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Buch des Monats


Dezember 2018

 

Die Darmstädter Jury hat das Buch von

Botho Strauß: „Non-Finito, Ausgespartes, Leere Stellen“ / Henri Matisse „Estampes“

zum „Buch des Monats Dezember“ gewählt.

ISBN 978-3-945237-19-9, Verlag Josef Kleinheinrich, Format 31,5 x 20,5, 186 Seiten, 49 Euro

 

Begründung der Jury:

„Das Schwarz und das leuchtende Weiß sind doch ziemlich schön“, schreibt der Maler Henri Matisse (1869-1954) um 1938 in einem Brief an seinen Freund André Rouveyre. In seinen späten Zeichnungen und Linolschnitten kultiviert der „Bildhauer des Lichts“ seine Passion für die Leuchtkraft des weißen Blattes und für die kontrastiv dazu gesetzten Schriftzeichen und Linien. Diese Leidenschaft für das „kostbare Weiße, Rührende“ der Blätter teilt Matisse mit dem Verleger Josef Kleinheinrich aus Münster, der seit über 30 Jahren Buch-Kunstwerke herstellt, in denen Bild und Text eine ästhetische Symbiose eingehen. Sein jüngstes editorisches Glanzstück ist ein faszinierender Dialog zwischen Poesie und Bildender Kunst. Zu 76 Zeichnungen und Frauen-Porträts von Henri Matisse, die sechzig Jahre lang in einem Pariser Safe weggeschlossen waren und 2015 dem Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster übergeben wurden, skizziert Botho Strauß luzide Reflexionen über die Sprache der Linien und „Bausteine zu einer Metaphysik des Gesichts“. Für den Maler wie den Schriftsteller gilt: „Sie waren dem Umscheinbaren schon ganz nah.“ Das großformatige Buch ist ein editorisches Meisterwerk, eine sinnliche Sensation für Auge und Hand.

Darmstädter Buch des Monats e.V. (Michael Braun)


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.


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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Dagmar Leupold
Adrienne Schneider
Dr. Wilfried F. Schoeller
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@hotmail.com