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Wissenschaftsstadt Darmstadt bereitet Umsetzung der Landesinitiative zur Kinderbetreuung vor

(DK) – Donnerstag, 26.04.2018

Stadträtin Akdeniz: „Begrüßen die Landesinitiative zu sechs Stunden entgeltfreier Kita und Qualitätssteigerung und setzen sie transparent um“

Sozialdezernentin Barbara Akdeniz. © li.fe

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bereitet derzeit die Umsetzung einer Initiative der Hessischen Landesregierung zur Kinderbetreuung vor. Die Initiative sieht vor, die Betreuung für sechs Stunden für Kinder im Alter von 3 bis 6,5 Jahren (Ü3) mit Beginn des Kindergartenjahres 2018/19 für Familien entgeltfrei zu stellen. Die vorgesehene Gesetzesänderung macht die Anpassung des Betreuungsvertrags der Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie die Überarbeitung der Entgeltstruktur in städtischen Tageseinrichtungen notwendig, um die Entgelte an die Vorgaben des Landes anzupassen.

„Wir haben in einem umfangreichen und transparenten Abstimmungsprozess die Akteure und Akteurinnen in der Darmstädter Kinderbetreuung bei der Ausarbeitung der nun vorliegenden Vorlage beteiligt und deren Anforderungen eingebunden. Gleichzeitig war es uns bei der Neugestaltung der Betreuungsverträge und Entgeltordnung wichtig, diese an aktuelle Entwicklungen anzupassen“, erklärt dazu Barbara Akdeniz, Sozialdezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Neustrukturierung der Betreuungsentgelte. „So wurden aus den Zukaufstunden Module konstruiert, die ebenfalls eine hohe Flexibilität gewährleisten, gleichzeitig aber auch den aufwendigen Abrechnungsaufwand reduzieren. Die künftigen Module variieren in der wöchentlichen Betreuungszeit und basieren dabei auf den Betreuungszeitkategorien des Kinderförderungsgesetzes.“
Damit eine entsprechende Umstellung der Verträge noch vor dem neuen Kindergartenjahr wirksam werden kann, sind die bestehenden Verträge seitens der Stadt kurzfristig gekündigt worden. Stadträtin Akdeniz weist daher ausdrücklich darauf hin, dass jedes Kind, das
aktuell in einer Kita betreut wird, auch nach dem 01. August 2018 betreut wird. „Der Betreuungsvertrag schlägt eine Reduzierung der Hortzeiten auf das Grundschulalter vor, künftig sollen Kinder bis zur 4. Klasse in Horten betreut werden. Für Eltern von Kindern in der 4. und 5. Klasse werden Lösungen gefunden, da die aktuelle Kündigung für einige kurzfristig zu bewerkstelligen wäre. Die Leitungskräfte in den Einrichtungen und Mitarbeitende im Jugendamt stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung“, so Akdeniz.

„Alle Veränderungen wurden transparent und vollständig den Entscheidungs- und Beteiligungsgremien vorgetragen“, erläutert Akdeniz weiter. So wurden Anregungen der Leitungen der städtischen Kitas ebenso berücksichtigt wie Verbesserungsvorschläge des Hauptelternbeirates, des Fachausschusses für Familie und Kinderbetreuung sowie abschließend im Rahmen des Beschlusses des Jugendhilfeausschusses am 21. März 2018. Der Magistrat hat dem Vorhaben in seiner Sitzung am 18. April 2018 zugestimmt, der Sozialausschuss und die Stadtverordnetenversammlung werden sich am 26. April bzw. 17. Mai mit der Vorlage befassen.

„Flexibilität und Familienfreundlichkeit stehen bei den neuen Regelungen weiterhin im Vordergrund. Familien mit Kindern im Kindergartenalter werden finanziell spürbar entlastet. Auch wenn die Entgelte für Krippen- und Hortbetreuung angehoben werden, rangieren die
Darmstädter Entgelte immer noch weit unter denen vergleichbarer Städte in Hessen“, so Stadträtin Akdeniz. Eine Familie, deren Kind 2 Jahre in die Krippe und 3 Jahre in den Kindergarten gehen wird, spart im Verhältnis zu heute künftig ca. 4.500 Euro im Betreuungsverlauf, wenn die Kinder 6 Stunden täglich die Einrichtung besuchen, bei einem 8-Stunden-Modul bedeutet das eine Ersparnis für die Eltern in Höhe von knapp 3.100 Euro und auch bei einem 10-Stunden-Kontingent (also bis zu 50 Stunden/Woche) zahlen die Eltern über die Jahre der Betreuung hinweg ca. 1.600 Euro weniger als aktuell. „Das ist eine gute Nachricht für die Eltern, die mit dem Rechtsanspruch auf einen Krippen- und Kindergarten nicht nur die gute Qualität, sondern auch angemessene Entgelte erwarten können.“

Die Eltern wurden über die bevorstehenden Veränderungen verbunden mit der Kündigung des Bestandsvertrages informiert. Die neuen Verträge werden, die Beschlüsse der städtischen Gremien vorausgesetzt, ab dem 18.05.2018 vom Jugendamt verschickt. Der Rücklauf der unterschriebenen Verträge soll bis 15.06.2018 abgeschlossen sein. Fragen der Eltern zu den neuen Regelungen werden von den jeweiligen Kita-Leitungen oder dem Jugendamt beantwortet. Entsprechende Kontaktdaten wurden allen Eltern mitgeteilt.

Die Veränderungen im Hortbereich betreffen neben der Angleichung der Entgeltstruktur an die der Schulkindbetreuung auch die Verweildauer der Kinder im Hort. Diese wird künftig auf die Zeit der Grundschule begrenzt, da viele Kinder in weiterführenden Schulen über die dortige
Nachmittagsbetreuung Angebote erhalten können. „Jedes Kind, das aktuell in einem städtischen Hort betreut wird und in diesem Jahr auf eine weiterführende Schule wechselt und keinen Platz in der dortigen Schulkindbetreuung erhält, wird auch im kommenden ‚Hortjahr‘ einen Platz erhalten“, erläutert Barbara Akdeniz.

Die Dynamisierung der Betreuungsentgelte (Erhöhung um 2 Euro/Jahr) im Bereich der Krippe und des Kindergartens gilt weiterhin, um den allgemeinen Kostensteigerungen auch langfristig Rechnung zu tragen. Die künftige Entwicklung der Hortengelte ab dem Jahr 2019/2020 wird über einen gesonderten Beschluss der Gremien festgelegt.

Durch die Teilnahme an den Qualitätsstandards in der Kinderbetreuung der Wissenschaftsstadt Darmstadt haben sich diverse freie Träger verpflichtet, ihre Betreuungsentgelte den jeweils gültigen städtischen Betreuungsentgelten anzupassen. Die Veränderungen treffen dadurch auch
auf diese Träger zu. Neben der Entgeltfreiheit ab 3 Jahren für 6 Stunden hat die Landesregierung auch finanzielle Unterstützung bei der Qualität der Angebote zugesagt. „So werden die Qualitätspauschalen für die Kitas, die nach dem  Hessischen Erziehungs- und Bildungsplan arbeiten,  erhöht und fließen damit direkt der Qualitätserhöhung in den Einrichtungen zu. Die aktuelle Pauschale in Höhe von 100 Euro/Jahr/Kind wird sich in 2018 auf 170 Euro und im Jahr 2019 auf 225 Euro erhöhen.
„Mit dem neuen Gesetz gehen wir einen Schritt in die Beitragsfreiheit für Kinderbetreuung und halten gleichzeitig die hohe Qualität der Angebote. Mit den aktuellen Ausbauschritten in der U3- und Kindergartenversorgung werden wir den Bedarf an Plätzen sukzessive weiterhin verbessern und so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen“, fasst Sozialdezernentin Akdeniz abschließend zusammen

Die Vorlage mit Anlagen ist unter dem Link  https://darmstadt.more-rubin1.de/beschluesse_details.php?vid=310904100105&nid=2018-SozialA-118&suchbegriffe=&select_gremium=&select_art=&status=1&x=13&y=6
zu finden.