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„Kulturforum an der Mathildenhöhe“: Georg-Moller-Preis 2015 geht an Timon Peters, Tobias Wowra, Dimitra Kandyli, Leonie Keicher und Teodor Rusanov

(SD) – Dienstag, 14.07.2015

„Darmstädter Morphologien 2012 – 2015“: Ausstellung prämierter Arbeiten zum Moller-Preis noch bis zum 28. Juli

Flyer "Darmstädter Morphologien 2012 - 2015" der Technischen Universität Darmstadt

In Erinnerung an Georg Moller lobt die Wissenschaftsstadt Darmstadt alljährlich und nun schon zum 26. Mal den Moller-Preis für TU-Studenten des Fachbereichs Architektur aus. Am Dienstagabend (14.) wurden die Preisträgerinnen und Preisträger 2015 von Oberbürgermeister Jochen Partsch und Baudezernentin Cornelia Zuschke ausgezeichnet.
Alle eingereichten Arbeiten stammen aus dem Entwurf „Kulturforum an der Mathildenhöhe“ des Fachgebiets Entwerfen und Raumgestaltung von Professor Anna Jessen aus dem Wintersemester 2014/2015. Aufgabe des Entwurfs war die Entwicklung eines neuen Entrees am Osthang der Mathildenhöhe in Gestalt eines Kulturforums.
Die Jury entschied, den auf 2.600 Euro dotierten Georg-Moller-Preis in fünf gleich gewichteten Teilen mit einem Preisgeld von je 520 Euro zu verleihen und würdigte die große Vielfalt der konzeptionellen Ideen aller fünf Studentenentwürfe.
Für Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch thematisiert der diesjährige Moller-Preis eine zentrale Perspektive der Stadt: „Alle prämierten Arbeiten untersuchen das Potential des Osthangs der Mathildenhöhe für ein Kulturforum, das als Besucherzentrum die Gesamtanlage nach Osten hin öffnet. Damit haben die Studierenden einen jeweils eigenständigen und sehr individuellen Beitrag zu einer hochaktuellen Diskussion in der Stadt geleistet, die rund um den Osthang der Mathildenhöhe kreist. Nicht umsonst ist der Osthang seit dem Architektursommer Rhein-Main 2014 einer der wichtigsten Experimentierfelder von Architektur und Stadtentwicklung – und der Moller-Preis 2015 leistet dazu einen hoch spannenden Beitrag“.
Baudezernentin Cornelia Zuschke betont die hohe Komplexität der studentischen Entwürfe: „Die Aufgabenstellung des Moller-Preises ist anspruchsvoll, geht es doch gerade am prominentesten Ort der Stadt darum, den hohen Anspruch der Mathildenhöhe mit ihrem Aufbruch in die Moderne mit neuen Funktionen und Quantitäten zu verbinden: Das gilt für die historische Bebauung, die besondere Topografie, die besonderen Ansprüche von Öffentlichkeit. Hier sind Achtung, Mut und Kreativität genau so gefragt wie ein hohes Maß an Professionalität im Umgang mit den praktischen Möglichkeiten. Alle prämierten Arbeiten lösen diese Aufgabe auf anregende Weise. Bedenkt man, dass die Aufgabe „Kulturforum Mathildenhöhe“ der Abschluss einer sechssemestrigen Entwurfsreihe zu den schwierigsten städtebaulichen Herausforderungen Darmstadts ist, wurde in den letzten Jahren eine städtebauliche Analysearbeit geleistet, die historisch und perspektivisch Darmstadt als „Stadt der Architekten“ gut zu Gesicht steht“.

Die Einzelbegründungen der Jury zum Georg-Moller-Preis 2015 wurden wie folgt formuliert:
Timon Peters’ Entwurf wurde gelobt für die Öffnung des Hangs nach Osten, den gelungenen Umgang mit der Topografie und der Zugänglichkeit des Landschaftraums. Das geplante Pavillon-Gebäude füge sich durch seine Kubatur gut ein, der Entwurf zeige eine angemessene Haltung zum historischen Bestand und gestalte das Spannungsfeld zwischen räumlich introvertierten Situationen und öffentlicher Durchwegung sowie dem Platanenhain an der Ostecke, so die Jury.
Am Entwurf von Tobias Wowra wurde die Grundrissarbeit gelobt; die Auseinandersetzung mit der Referenz und dem bestehenden Teil des Albin Müller-Baus, die Verknüpfung der Funktionen mit der Fachhochschule im Bereich Bibliothek und Konferenz zu einem Ensemble und das Aufspannen eines gemeinsamen Hofes. Die Bebauung des Resthanges mit Villen überzeuge städtebaulich.
Dimitra Kandyli: Gelobt wurden die städtebauliche Setzung mit Kopf und Hofsituation, der sensible Umgang mit dem Bestand an der Ostecke und die Ausblicke in den Landschaftsraum.
Leonie Keicher: Mit dem fließenden Raum – auch über die Ecke, sowie die eigenständige architektonische Haltung, durch die sich das Gebäude im historischen Kontext behaupten kann, konnte die Architekturstudentin bei der Jury punkten.
Teodor Rusanov überzeugte durch die Ausbildung der negativen Ecke und dem Umgang mit dem Thema Ornament, zudem sei der Entwurf auch städtebaulich überzeugend, so die Jury. Auch die schlüssig dargestellte These eines „Übermorgens ohne die FH“ fand lobende Erwähnung.

Nach der Preisverleihung sind die prämierten Arbeiten des Georg-Moller-Preises unter dem Ausstellungstitel „Darmstädter Morphologien 2012 – 2015“ noch bis zum 28. Juli während der Öffnungszeiten im Foyer des KundenCenters der Sparkasse Darmstadt am Luisenplatz zu sehen.

Der Jury des Georg-Moller-Preises 2015 gehörten an: Oberbürgermeister Jochen Partsch, Bau- und Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke, Dr. Dieter von Mackensen, Thomas Lemmermeyer (Bauverein AG), Jochen Krehbiehl, (Stadt Darmstadt), Dr.-Ing. Hans-Jürgen Braun, Professor Anna Jessen und Katharina Oertel (beide TU Darmstadt).

Zum Hintergrund:
Der von der Stadt Darmstadt ausgeschriebene Georg-Moller-Preis wird in Erinnerung an das Werk Georg Mollers für Studierende des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt ausgelobt und für Studienarbeiten vergeben, die sich auf Darmstädter Bau- und Planungsaufgaben beziehen. Der Preis wurde 1989 erstmals verliehen. Seit 2000 wird das Preisgeld von der Bauverein AG gestiftet. Der Preis soll „in schöpferischer Verknüpfung mit Theorie und Praxis die Auseinandersetzung mit realen und städtebaulichen Fragestellungen unserer Stadt fördern“. Zudem soll laut Satzung „das fachliche Gespräch zwischen der Stadt Darmstadt, der Bauverein AG und der Technischen Universität belebt werden“.
Der bedeutende Architekt und Bauforscher Georg Moller (1784-1852) hatte als Leiter des Hessischen Staatsbauwesens mit seinen städtebaulichen Planungen die bürgerlich-klassizistische Struktur des Darmstädter Stadtgrundrisses und das Stadtbild mit wesentlichen Bauwerken maßgebend geprägt.