischen Heinrichstraße und Rheinstraße eine breite Radverkehrsanlage in beide Fahrtrichtungen angeboten. Dafür entfällt der jeweils rechte Kfz-Fahrstreifen, der Fußverkehr erhält die Flächen der ehemaligen schmalen Radwege. Anknüpfend an die Radprojekte der letzten Jahre in der Heidelberger Straße und Heidelberger Landstraße entsteht durch diesen Versuch ein durchgängiges Rad-Angebot bis zur Rheinstraße.

Als zentral erachtet der Oberbürgermeister den Versuch in der Zeughausstraße, bei dem die Planung allerdings noch nicht endgültig abgeschlossen ist und wo in den kommenden Wochen detailliertere Informationen folgen werden. „An dieser Stelle haben wir ja bereits während des Friedensplatz-Umbaus gesehen, dass der Automobilverkehr relativ unproblematisch auf zwei Spuren geführt werden kann. Zudem verbindet dieser Abschnitt die Dieburger Straße mit der Bleichstraße und komplettiert damit die Achse Ost-West. Ich denke, die Chancen, dass wir hier auch über den Versuch hinaus zu einer dauerhaften Lösung kommen können, stehen gut. Aber nochmal zur Dimension, um die es hier geht:  Nach Errichtung des neues Radweges von Roßdorf nach Darmstadt haben wir über die Fahrradstraße Heinrich-Fuhr-Straße, die geplante Holländische Kreuzung an der Teichhausstraße, mit  dem komfortablen Radweg Zeughausstraße und in der Bleichstraße dann eine durchgängige Verbindung aus dem östlichen Landkreis bis zum Hauptbahnhof. Es geht um eine echte, großanlegte Radachse.“

Geplant ist eine Laufzeit der Verkehrsversuche von mindestens sechs Monaten. Um die Auswirkungen zu erfassen, werden diese wissenschaftlich begleitet. Neben einer Beobachtung der Verkehrssituation vor sowie während der Verkehrsversuche werden gegebenenfalls weitere Maßnahmen durchgeführt. Denkbar sind hier etwa Befragungen. Im Anschluss an die Verkehrsversuche werden die Ergebnisse ausgewertet, analysiert und dann über die dauerhafte Umsetzung der einzelnen Maßnahmen entschieden.
 

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