Wissenschaftsstadt Darmstadt

Telefon: +49 (0)6151-115

E-Mail: info@1sp4mdarmstadt.abde

ImpressumDatenschutz und Nutzungsbedingungen

1

Mit der "Google benutzerdefinierten Suche" kann diese Internetseite durchsucht werden. Wenn Sie JA anklicken und die Google Suche nutzen, werden Inhalte auf Servern von Google abgerufen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat keinen Einfluss auf die Verarbeitung Ihrer Daten durch Google. Klicken Sie NEIN an wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Daten an Google übermittelt werden. Weitere Informationen zur Google benutzerdefinierten Suche finden Sie in unserer Datenschutzerklärung: https://www.darmstadt.de/datenschutz
Informationen von Google über den Umgang mit Nutzerdaten (Datenschutzerklärung) erhalten Sie unter https://policies.google.com/privacy?hl=de&gl=de.

Buch des Monats

Februar 2023

die Darmstädter Jury hat

„Unser Deutschlandmärchen“ von Dinçer Güçyeter zum

Buch des Monats Februar 2023 gewählt,

erschienen im Verlag Mikrotext, ISBN 978-3-948631-16-1 , Preis EUR 25,00.

Eine Geschichte vom Aufwachsen zwischen zwei unerreichbaren Heimaten, ein großes Zwiegespräch mit der Mutter, ein „Film, in dem du nicht mitspielen darfst“ – all dies ist der erste Roman des Lyrikers Dinçer Güçyeter. Zur Welt gekommen als Kind türkischer Eltern am Niederrhein, unweit der holländischen Grenze, schrieb Güçyeter sein erstes Gedicht mit acht Jahren, für den Lyrikband „Mein Prinz, ich bin das Ghetto“ erhielt er 2022 den Peter-Huchel-Preis. Er hat Theater gespielt, Stücke geschrieben und inszeniert, hat den Elif Verlag gegründet, der immer wieder mit Entdeckungen von sich reden macht. Das alles finanziert er, gelernter Werkzeugmechaniker, bis heute mit Gabelstaplerfahren. Auf das Land, in dem er 1979 geboren wurde, schaut Dinçer Güçyeter aus der Perspektive derjenigen, die in den Sechzigerjahren zum Arbeiten kamen und geblieben sind, wie Güçyeters Eltern, und aus der ihrer Kinder, der „zweiten Generation“. „Unser Deutschlandmärchen“ zieht allen Erwartungen den Teppich unter den Füßen weg, auch durch den Wechsel der Tonlagen und der literarischen Formen. Neben lyrischer, bildstarker Verdichtung steht die munter geschilderte Anekdote oder die dramatische Szene, neben klagend-melancholischer Litanei die entnervte Anklage, die sarkastische Zwischenbilanz, das poetische Manifest. Sehr persönlich erzählt dieser Roman vom Aufwachsen mit widersprüchlichen Regelsystemen, von der generationsübergreifenden Suche nach Heimat und vom Überschreiten der Grenzen von Herkunft, Klasse und Geschlechterrolle, von der Erinnerung selbst – und vom Finden der eigenen Sprache. 

Darmstädter Jury „Buch des Monats e.V.", Julia Schröder


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.

Nach oben

Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Michael Braun
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Adrienne Schneider
Julia Schröder
Dr. Tilman Speckelsen
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Beate Tröger
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@1sp4mhotmail.abcom

Info

Übersicht der bisher ausgewählten Bücher des Monats

und einer Zusammenfassung der Begründungen für das jeweilige Jahr

 

Wichtige Mitteilung
×