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Ökologisch Wohnen im Bestandsquartier: Forschungsprojekt des Öko-Instituts auch in der Wissenschaftsstadt Darmstadt

(PSD) – Freitag, 09.10.2020

OB Partsch: „Nachhaltige Entwicklung der Quartiere im Bestand ist wichtiges Handlungsfeld für das Darmstadt von morgen“

© Pixabay

Seit April 2020 forscht das Öko-Institut am Beispiel zweier Quartiere in der Schwarmstadt Darmstadt – dem Martinsviertel sowie Kranichstein-Süd –  am Projekt „Transformative Strategien einer integrierten Quartiersentwicklung“, kurz TRASIQ 2, um zu untersuchen, wie städtische Quartiere nachhaltig umgestaltet werden können. An dem Projekt sind neben der Wissenschaftsstadt Darmstadt das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) und die Agentur „Team Ewen“ beteiligt; das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt.

„Darmstadt ist ein gesuchter Ort zum Leben und Arbeiten. Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist hoch. Die nachhaltige Gestaltung und Weiterentwicklung der Quartiere im Bestand ist deshalb ein wichtiges und oftmals unterschätztes Handlungsfeld einer klugen und ausgewogenen Strategie für das Darmstadt von Morgen“, sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch im Hinblick auf das Projekt. „Aber die Ergebnisse werden nicht nur für uns in Darmstadt interessant und hilfreich sein. Auch über unsere eigenen Stadtgrenzen hinaus werden mit großer Sicherheit spannende Ansätze für die zukunftsfähige Entwicklung von Städten erarbeitet“, erklärt Partsch weiter.

Im Fokus des Projektes stehen die Forschungsthemen Mobilität, Wärmeversorgung und effiziente Wohnraumnutzung. Für klimaschonendes Wohnen ist die Wärmeversorgung ein wichtiger Schlüssel. Wie und wo lässt sich beispielsweise Fernwärme in Bestandsimmobilien ausbauen? Wie kann der Anteil erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung erhöht werden? Auch die Größe der Wohnfläche trägt dazu bei, wie umweltfreundlich ein Mensch wohnt. Was muss getan werden, dass Menschen durch intelligenten Wohnungstausch die Wohnfläche zur Verfügung haben, die sie in ihrer jeweiligen Lebensphase gerade brauchen? Wie können Quartiere so umgestaltet werden, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Mobilität ökologisch gestalten können?

Die Bürgerbeteiligung spielt dabei eine große Rolle, da Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einbezogen werden. Das neu entwickelte Beteiligungsinstrument der „Planungsforen“ macht es möglich, chancengleich ausgewählte Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichen Sichtweisen und Interessen in den Prozess einzubinden – aus der Anwohnerschaft, aus der Gesamtstadt und aus Zuzugswilligen.

Im September haben die Projektpartner gemeinsam mit Akteuren aus dem Stadtplanungsamt, dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung und dem Mobilitätsamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Stadt- und Verkehrsplanung, der HEAG mobilo, der bauverein AG, der GHW Wohnungsgesellschaft Hessen, dem Mieterbund und dem Büro der Bürgerbeauftragten bei einem Workshop erste Ideen für die beiden Quartiere erarbeitet und ausgetauscht.

Ziel des Projektes ist es, die Ergebnisse aus dem vorangegangenen Projekt TRASIQ 1, bei dem ein neu zu errichtendes Quartier auf einer Konversionsfläche betrachtet wurde, nun auf die Transformation zweier bereits bestehender Quartiere zu übertragen. „Die Herausforderung ist dabei, dass die erfolgreiche Umsetzung von Transformationsprozessen in Bestandsquartieren schwieriger ist als in Neubauquartieren. Denn dort kann konzeptionell und baulich bei Null begonnen werden, in Bestandsquartieren sind die städtebaulichen Gegebenheiten und die Menschen vor Ort der Ausgangspunkt“, sagt Projektleiter Dr. Matthias Buchert vom Öko-Institut.

Letztendlich sollen sogenannte „Fahrpläne“ entstehen, die auf andere Viertel und Städte übertragen werden können. Die Idee ist angelehnt an die schon existierenden Sanierungsfahrpläne für Wohngebäude. Darin werden den Gebäudeeigentümern die Schritte einer energetischen Sanierung bis hin zum klimaneutralen Gebäude aufgezeigt. „Diese Idee wird hier weiterentwickelt: Zum einen wird sie auf Quartiere übertragen und zum anderen können über die energetische Perspektive hinaus weitere Nachhaltigkeitsaspekte, wie Flächennutzung, Mobilität, Ressourcennutzung, Treibhausgase, aufgegriffen werden“, sagt Sebastian Eichhorn vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung.

Das neu zu entwickelnde Quartier aus TRASIQ 1 ist das Ludwigshöhviertel in Darmstadt. Aus dessen Planung ist ein Online-Bewertungsinstrument hervorgegangen, das der kommunalen Verwaltung, interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Investorinnen und Investoren und Entscheidungsträgerinnen und -trägern als zusätzliche Informationsquelle dient. „In den Planungsforen wurden diese Zielgruppen in die Bewertung und Lösung möglicher Zielkonflikte nachhaltiger Quartiersentwicklung einbezogen“, sagt Dr. Christoph Ewen, der das Projekt für Team Ewen begleitet hat und ebenso bei TRASIQ 2 beteiligt ist.

Ausgangspunkt für TRASIQ 1 war, dass Fachverwaltungen, zukünftige Investoren, aber auch Versorger, Dienstleister und zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner jeweils eigene Vorstellungen und Ziele für ein Viertel haben. Oft werden Planungen erstellt, ohne sich untereinander abzustimmen und ohne die Effekte auf die Nachhaltigkeit zu kennen. Für den Aufbau eines nachhaltigen Stadtteils ist jedoch ein gemeinsamer Ansatzpunkt unabdingbar – darauf zielte die Forschung bei TRASIQ 1 ab.

Weitere Informationen zu den Projekten TRASIQ 1 und TRASIQ 2 gibt es auf www.trasiq.de.

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