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Neuaufteilung des Verkehrsraumes in der Dieburger Straße zwischen Wolfskehlstraße und Schumannstraße

(Lea) – Dienstag, 30.03.2021

Oberbürgermeister Partsch: „Müssen dem Radverkehr zwingend den notwendigen öffentlichen Raum zur Verfügung stellen und die Sicherheit für Radfahrende erhöhen“

© Pixabay

Um eine sicherere und regelkonforme Führung für den Rad- und Fußverkehr in der Dieburger Straße zwischen Wolfskehlstraße und Schumannstraße zu erreichen, hat der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt in seiner Sitzung vom Mittwoch (24.) eine Neuaufteilung des dortigen Verkehrsraumes beschlossen.

„Die Dieburger Straße ist ein wichtiger Bestandteil des Hauptradnetzes zwischen Stadtmitte, Martinsviertel und Oberwaldhaus. Gleichzeitig wird sie von der Buslinie F/FU genutzt und ist in ihrer Funktion als Einfallstraße vom Kfz-Verkehr aus Richtung Dieburg und dem Ostkreis stark frequentiert. Die aktuelle und vor allem unzureichende Radverkehrsführung wird von vielen Radfahrenden als gefährlich empfunden – das werden wir mit diesem Beschluss ändern“, sagt Verkehrsdezernent und Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Um unsere Innenstädte wieder lebenswerter zu machen, muss uns die Verkehrswende gelingen. Dafür brauchen wir den Radverkehr zwingend und müssen ihm auch den entsprechenden öffentlichen Raum zur Verfügung stellen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde Verkehrsplanung hauptsächlich für die Interessen des motorisierten Individualverkehrs konzipiert. Daher brauchen wir heute viel Planungsgeschick, um vorhandene Verkehrsstrukturen zu ändern und die notwendigen Maßnahmen zur Stärkung der Radverkehrsinfrastruktur umzusetzen. Gerade in der Dieburger Straße ist das kein einfaches Unterfangen. Wir haben aber eine gute Lösung gefunden, die allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern gerecht wird und die Sicherheit für Radfahrende deutlich verbessert“, erklärt Partsch.

Aktuell sind in der Dieburger Straße beidseitig Radschutzstreifen mit 1,60 Meter Breite ohne den erforderlichen Sicherheitsabstand zum angrenzenden Parkstreifen markiert. Die für Radfahrende sicher nutzbare Breite beträgt je nach angesetztem Sicherheitsabstand nur zwischen 0,85 und 1,10 Meter und es besteht das Risiko von sogenannten Dooring-Unfällen – Unfällen, die beim Öffnen von Autotüren, denen Radfahrende nicht mehr ausweichen können, entstehen.
Auf der Südseite wird zudem hälftig auf dem Gehweg geparkt und der Bewegungsraum für den Fußverkehr eingeschränkt und die verbleibende Restbreite beträgt nur etwa 1,30 Meter.

Eine sicherere und regelkonforme Führung für den Rad- und Fußverkehr ist durch eine Neuaufteilung des Verkehrsraums durch Neumarkierung der Fahrstreifen ohne bauliche Veränderung umsetzbar.

Es wurden verschiedene Varianten geprüft, mit unterschiedlichen Auswirkungen auf das Fahren und Parken in der Dieburger Straße. Umgesetzt werden soll nun ein beidseitiger Radschutzstreifen mit punktueller Rotmarkierung und alternierendem Parken. Zur Verringerung der Geschwindigkeit und besseren Erreichbarkeit der verbleibenden Parkplätze werden die Parkstände wechselseitig angeordnet. Das regelmäßige Verschwenken der Fahrbahn führt zu angepassten Geschwindigkeiten beim Kfz-Verkehr und einer besseren Verträglichkeit zwischen Rad- und Kfz-Verkehr. Um die Sicherheit für den Radverkehr zu erhöhen, werden die Radschutzstreifen im Bereich der Einmündungen rot eingefärbt.

Zudem soll durch eine zusätzliche Sperrfläche mit Baken und Beschilderung ein Überfahren der Radführung durch Autos im Verschwenkbereich verhindert werden. In Abstimmung mit Heag  Mobibus werden diese Einbauten vorerst provisorisch mit Folienmarkierung erfolgen, um die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss der Linienbusse für die Dauer eines halben Jahres im Rahmen eines Verkehrsversuchs zu beobachten. Nach 6 Monaten wird eine Evaluation erfolgen. Sollte es zu größeren Schwierigkeiten im Linienbetrieb kommen, wird der Verkehrsversuch bereits vor Ablauf des vorgesehenen halben Jahres beendet und auf die Sperrflächen verzichtet. Die Sperrflächen können ohne weitere Anpassungen der Planung entfernt werden.

Durch die Ummarkierung verschieben sich die Verkehrsflächen für den Radverkehr in Fahrbahnbereiche mit bereits stark abgenutzter beziehungsweise beschädigter Oberfläche. Aus diesem Grund und um eine bessere Haltbarkeit der Markierung gewährleisten zu können, wird die Fahrbahndecke zwischen der Straße Am Löwentor und Seiterswiesenschleifweg im Zuge der Maßnahme saniert.

In der umgeplanten Dieburger Straße werden je nach Parkpraxis etwa 45 Kfz-Stellplätze zur Verfügung stehen. Eine ausführliche Parkraumuntersuchung erbrachte das Ergebnis, dass das bestehende Parkraumangebot um die Hälfte reduziert werden kann.

Die Parkraumuntersuchung ergab für die Dieburger Straße eine deutliche Zuweisung der Flächen für das Parken durch Markierung. Auf der südlichen Straßenseite fehlt jedoch die Beschilderung, um das Gehwegparken nach Straßenverkehrsordnung (StVO) anzuordnen. Auf der nördlichen Straßenseite wird StVO-konform auf der Straße geparkt.

Die Beobachtungen zu Stellplatzkapazitäten und -nutzung auf Privatgelände legen den Schluss nahe, dass dort ungenutzte Kapazitäten bestehen. Tagsüber ist das Parkraumangebot in der Dieburger Straße zu etwa 80 Prozent nicht voll ausgelastet, nachts sind nur 65 Prozent der Parkplätze belegt. Rund die Hälfte aller Fahrzeuge konnten in der Analyse „Fremdparkern“ zugeordnet werden, gehören also nicht den Anwohnern der Dieburger Straße. Die Zahl an Fremdparkern korreliert nicht mit der Nutzung der dort ansässigen Dienstleistungen oder Praxen. Daher ist davon auszugehen, dass ein Verlagerungseffekt aus angrenzenden Gebieten besteht, der mit der Umsetzung der Maßnahme unterbunden wird.

Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen soll in diesem Jahr erfolgen.

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