Zweite Wachstumskonferenz der Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt die Themen Wohnraum, Mobilität und Gewerbe in den Fokus

(dk)

Landkreis und HUB31 unterzeichnen Kooperationsvertrag

Wachstumskonferenz 2025. Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt

Die zweite von der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Kooperation mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, der TU Darmstadt und der Hochschule Darmstadt organisierte Wachstumskonferenz führte auf Initiative von Oberbürgermeister Hanno Benz am heutigen Freitag, 28. November, rund 230 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik zur Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Wachstumsstrategie für Stadt und Region im darmstadtium zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die interkommunale Zusammenarbeit bei den Themen Wohnen, Mobilität und Gewerbe. Im Rahmen der Konferenz unterzeichneten der Landkreis Darmstadt-Dieburg und das Technologie- und Gründerzentrum HUB31 auch einen Kooperationsvertrag. Moderiert wurde die Veranstaltung, bei der auch der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori ein Impulsstatement gab, von Anja Herdel von Darmstadt Marketing und dem Leiter der Abteilung Statistik der Stadt, Dr. Jürgen Schraten.

„Gemeinsam haben wir in unserer heutigen Zusammenkunft erneut gute Ergebnisse für eine konkrete Wachstumsstrategie und die daraus resultierenden Handlungsschritte in Stadt und Region erzielt“, erläuterte dazu Oberbürgermeister Benz. „Dabei haben wir diesmal vor allem Schwerpunkte im Bereich der interkommunalen Zusammenarbeit bei den Themen Wohnraumversorgung, Mobilität und Gewerbeentwicklung gesetzt und dafür sowohl Entscheidungsträger auf kommunaler als auch auf Landesebene adressiert und zielgerichtet in den Prozess eingebunden. Denn eine Stadt ist keine Insel und die Gestaltung von Wachstum kann nur gelingen, wenn sie als gemeinsames Projekt von Stadt und Region betrachtet wird: Soziale Räume, der Ausbau und die Steuerung von Mobilität aber auch wirtschaftliches Wachstum können nur zusammen und nicht getrennt voneinander betrachtet und bearbeitet werden, wenn das Ziel einer lebenswerten, sozial ausgewogenen und resilienten Region für die Menschen erreicht werden soll. Dazu haben wir uns heute ausgetauscht, die Zusammenarbeit weiter intensiviert und neue Impulse gesetzt, die uns einer guten und positiven gemeinsamen Zukunft in Stadt und Region wieder ein Stück näherbringen“, so Oberbürgermeister Benz.

Landrat Klaus Peter Schellhaas führte fort: „Darmstadt und Darmstadt-Dieburg gehören zusammen – wirtschaftlich, räumlich und gesellschaftlich. Die interkommunale Zusammenarbeit weiter auszubauen ist deshalb kein Selbstzweck, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe. Mit neuen Partnerschaften wie dem Kooperationsvertrag mit dem HUB31 stärken wir die Innovationskraft der gesamten Region und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Wachstum und Lebensqualität Hand in Hand gehen.“

Ziel der weiteren Zusammenarbeit ist der „Wachstumsplan 2035“
Ziel der weiteren Entwicklung der Zusammenarbeit ist der „Wachstumsplan 2035“, bei dem die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg erstmals an einem integrierten Zukunftsplan für nachhaltiges Wachstum arbeiten und dies im Rahmen der Wachstumskonferenz noch einmal vertieften. Der Wachstumsplan umfasst die Themen Wirtschaft, Stadtentwicklung, Mobilität, soziale Infrastruktur und Klimaresilienz.

„Ein wesentlicher Meilenstein für den gesamten Wirtschaftsraum Darmstadt-Dieburg war in diesem Zusammenhang die Fusion der Sparkasse Darmstadt und der Sparkasse Dieburg. Beide Sparkassen sind ein wichtiger Teil eines zusammenhängenden Wirtschaftsraums und tief in der Region verwurzelt. Eine zukunftsfähige, stabile und leistungsstarke Sparkasse wird langfristig zur wirtschaftlichen Entwicklung des Wirtschaftsraums Darmstadt und Darmstadt-Dieburg beitragen“, erläuterte Oberbürgermeister Benz. „Weitere wichtige Handlungsfelder in der interkommunalen Zusammenarbeit sind außerdem die Sicherung und Entwicklung von Gewerbeflächen, aktuell etwa beim Airfield in Griesheim oder dem Gehaborner Hof in Weiterstadt.“

Zudem gibt es auch Überlegungen, die vorhandenen Pläne für das Messplatzareal hin zu einer stärkeren gewerblichen Nutzung anzupassen. Am 14. August hat dazu ein Runder Tisch bei der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar mit Beteiligung von IHK und HWK sowie den demokratischen Parteien, die im Stadtparlament vertreten sind, stattgefunden.

Oberbürgermeister Benz betont: „Wir wollen Darmstadt als Ort gestalten, an dem Wissenschaft, Wirtschaft und Lebensqualität Hand in Hand gehen. Das gelingt nur gemeinsam mit der Region und den Menschen, die hier arbeiten und leben.“

Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen Landkreis und HUB31
Die Veranstaltung begann mit einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Benz, der in seiner Ansprache noch einmal die übergeordneten Ziele der gemeinsamen Wachstumsstrategie hervorhob. Im Anschluss verfolgten die Gäste zunächst ein Impulsstatement von Staatsminister Mansoori, bevor sich weitere Vorträge zu den Themen „Wirtschaft im Wandel: Perspektiven und Gewerbeflächenentwicklung für Darmstadts Zukunft“ durch Marion Neumann, Wirtschaftsgeografin und Projektleiterin Prognos AG sowie „Zukunft Mobil – Mobilität im Gleichgewicht“ von Sabrina Hadwiger, stellvertretende Abteilungsleiterin Mobilität, Mobilitäts- und Tiefbauamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt, anschlossen. Dr. Tamara Eschler, Statistikerin des Landkreises, Büro des Landrates Darmstadt-Dieburg, Marie-Luise Seubert, stellvertretende Abteilungsleiterin Statistik und Stadtforschung, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, und Dr. Schraten, Abteilungsleiter Statistik und Stadtforschung im Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, widmeten sich dann dem Thema „Gebäude, Haushalte und Wohnungen in Darmstadt und Darmstadt-Dieburg“.

Nach einer Pause folgte ein Grußwort von Landrat Schellhaas sowie unter dem Motto „Neue Partnerschaft stärkt die Gründerszene in der Region“ die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Landkreis und HUB 31. Dr. Erik Sparn-Wolf, Jenna Reibold und Winfried Hoffmann für die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Darmstadt und Darmstadt-Dieburg sprachen danach zum Thema „Wachsende Stadt, wachsende Verantwortung: Soziale Arbeit als Schlüssel einer solidarischen Stadt“ und Sybille Wegerich, Vorstand bauverein AG Darmstadt, zum Thema „Wachstum der Stadt zwischen Kosten, Wohnungszahl und Refinanzierung – Komplexität und Abwägungen“.

Ab Mittag hatten die Gäste die Möglichkeit, sich in verschiedenen Gesprächsrunden zur Herausforderung der Wohnraumversorgung mit Akteuren aus Hochschulen, Wirtschaft und Gewerkschaften und zum Thema „Verbinden. Stärken. Wachsen.“ über die Fusion der Sparkasse Darmstadt und der Sparkasse Dieburg mit Dr. Sascha Ahnert, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Darmstadt, und Markus Euler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dieburg, auszutauschen und einzubringen.

Abgerundet wurde die zweite Wachstumskonferenz von den Abschlussstatements von Oberbürgermeister Benz und Landrat Schellhaas und einem anschließenden Get-together.

Hintergrund: Der Wachstumsplan 2035
Der Wachstumsplan 2035 wird die neue Stadtentwicklungsstrategie für Darmstadt. Sie stellt die Stadt in den Kontext der Region, insbesondere in Verbindung zum Landkreis Darmstadt-Dieburg aber auch weitere Darmstadt umgebende Landkreise. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt selbst wird hierbei in ihrer ganzen Bandbreite und unter Einbeziehung der gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure und aller Stadtteile beteiligt. Der Wachstumsplan umfasst neue Projekte und Maßnahmen, von denen die ersten bereits angestoßen und auf den Weg gebracht worden sind, und soll künftig die flexibel anpassbare, aber auch greifbare Struktur darstellen.