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Neujahrsempfang der Wissenschaftsstadt Darmstadt

(Ono) – Sonntag, 20.01.2019

Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Stehen vor atemberaubenden Aufgaben“ / Lob für die Stadtwirtschaft: „Wir organisieren Daseinsvorsorge“ / ICE-Halt ist „Darmstadts wichtigstes Infrastrukturprojekt“

Oberbürgermeister Jochen Partsch bei seiner Ansprache zum Neujahrsempfang 2019 der Wissenschaftsstadt Darmstadt am 20. Januar © Wissenschaftsstadt Darmstadt/Daniel Klose

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hatte bei ihrem Neujahrsempfang am Sonntag, 20. Januar 2019, im Darmstadtium über sechshundert Bürgerinnen und Bürger zu Gast, darunter Vertreter von Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, den Kirchen, Sport und Kultur.

In seiner Neujahrsrede ermunterte Oberbürgermeister Jochen Partsch die Darmstädterinnen und Darmstädter, sich vom gesellschaftlichen und technologischen Wandel sowie von den aktuellen politischen Krisen, die Europa und die Welt beschäftigen, nicht entmutigen zu lassen – sondern vielmehr zuversichtlich, mit Mut und Entschlossenheit die Chancen zu ergreifen, die ihnen gerade eine Stadt wie Darmstadt bietet. Partsch sprach damit auch die vielen Neubürgerinnen und Neubürger an, die sich in den vergangenen zwölf Monaten für Darmstadt als ihre neue Heimat entschieden haben. Denn erneut ist Darmstadts Einwohnerzahl gewachsen – zum Jahreswechsel betrug sie 161 843 und damit etwa 1200 als zwölf Monate zuvor. Dass sich junge Menschen, junge Akademikerinnen und Akademiker zumal, für Darmstadt als Lebensort entscheiden, hänge, so Partsch, nicht zuletzt mit dem breit gefächerten Angebot an hoch qualifizierten Forschungs- und Arbeitsplätzen zusammen – beispielsweise bei der in Darmstadt prominent vertretenen Branche Daten- und Cybersicherheit: „Immer mehr junge Gründerinnen und Gründer wollen mit ihren Ideen hier in Darmstadt Fuß fassen. Unser erst im letzten Jahr an den Start gegangenes Innovations- und Technologiezentrum HUB 31 ist schon nach kürzester Zeit an seine Kapazitätsgrenzen gelangt. Wir sind förmlich überrannt worden. Auch das Gründerzentrum in der Robert-Bosch-Straße platzt aus allen Nähten.“ Das sei, so Partsch, „das Ergebnis einer langfristig angelegten Wirtschaftsförderung“.

Freilich – die Attraktivität als Forschungs- und Entwicklungsstandort fordert auch die Stadt selbst. „Die anstehenden Aufgaben“, folgerte OB Partsch, „sind spannend und atemberaubend. Auch in Darmstadt spüren wir die ungeheure Dynamik und die zunehmende weltweite Veränderungsgeschwindigkeit. Unternehmen, die umstrukturieren oder hier in neue Standorte investieren wollen junge, gut ausgebildete Menschen, die zum Studieren oder Arbeiten nach Darmstadt kommen – und bleiben wollen. Ihnen müssen wir ebenso Wohnraum anbieten wie den Unternehmen Gewerbeflächen.“

Dass Darmstadt dafür beste Voraussetzungen bietet, schilderte Partsch am Beispiel der Stadt-wirtschaft, also der Tochtergesellschaften unter kommunaler Regie, angefangen vom städtischen Wohnungsbauunternehmen Bauverein AG über das Klinikum und den Energieversorger Entega bis zum Verkehrsbetrieb Heag Mobilo. „Hamburg und Berlin haben neue Stadtwerke gegründet, nachdem sie ihre Anteile vorher verkauft hatten. Berlin will seine vormals an einen privaten Immobiliendienstleister verkauften Wohnungen zurückkaufen“, sagte der Oberbürgermeister. „Das sind klare Signale, dass wir mit dem Festhalten an den kommunalen Unternehmen auf dem richtigen Weg sind“, versicherte Partsch – und spielte damit auch auf den statistischen Umstand an, dass Darmstadt „Schuldenstadthauptstadt“ genannt wird, die vermeintlichen Schulden tatsächlich jedoch die enormen Investitionen der Stadtwirtschafts-Unternehmen zugunsten der Bürgerinnen und Bürger spiegeln: „Wir organisieren Daseinsvorsorge.“

Ohne diesen hohen Grad an Investitionen in Bildung, Wohnen, Gesundheit und Verkehr hätte Darmstadt sich kaum zum vierten Mal in Folge den Titel „Zukunftsstadt Nummer eins“ verdient. Gesellschaftliche Vielfalt, innovatives Engagement, Toleranz und Liberalität im Miteinander, Auf-geschlossenheit gegenüber Neuem, Urbanität dank bürgerschaftlicher Initiativen ebenso wie dank des enormen kulturellen Angebots – und eben die hohen städtischen Anstrengungen in Bau und Sanierung von Wohnungen, Schulen, Kindergärten und Kliniken: Dies mache den Lebenswertfaktor Darmstadts aus. „So sieht das übrigens auch die neue Hessische Landesregierung, die im aktuellen Koalitionsvertrag“, so Partsch, „die Alleinstellungsmerkmale der Wissenschaftsstadt betont und die Spitzenstellung der TU Darmstadt besonders erwähnt. Dass die neue hessische Digitalministerin, Professor Kristina Sinemus, aus Darmstadt kommt, die gemeinsam mit uns für den Titel der Digitalstadt gekämpft hat, freut uns ganz besonders.“

Darmstadt sehe sich in einer Tradition, stets den Aufbruch in die Moderne zu wagen, sagte der Oberbürgermeister und verwies auf das Beispiel Mathildenhöhe. „Wir sind fest überzeugt, dass sie Weltkulturerbe werden wird“, fügte er unter großem Applaus des Publikums hinzu. Vielfältig auch die Investitionen in weitere kulturelle Einrichtungen: Intef, Akademie für Sprache und Dich-tung, PEN-Zentrum, Theater Mollerhaus, Bessunger Knabenschule zählte Partsch auf und unter-strich: „Kunst und Kultur sind die Seele unserer Stadt.

Als vielleicht wichtigstes Infrastrukturprojekt überhaupt bezeichnete der Oberbürgermeister schließlich „den Anschluss Darmstadts ans europäische Schnellbahnnetz – auch wenn der ICE-Halt ein Stück Wald kosten wird“.

Der OB beendete seine Rede mit einem doppelten Appell: an die Politik, ihre „permanente Defensivhaltung aufzugeben und klar zu sagen, was möglich ist und was nicht möglich ist“, – sowie an die Bürger, sich nicht von „schlechten Nachrichten“ leiten zu lassen, sondern die Demokratie durch Teilhabe und Engagement zu stärken, zum Beispiel bei der in diesem Jahr anstehenden Europawahl. „Europa“, so zitierte Partsch den früheren deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer, „ist eine Notwendigkeit für alle; das gilt weiterhin.“