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Buch des Monats

Juni 2024

zum Buch des Monats Juni 2024 wurde Wolf von Niebelschütz "Ein Geisterfrühstück" gewählt, erschienen im Verlag "Die Andere Bibliothek": ISBN 978-3-8477-0460-7, Preis EUR 48,00.

 „Nirgends ein Ton von Banalität, überall eine große, begeisternde Sicherheit des Stils und des Geschmacks, überall ein weiter Horizont“ – so unzeitgeistgemäß schreibt der deutsche Besatzungssoldat Wolf von Niebelschütz 1942 über „Briefe des alten Frankreich“, herkommend aus einer „der geistvollsten und reifsten Epochen des menschlichen Geistes“. Kein „Drittes Reich“, nichts deutsch Herrenvölkisches! Herrliche altadelige Welsch-Brillanz! Und was er an den Episteln des Herzogs von La Rochefoucauld oder des Marquis von Racan lobt, exakt das kennzeichnet auch den Stil, den Geschmack, die sicher treffende Pointenmusik dieses berühmtesten unter den unberühmten deutschen Schriftstellen. Er lebte von 1913 bis 1960, war Feuilletonredakteur erst der Magdeburgischen Zeitung, dann der Rheinisch-Westfälischen Zeitung in Essen, warf sich in seiner Schriftstellerei nicht in den braun verschmutzten Hauptstrom der Zeit, sondern tauchte in die Gewässer des Rokoko und Barock, die er in zwei Romanen „Der blaue Kammerherr“ und „Die Kinder der Finsternis, phantasietoll durchpflügte. Und kam in seinen hier versammelten Divertimenti und Impressionen, glanzfunkelnden Causerien und Feuilletons zu den schönsten fremden Ufern. Huldigend der Kunst der unterhaltsam gescheiten vergegenwärtigenden Durchdringung des Fern- und Beiseiteliegenden. Das er grandios zu Hauptsachen formt, wenn’s zum Exempel um die ewige Kunst des Vorlesens und Erzählens oder um die  ausgestorbene Kunst der Konversation (gegen das Gegenwartsmeinungsgeschwätz) geht. Seine Grundmelodie aber summt sich allüberall auf „La France“, seine Variationen streifen neben den schönsten Landschaften wie der Provence oder der Bretagne Figuren wie Balzac, Madame de Staël, Fragonard, Musset aber vor allen anderen. Und für keinen Satz, den der deutsche Besatzungssoldat zwischen 1940 und 1944 schreibt, musste er sich später schämen. Ein urdeutsches Glanzbeispiel undeutsch überlegener Weltläufigkeit. Eine wunderbare Wiederbegegnung mit einem Vergessenen.

Darmstädter Jury „Buch des Monats e.V.", Gerhard Stadelmaier

 


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.

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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Kurt Drawert
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Adrienne Schneider
Julia Schröder
Dr. Tilman Spreckelsen
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Beate Tröger
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@1sp4mhotmail.abcom

Info

Übersicht der bisher ausgewählten Bücher des Monats

und einer Zusammenfassung der Begründungen für das jeweilige Jahr

 

Wichtige Mitteilung
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