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Wissenschaftsstadt Darmstadt erhält Zuschlag für neues Förderangebot „Sozialwirtschaft integriert“

(PSD) – Dienstag, 24.07.2018

Sozialdezernentin Barbara Akdeniz: „Wichtige Förderung, die die Chance bietet, die Potentiale und beruflichen Perspektiven von Migrantinnen und Migranten zu nutzen, um dem Fachkräftemangel in der Sozial- und Gesundheitsbranche zu begegnen“

v.l. Britta Uihlein (Baff-Frauenkooperation gGmbH), Sozialdezernentin Barbara Akdeniz, Stefan Grüttner (Hessischer Minister für Soziales und Integration), Karin Wyschka (Sozialdezernat) © Wissenschaftsstadt Darmstadt

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat als einer von 7 Projektträgern den Zuschlag für das arbeitsmarktpolitische Projekt „SoWirt’s – Sozialwirtschaft integriert“ erhalten. Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, hat heute im Hessischen Landtag die Förderzusage an Sozialdezernentin Barbara Akdeniz übergeben.
Mit dem Förderinstrument „Sozialwirtschaft integriert“ fördert das Land gute Ideen, die dazu beitragen, dass Menschen mit Migrationshintergrund, darunter insbesondere auch Geflüchtete, dabei unterstützt werden, eine Ausbildung im Bereich der Sozialwirtschaft erfolgreich zu absolvieren und anschließend in der Sozialwirtschaft als Fachkraft tätig zu werden.
„Die Berufe der Sozialwirtschaft sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“, unterstrich der Arbeitsminister und stellte dabei die Bereiche Pflege, Kinderbetreuung sowie die Gesundheitsfachberufe besonders heraus. „Es gibt zu viele Menschen, die wegen fehlender Abschlüsse bisher nicht in diese Berufen arbeiten können, die aber eine hohe Affinität und Motivation für diese Berufe mitbringen.“
Im Landeshaushalt 2018/2019 werden für die Umsetzung über 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, knapp 1,5 Millionen Euro fließen nun in das Darmstädter Vorhaben, das in den nächsten 5 Jahren gemeinsam mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg umgesetzt wird.

Das Projekt „SoWirt's“ verfolgt das Ziel, Männer und Frauen mit Migrations- und Fluchthintergrund in die Lage zu versetzen, eine Ausbildung in den Bereichen Altenpflege, Gesundheit und Erziehung erfolgreich zu durchlaufen. Den Teilnehmenden wird Grundlagenqualifizierung, Praxiserfahrung, Vermittlung in Ausbildung und sozialpädagogische Begleitung angeboten. Berufsbezogene Sprachförderung und interkulturelle Kompetenzen gehören ebenso zu den vermittelten Inhalten wie der Umgang mit digitalen Medien. Wichtig ist außerdem die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erwerben. Auch während der anschließenden Ausbildung werden Teilnehmende und Ausbildungsstätten bis zum erfolgreichen Abschluss unterstützt.
Die modulare und bedarfsorientierte Qualifizierung und Begleitung wird von der BAFF Frauen-Kooperation gGmbH übernommen. Der erfahrene Träger ist seit langem im Bereich Arbeitsmarktintegration, gerade auch in den Sozialberufen, tätig und gut in Darmstadt vernetzt.

Das Zusammenwirken vieler verschiedener Partnerinnen und Partner ist ein zentraler Bestandteil von „SoWirt’s“. Damit die Integration in die Sozialwirtschaft gelingt und der Fachkräftemangel in der Region verringert werden kann, wurde ein breites Bündnis gebildet. Die Berufsfachschulen und Arbeitgeber der Sozialwirtschaft in Darmstadt, das Jobcenter Darmstadt und die Kreisagentur für Beschäftigung des Landkreises Darmstadt-Dieburg sind sehr motiviert, gemeinsam mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt einen Beitrag zu leisten.
„Wir sehen hier eine Win-Win-Situation“ erläutert Sozialdezernentin Akdeniz. „Bei den Migrantinnen und Migranten in unserer Region finden wir viel Potential und auch ein hohes Interesse für diese Berufe. Unser Vorhaben zielt darauf, diese Potentiale für die Bedarfe der Sozialwirtschaft zu erschließen. Wir können damit an unseren kommunalen Aktivitäten zur Verbesserung der personellen Situation, besonders im Bereich Pflege, anknüpfen.
Und für die Einrichtungen liegen Chancen nicht nur darin, Lücken durch Neuzugewanderte zu schließen, sondern auch für die eigene Weiterentwicklung, zum Beispiel zum Zukunftsthema kultursensible Pflege. Wir freuen uns darauf, jetzt dank der Förderung des Landes Hessen durchzustarten“. Abschließend erläutert Sozialdezernentin Akdeniz: „Das Projekt ist ein gutes Signal in Zeiten, in denen überwiegend über Probleme und Krisen der Asylpolitik diskutiert wird. Vielmehr zeigt sich, dass das zentrale Thema Integration mit konkreten Maßnahmen gelebt werden muss und Chancen und Möglichkeiten für Teilhabe, Bildung und Arbeitsaufnahme von zentraler  Bedeutung sind. Dass das Land das Projekt „Sozialwirtschaft integriert“ auflegt ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“
Das Projekt beginnt zum 1. September 2018 mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Nähere Informationen erteilt das Sozialdezernat, Frau Karin Wyschka, Telefon 06151/13-2865.