Wissenschaftsstadt Darmstadt

Telefon: +49 (0)6151-13-1

E-Mail: info@1sp4mdarmstadt.abde

ImpressumDatenschutz und Nutzungsbedingungen

1

RSS

Kooperation zwischen Frauenbüro und Stadtbibliothek

(lea) – Donnerstag, 08.10.2020

Neuauflage der Medienboxen für faire Rollenbilder anlässlich des Weltmädchentages am 11. Oktober / Frauendezernentin Akdeniz: „Müssen der noch immer vorhandenen Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern entgegenwirken“ / Bürgermeister Reißer: „Allen Kindern müssen vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten offenstehen, völlig unabhängig von ihrem Geschlecht“

© Mabel Amber/ Pixabay

Anlässlich des Weltmädchentags am 11. Oktober legen das Frauenbüro und die Stadtbibliothek der Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam die Medienboxen neu auf. Darin sind Medien enthalten, die ein faires und gleichberechtigtes Rollenbild von Mädchen und Jungen vermitteln.

„Noch immer werden Mädchen und Frauen – auch hier bei uns in Deutschland – häufiger Opfer von sexualisierter Gewalt; sie sind in politischen Interessenvertretungen unterrepräsentiert und müssen sich häufig mit weniger Einkommen und dementsprechend auch Vermögen begnügen. Eine Ursache dafür liegt darin begründet, dass Mädchen und Jungen bereits früh mit klassischen Geschlechterstereotypen konfrontiert werden – auch in der Kinderliteratur, in der Mädchen häufig mit Feen und Prinzessinnen dargestellt werden, während die Jungen Fußball spielen oder Abenteuer auf Piratenschiffen erleben. Auch die klassische Rollenverteilung, dass sich Frauen um die Kinder kümmern und die Väter arbeiten gehen, findet sich immer wieder“, erläutert Barbara Akdeniz, Sozial- und Frauendezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Diese Klischees beschränken die Kinder in ihrer Entwicklung und führen beispielsweise dazu, dass Mädchen oft weniger Selbstvertrauen in ihre mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten haben, häufiger eher schlechter bezahlte Berufe wählen, später mehr unbezahlte Sorgearbeit übernehmen und deshalb einem höheren Altersarmutsrisiko ausgesetzt sind. Hier müssen wir entschieden gegensteuern“, macht Akdeniz die Dringlichkeit deutlich. 

Auch Bürgermeister Reißer begrüßt die Zusammenarbeit von Stadtbibliothek und Frauenbüro: „Die Stadtbibliothek mit ihrem großen Kundenkreis und ihrem vielfältigen, aktuellen Medienangebot kann dieses wichtige Projekt in idealer Weise unterstützen. Mit den Medienboxen stellen wir Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und anderen Interessierten Bücher und Filme zur Verfügung, die Kindern andere als stereotype Rollenbilder vermitteln und damit eine gleichberechtigte Entwicklung von Jungen und Mädchen fördern. Allen Kindern müssen vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten offenstehen, völlig unabhängig von ihrem Geschlecht. Daher ist es umso wichtiger, dass Kinder auch in Büchern und Filmen vielseitige Vorbilder kennenlernen, damit sie ihren individuellen Platz in unserer Gesellschaft finden können.“

Interessierte können sich aus einer vielfältigen Medienliste eine Auswahl an Büchern und Filmen zusammenstellen lassen und entleihen, die ein faires und gleichberechtigtes Rollenbild von Mädchen und Jungen aufzeigen. Es gibt Medien für die Altersgruppen von 3 bis 6 und von 6 bis 10 Jahren. Auch verschiedene Familienformen werden thematisiert. Die Medienboxen eignen sich für Kindertagesstätten und Schulen ebenso wie für Eltern oder pädagogische Fachkräfte. Für Erwachsene steht Fachliteratur zu geschlechtergerechter Erziehung zur Verfügung.

Die Zusammenstellung und Ausleihe der Medien erfolgt über die Stadtbibliothek. In einem neu aufgelegten Flyer werden die Medienboxen und deren Nutzung ausführlich vorgestellt. Dieser liegt im Bürgerinformationszentrum am Luisenplatz aus oder kann über frauenbuero@1sp4mdarmstadt.abde kostenfrei bestellt werden. Zudem steht er als Download unter „Publikationen“ auf der Seite www.frauenbuero.darmstadt.de sowie auf www.stadtbibliothek.darmstadt.de unter „Angebote und Service“ - Themenlisten zur Verfügung.

Um die Belange von Mädchen weltweit sichtbar zu machen und sie in der Wahrnehmung ihrer Rechte zu stärken, wurde von der UNO 2011 der Weltmädchentag ins Leben gerufen. Er wird seither jährlich genutzt, um auf die weltweit vorhandenen Benachteiligungen von Mädchen hinzuweisen.
 

Wichtige Mitteilung
×