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Stille Kranzniederlegung am 17. September / Gedenken an Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich, Großherzogin von Hessen und bei Rhein, anlässlich ihres 150. Geburtstages

(PSD) – Donnerstag, 16.09.2021

Oberbürgermeister Partsch: „Eine beeindruckende Persönlichkeit, deren Wirken auch heute noch Beispiel und Vorbild ist“

Rosenhöhe in Darmstadt © Ulrich Mathias

In Gedenken an Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich, Großherzogin von Hessen und bei Rhein, wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt anlässlich ihres 150. Geburtstages am 17. September 2021 an ihrem Ehrengrab auf der Rosenhöhe eine Blumenschale niederlegen.

„Großherzogin Eleonore war eine Frau, die in ihrer Zeit viel vorangebracht und bewegt hat. Insbesondere ihr soziales und karitatives Engagement, ihr Eintreten für die Schwächeren und ihr Einsatz für Kinder und Frauen beeindruckt bis heute. Gleichzeitig verdanken wir Darmstädterinnen und Darmstädter ihrer Hochzeit mit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein das heutige Wahrzeichen unserer Stadt – den von Joseph Maria Olbrich entworfenen Hochzeitsturm, den die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger dem Brautpaar anlässlich der Vermählung 1905 geschenkt haben. Somit sollten wir ihrer nicht nur anlässlich ihres 150. Geburtstages gedenken, sondern uns auch beim Anblick dieses einmaligen Gebäudes immer wieder daran erinnern, was für eine außergewöhnliche und engagierte Frau sie war und dass ihr soziales und verantwortungsvolles Handeln uns auch heute noch Vorbild und Beispiel sein sollte“, sagt Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch.

Eleonore Ernestine Marie Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich wurde als viertes Kind des Solmsers Fürstenpaars am 17. September 1871 in Lich geboren und wuchs mit sechs Geschwistern in der oberhessischen Standesherren-Residenz auf.

Am 2. Februar 1905 heiratete sie Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (1868 bis 1937), nach dessen Scheidung von seiner ersten Frau Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha.

Als Großherzogin führte Eleonore das karitative Engagement, das ihre Schwiegermutter Großherzogin Alice bereits begonnen hatte, fort und setzte dabei auch neue Akzente. So wurde bereits 1905 die ,Eleonoren-Heilstätte‘ für lungenkranke Frauen in Winterkasten für den ,Heilstättenverein‘ errichtet.

Im November 1906 brachte sie den Thronfolger Georg, zwei Jahre später Prinz Ludwig zur Welt. Die Geburt ihres ersten Sohnes war auch Anlass zur Gründung der ,Ernst Ludwig und Eleonoren-Stiftung‘, die als ,Großherzogliche Zentrale für Mütter- und Säuglingsfürsorge‘ die Säuglingssterblichkeit verringern wollte. So wurden Pflegerinnen, sogenannte ,Eleonorenschwestern‘, ausgebildet, die die Wöchnerinnen besuchten und berieten. Gleichzeitig wurde so auch gespendete Säuglingsausstattung an bedürftige Familien verschenkt. Schließlich gründete sie 1911 das ,Eleonorenheim‘, ein Säuglings- und Kinderkrankenhaus. 1912 übernahm Eleonore überdies den Vorsitz des ,Alice Frauenvereins für Krankenpflege‘ samt der inzwischen dem Roten Kreuz angeschlossenen ,Alice-Schwesternschaft‘. Die ihr schon 1905 zugewachsene Arbeit im ‚Alice-Verein für Frauenbildung‘ lebt bis heute in der ‚Alice-Eleonoren-Schule‘ weiter.

Während der Abwesenheit des Großherzogs im Ersten Weltkrieg übernahm Eleonore die Regierungsgeschäfte. Als Schwester Marie getarnt fuhr sie gelegentlich selbst mit dem ,Lazarettzug Großherzogin von Hessen‘ in die Frontgebiete.

Kurz nach dem Tod Ernst Ludwigs am 9. Oktober 1937 kam Eleonore zusammen mit ihrem ältesten Sohn Georg Donatus, dessen Gattin Cäcilia sowie ihren Enkelkindern Ludwig und Alexander ums Leben. Die Familie war am 16. November 1937 mit einem belgischen Verkehrsflugzeug auf dem Weg nach London. Dort erwartete man sie zur Hochzeit des zweiten Sohnes Ludwig. Bei Steene nahe Ostende stürzte das Flugzeug ab. Alle Fluggäste und die Besatzung kamen ums Leben. Am 23. November erfolgte die Beisetzung der fünf Verunglückten zusammen mit dem verstorbenen Ernst Ludwig im Park Rosenhöhe in Darmstadt.

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