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Wissenschaftsstadt Darmstadt zeichnet Professor Dr. Dieter Bingen mit der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung aus

(lea) – Donnerstag, 26.09.2019

OB Partsch: „Auf den Gebieten der Politik und der Kultur zum Wohle der Allgemeinheit verdient gemacht“

Professor Dr. Dieter Bingen © Deutsches Polen-Institut

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat am heutigen Donnerstag (26.) Professor Dr. Dieter Bingen für seine Verdienste um die Stadt und die Förderung der Deutsch-Polnischen Beziehungen mit der Johann-Heinrich-Merck-Medaille ausgezeichnet.

Oberbürgermeister Partsch sagte bei der Verleihung: „Professor Dr. Bingen hat sich als Direktor des Deutschen-Polen-Institut (DPI) seit 1999 auf den Gebieten der Politik und der Kultur zum Wohle der Allgemeinheit verdient gemacht. Er hat in seiner Institutsarbeit immer die Wichtigkeit des Kulturangebots für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Region unterstrichen, war selbst vor Ort mit Vorträgen und Ansprachen aktiv und zeigte weit über unsere Stadtgrenzen hinaus Präsenz bei gesellschaftlichen und politischen Organisationen und Veranstaltungen.“

Durch den Einsatz von Professor Dr. Bingen kamen viele prominente Gäste nach Darmstadt, deren Besuche öffentliche und mediale Aufmerksamkeit erregt haben – etwa die Bundespräsidenten Johannes Rau, Horst Köhler und Christian Wulff oder die polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski und Bronisław Komorowski. Anlass waren die runden Geburtstage des 1980 gegründeten DPI. Bei den „Deutsch-Polnischen Podiumsgesprächen“ im Staatstheater besuchten weitere prominente Gäste wie der ehemalige polnische Staatspräsident und bekannte Gewerkschaftsführer Lech Wałęsa, der ehemalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki, der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek, der ehemalige polnische Außenminister Bronisław Geremek und der ehemalige polnische Außenminister Władysław Bartoszewski die Stadt Darmstadt.

In Umbruchzeiten wurden immer wieder neue Standorte für das DPI vorgeschlagen, u. a. Berlin und Frankfurt (Oder). In diesen Diskussionen hat sich Professor Dr. Bingen immer deutlich zum Standort Darmstadt bekannt und dafür eingesetzt, das Institut in Darmstadt fest zu verankern. Um dem DPI mehr Strahlkraft in die Darmstädter Stadtgesellschaft hinein zu verleihen, wünschte sich Professor Dr. Bingen einen Umzug von der Mathildenhöhe in die Stadtmitte. Dieses Anliegen konnte während seiner Amtszeit mit dem Umzug ins Residenzschloss im Jahr 2016 realisiert werden.
Des Weiteren hat er sich durch seine Teilnahme an Besuchen in Płock und seine Gespräche mit den Stadtpräsidenten sehr für die Städtepartnerschaft zwischen Darmstadt und Płock eingesetzt.
Dieter Bingen wurde 1952 in Köln geboren. 1973 begann er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn sein Studium der Politischen Wissenschaft, Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Soziologie und Erziehungswissenschaften, das er 1978 abschloss. 1977 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt in Polen (PISM/Warschau, Instytut Zachodni, Posen) und promovierte 1979 zum Dr. phil. an der Universität Bonn. 

Die Schwerpunkte seiner Forschung liegen auf der Polnischen Zeitgeschichte und Politik, dem Politischen System Polens, der Religion und Kirche in Polen nach 1945, der Polnischen Außen- und Sicherheitspolitik, den Politischen Systemen und der Systemtransformation in Ostmittel- und Südosteuropa, den Deutsch-Polnischen Beziehungen und der Integrationspolitik in Europa.

Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Wissenschaftlicher Oberrat) war er von 1981 bis 1999 im Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien in Köln (Forschungsbereich II: Ostmittel- und Südosteuropa) tätig. Darüber hinaus war er von 1984 bis 1994 Lehrbeauftragter für Politische Wissenschaft an der Universität Bonn und 1993 Mitglied der deutschen Delegation auf dem CSCE Implementation Meeting on Human Dimension Issues in Warschau.

Seit 2004 ist er als Professor auf dem Gebiet „Kultureller Wandel und gesellschaftliche Transformationsprozesse in Europa“ im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Zittau/Görlitz tätig und seit 2012 als Gastprofessor für Politikwissenschaft an der TU Darmstadt aktiv.

Des Weiteren ist er seit 2003 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Kulturelle Infrastruktur Sachsen, seit 2000 Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und seit 2004 Mitglied der Gesellschaft des Instituts für Mittel-Osteuropa (Instytut Europa Srodkowo-Wschodniej), Lubin.

Außerdem ist er als Mitglied der Jury des Deutsch-Polnischen Preises, des Kuratoriums des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien der Universität Breslau, der Societas Jablonoviana in Leipzig, des Kuratoriums der Freunde und Förderer der Europäischen Akademie Kreisau in Frankfurt, des Kuratoriums der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband sowie des Kuratoriums der Dokumentationsstelle zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland „Porta Polonica“ aktiv.

Prof. Dr. Bingen war von 1995 bis 1998 ständiger Mitarbeiter der Buchkritik der Zeitschrift Internationale Politik.

Für seine Verdienste erhielt Professor Dr. Bingen bereits zahlreiche Auszeichnungen wie das Diplom des Außenministers der Republik Polen „für herausragende Verdienste um die Promotion Polens in der Welt“ (2006), die Medaille LAUDE PROBUS der Stadt Płock (2013), das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2013), die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen (2013) und das Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen (2014).