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Buch des Monats

Juni 2019

 

Die Darmstädter Jury hat das Buch 

Lawrence Ferlinghetti "Little Boy", zum Buch des Monats Juni gewählt

216 Seiten, Schöffling Verlag, ISBN: 978-3-89561-441-5, EUR 22,00

 

Begründung der Jury:

Der Anfang ist so aufregend wie deprimierend: Der Junge, der nur „Little Boy“ genannt wird, erlebt eine Odyssee zwischen seiner Mutter, einer Tante und schließlich einer reichen Familie, die ihn erst aufnimmt und dann wieder abschiebt, eine Kindheit zwischen Europa und Amerika in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, geprägt von jähen Umschwüngen und Lieblosigkeit. An der Schwelle zum eigenen hundertsten Geburtstag erinnert sich der Beat-Poet Lawrence Ferlinghetti nun an seine Kindheit und erzählt davon in einem eigenen, hakenschlagenden, kraftvollen Ton, der konzentrische Kreise um das eigene Ich legt und jeder Chronologie spottet.

Lawrence Ferlinghettis „Little Boy“ ist als Roman ausgewiesen, sprengt aber die Gattungsgrenze erheblich und wird schließlich zum Langgedicht in Prosa – eruptiv, assoziativ, mit Freude am Nonsens und zugleich von großem Ernst durchzogen, wenn es um die Verteidigung der Poesie gegen die Auswüchse der Moderne geht..

Darmstädter Jury Buch des Monats e.V. (Tilman Spreckelsen)


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.


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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Dagmar Leupold
Adrienne Schneider
Dr. Wilfried F. Schoeller
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@hotmail.com