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Wissenschaftsstadt Darmstadt und Russische Föderation weihen Gedenktafel für Großfürstin Elisabeth ein

(DK) – Donnerstag, 01.11.2018

OB Partsch: „Dokument der historisch gewachsenen freundschaftlichen Beziehungen und Würdigung einer großen Tochter Darmstadts und bedeutenden Persönlichkeit der russischen Geschichte“

Oberbürgermeister Jochen Partsch bei seiner Ansprache © Wissenschaftsstadt Darmstadt / Daniel Klose

Anlässlich des Geburtstages von Großfürstin Elisabeth am 1. November 1864 haben die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Russische Föderation bei einer gemeinsamen Feierstunde am heutigen Donnerstag, 1. November, eine Gedenktafel am ehemaligen Prinz-Carl-Palais, dem Geburtshaus Elisabeths eingeweiht. Oberbürgermeister Jochen Partsch und der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, S.J. Netschaew, enthüllten dabei die neue Gedenktafel. Im Rahmen der Feierstunde sprachen außerdem Donatus, Landgraf von Hessen, Birgit Büttner, Erste Direktorin und Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen, in deren Besitz das ehemalige Prinz-Carl-Palais und heutige Kulturdenkmal ist sowie der Vorsitzende der ‚Kaiserlich Orthodoxen Palästina-Gesellschaft‘, S.J. Stepaschin.  

Oberbürgermeister Partsch betonte im Rahmen der Veranstaltung: „Es ist mir ein persönliches Anliegen, die historisch gewachsenen und auch in der Gegenwart auf vielen Ebenen gelebten freundschaftlichen Verbindungen zwischen Darmstadt und Russland zu stärken. Mit der Errichtung dieser Gedenktafel dokumentiert die Wissenschaftsstadt Darmstadt diese Freundschaft und sie ehrt und würdigt Großfürstin Elisabeth als eine große Tochter Darmstadts und bedeutende Persönlichkeit der Russischen Geschichte.“
Der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej Netschaew, erklärte dazu: „Die Bemühungen der geistlichen Nachfolger der Großfürstin (der Kaiserlichen Orthodoxen Palästina-Gesellschaft) sowie der Respekt, den Darmstadt von ihr hegt, sind von großer symbolischer Bedeutung für die Anerkennung ihrer Tätigkeit. Sie werden jedem Besucher dieser wunderbaren Stadt helfen, geistlich das Symbol der menschlichen Werte, die keine politischen Grenzen kennen, zu erleben.“

Die Inschrift der neuen Gedenktafel mit einem Abbild von Großfürstin Elisabeth lautet: ‚Geburtshaus von Jelisaweta Fjodorowna (01.11.1864 - 18.07.1918), Prinzessin von Hessen und bei Rhein, Großfürstin und Märtyrerin. Gestiftet von der Russischen Föderation und der Wissenschaftsstadt Darmstadt‘.

Elisabeth von Hessen-Darmstadt wurde am 1. November 1864 als zweite Tochter des großherzoglichen Paares Ludwig IV. und Alice von Hessen-Darmstadt und somit als Enkelin von Queen Victoria geboren. Sie war die Schwester des späteren Großherzogs Ernst Ludwig (1868-1937) und der späteren letzten Zarin von Russland, Alexandra (1872-1918). Durch Heirat mit Großfürst Sergei Alexandrowitsch Romanow wurde Elisabeth 1884 auch selbst Mitglied der kaiserlichen Familie von Russland, wo sie den Namen Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna führte. Nachdem ihr Mann 1905 einem Attentat zum Opfer gefallen war, wandte sie sich verstärkt der russisch-orthodoxen Kirche zu, in die sie 1891, obwohl protestantisch erzogen, übergetreten war. Sie gründete das Martha-Maria-Kloster in Moskau und stand ihm als Äbtissin vor. In den Wirren des Bürgerkriegs wurde sie 1918 zusammen mit anderen Mitgliedern der Zarenfamilie verbannt und ermordet. Heute wird sie in der russisch-orthodoxen Kirche als Neumärtyrin und Heilige verehrt. Auch die anglikanische Staatskirche nennt sie eine Märtyrerin des 20. Jahrhunderts und widmete ihr ein Bildnis am Westportal der Westminster Abbey in London.