"Cities for Life – Städte für das Leben / Städte gegen die Todesstrafe"

(stip)

Wissenschaftsstadt Darmstadt beteiligt sich am 30. November am internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe.

Quelle: Dabarti CGI

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt beteiligt sich am Sonntag, 30. November, am 23. internationalen Aktionstag „Cities for Life – Städte für das Leben / Städte gegen die Todesstrafe” der internationalen Gemeinschaft Sant’Egidio. Dazu erklingt um 12 Uhr im Glockenspiel des Residenzschlosses eine Auswahl von Liedern, die sich mit den Themen Tod und Sterben befassen.

Oberbürgermeister Hanno Benz zur Bedeutung dieses Aktionstages: „Nach wie vor fallen jedes Jahr Hunderte Menschen willkürlichen Hinrichtungen zum Opfer. Gerade in der Gegenwart, die von Kriegen und deren Folgen geprägt sind, vermehren sich Tendenzen, die Todesstrafe einzusetzen oder gar wiedereinzuführen. Dies kann und will die Wissenschaftsstadt Darmstadt nicht akzeptieren. Daher unterstützen wir – mit vielen anderen Kommunen weltweit – das Bündnis der Gemeinschaft Sant’Egidio und dessen Forderung nach einer Abschaffung der Todesstrafe.“

Grund zur Hoffnung für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe geben einzelne Entwicklungen in der jüngsten Vergangenheit. Im Dezember 2024 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen erneut eine Resolution über ein universales Moratorium der Todesstrafe – diesmal mit der bislang größten Zustimmung von 130 Ja-Stimmen. Zudem traten in Pakistan (Juli 2024) und in Vietnam (Juni 2025) Gesetze in Kraft, die die Todesstrafe für einzelne Delikte abschaffen.

Zwar verhängen immer weniger Staaten die Todesstrafe, doch die Zahl der vollstreckten Hinrichtungen stieg laut Amnesty International im Jahr 2024 erneut – auf mindestens 1.518. Beispielsweise wurden im Sudan, Südsudan und in Uganda nach mehrjähriger Pause im Jahr 2024 wieder Todesurteile verhängt. Teilweise können regimekritische Äußerungen ein Todesurteil nach sich ziehen, wie etwa in Myanmar. Zudem vollziehen einzelne Staaten weiterhin die Hinrichtung von Minderjährigen, was einen Verstoß gegen das internationale Recht darstellt.

Die christliche Laienbewegung Sant’Egidio engagiert sich seit 1998 gemeinsam mit der „World Coalition against the Death Penalty“ für Frieden und Gerechtigkeit und gegen die Todesstrafe. Inzwischen ist die Gemeinschaft in etwa 70 Ländern aktiv.

Der 30. November wurde im Jahr 2002 als internationaler Aktionstag „Cities for Life“ festgelegt, weil am 30. November 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Mittlerweile handelt es sich dabei um die weltweit größte Mobilisierung von Städten für die Achtung der Menschenrechte. In Deutschland beteiligen sich rund 300 Kommunen an dem Aktionstag. Weitere Informationen sind über die Websites www.santegidio.org und http://nodeathpenalty.santegidio.org/en abrufbar.

Weitere Informationen über die Beteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt am Aktionstag gibt das Amt für Gremiendienste, Protokoll und Internationales (Kontakt: international@darmstadt.de).