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Fluglärmkommission: Umweltdezernentin Akdeniz in Vorstand gewählt

(DK) – Mittwoch, 28.11.2018

Konsultationsverfahren AMTIX kurz vor dem Abschluss / Akdeniz: „Sehe die Wahl als Motivation, meine Arbeit für mehr Lärmschutz in der Region in der Kommission auf einer neuen Ebene weiter engagiert voran zu treiben“

Umweltdezernentin Barbara Akdeniz. © Wissenschaftsstadt Darmstadt

Die Fluglärmkommission hat bei ihrer Tagung am Mittwoch zwei für Darmstadt wichtige Punkte behandelt. Zum einen ist Umweltdezernentin Barbara Akdeniz für eine Amtszeit von vier Jahren in den Vorstand des Gremiums gewählt worden. Zum anderen befindet sich das Konsultationsverfahren zur Verlagerung der Abflugroute AMTIX kurz auf der Zielgeraden. Hier  waren bereits mehrere Sitzungen der Gruppen der politischen Entscheidungsträgerinnen und Träger sowie der zufallsausgewählten Bürgerinnen und Bürger erfolgt, wobei die bereits bekannten Routenvarianten und die Kriterien zu ihrer Bewertung erörtert, alternative Entlastungsmöglichkeiten diskutiert und auch neue Routenvorschläge eingebracht wurden. Die Prüfungen dieser Vorschläge dauern noch rund sechs Monate an, danach erfolgt eine Positionierung der beteiligten Kommunen. Abschließend entscheiden die FLK und das Forum Flughafen und Region über das weitere Vorgehen.

„Durch die auch von uns geforderte Offenheit benötigt das Verfahren nun noch etwas mehr Zeit, ich denke aber dass diese Zeit und auch die bislang investierte Arbeit der beteiligten Gremien gut investiert ist, um die Diskussionen über die Routenvarianten fakten- und sachorientiert zu führen“, erläutert Umweltdezernentin Barbara Akdeniz, die ihre Wahl in den Vorstand begrüßte: „Zuerst möchte ich Thomas Jühe als Vorsitzenden sowie Katrin Eder und Jan Fischer als Stellvertreterin und Stellvertreter und den anderen Beisitzerinnen und Beisitzern gratulieren. Ich fühle mich sehr geehrt, vom Vorstand vorgeschlagen und von der Fluglärmkommission gewählt worden zu sein. Das neue Amt sehe ich als Motivation und Ansporn meine Arbeit für mehr Lärmschutz in der Region in der FLK auf einer neuen Ebene weiter engagiert voran zu treiben.“ Da in der Fluglärmkommission möglichst alle Formen der Fluglärmbetroffenheit am Frankfurter Flughafen abgebildet werden sollen und ein Vorstandsmitglied aus Mörfelden-Walldorf ausschied, hatte der amtierenden Vorstand im Vorfeld Akdeniz für die Nachbesetzung vorgeschlagen, um so weiterhin die Betroffenheit von Abflügen von der Startbahn West im Bereich südlich des Flughafens abzubilden.

Neben der Wahl und dem Verfahren zu AMTIX kurz wurde im Rahmen der Sitzung auch  die diesjährige Betriebsrichtungsverteilung thematisiert. Diese gibt an, in welche Richtung am Flughafen Frankfurt gestartet und gelandet wird. Dieses Jahr gab es bis inklusive September einen Anteil von 54.2% Westbetrieb, bei dem die Flugzeuge in Richtung Westen starten und landen. In 2017 lag dieser Anteil bei 75,2%, dem langjährigen Mittel. Erörtert wurde auf der Sitzung, ob diese Abweichung mit dem voranschreitenden Klimawandel zu tun haben könnte. Um hier Aussagen treffen zu können, sind aber laut Aussagen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie noch weitere Forschungen von Nöten.

Für den Fluglärm im Norden Darmstadts ist Ostbetrieb grundsätzlich positiv zu bewerten, da dann deutlich weniger Starts über die dort verlaufende Abflugroute AMTIX kurz erfolgen. Anderseits kommt es dann aber auch zu Überflügen von auf den Endanflug eindrehenden landenden Flugzeugen über das Kernstadtgebiet, allerdings in relativ großer Höhe. Dieses Jahr war zudem zu beobachten, dass es vermehrt zu windbedingten Nichtnutzung der Startbahn West bei Ostbetrieb gekommen ist, dann werden Abflüge Richtung Süden und Südost vom Parallelbahnsystem des Flughafens über eine sonst kaum genutzte Abflugroute am Darmstädter Ostrand entlang geführt mit entsprechenden Fluglärm z.B. im Komponistenviertel, Bessungen und Eberstadt. „Auch wenn diese Belastungen nicht mit dem von der Route AMTIX kurz ausgehenden Lärm zu vergleichen sind, werden wir diese Entwicklungen trotzdem weiter intensiv beobachten“ so Akdeniz abschließend.