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Buch des Monats


April 2018

 

Die Darmstädter Jury hat das Buch

 "Die Gedankenspieler" von Peter Härtling

zum

„Buch des Monats April 2018“ gewählt. 

 

 

Begründung der Jury:

Peter Härtling war schon sterbenskrank, als er seinen nun postum erschienenen letzten Roman erarbeitete - das Buch, in dem er seine eigenen komplexen Endzeiterfahrungen und -empfindungen dem „Gedankenspieler“ Johannes Wenger zugeschrieben hat. Einem widerborstigen Hagestolz und entschiedenen Einzelgänger, der sich in seinem 83. Lebensjahr urplötzlich auf die ihm peinliche Hilfe und Fürsorge fremder Leute angewiesen sieht und der beschämt in so manchen von ihnen Menschen erkennt, denen das Helfen selbstverständlich ist. In seinem dreißig Jahre jüngeren Arzt Mailänder hat Wenger den einen entschiedenen Freund gefunden, der ihm seine prekäre Situation nicht beschönigt und der ihm sein sarkastisch getarntes Selbstmitleid nicht durchgehen lässt. Das späte, mitunter sehr anstrengende Glück des Alten aber ist Mailänders sechsjährige Stieftochter Katharina, die Wenger als ihren „Opa Hannes“ adoptiert, die ihn liebt und fordert – eine so starke kleine Person wie die Kinder in Peter Härtlings unvergleichlichen Kinderbüchern.

Darmstädter Jury Buch des Monats e.V. (Wolfgang Werth)


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.


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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Dagmar Leupold
Adrienne Schneider
Dr. Wilfried F. Schoeller
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@hotmail.com