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Dalai Lama trägt sich in Goldenes Buch der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein

(DK) – Mittwoch, 19.09.2018

Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Große Ehre für die Wissenschaftsstadt und ihre Bürgerinnen und Bürger“

Tenzin Gyatso, der 14. und aktuelle Dalai Lama beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt mit OB Jochen Partsch, Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (r.) und Bundestagsabgeordnete Daniela Wagner (l.) © Wissenschaftsstadt Darmstadt / Daniel Klose

Tenzin Gyatso, der 14. und aktuelle Dalai Lama, hat sich am heutigen Mittwoch (19.) gegen 13 Uhr im Beisein von Oberbürgermeister Jochen Partsch in das Goldene Buch der Wissenschaftsstadt Darmstadt eingetragen. Im Rahmen seiner Teilnahme am Gespräch mit den Friedensnobelpreisträgern Lech Wałęsa und Rebecca Johnson (ICAN) sowie der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth im Darmstädter Kongresszentrum darmstadtium setzte das höchste spirituelle Oberhaupt der Tibeter dort seine Unterschrift neben die von zahlreichen weiteren Ehrengästen der Stadt.

Für Oberbürgermeister Jochen Partsch ist der Besuch des Dalai Lama ein außergewöhnliches Ereignis für die südhessische Großstadt: „Besuche des Dalai Lama haben in Hessen bereits seit Jahren Tradition. In der Initiative geht diese vor allem auf die langjährige Freundschaft des ehemaligen Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch mit Tenzin Gyatso zurück, wurde aber auch stets von großer bürgerschaftlicher Begeisterung für das geistliche Oberhaupt der Tibeter getragen. Der hohe Zuspruch für die heutige Veranstaltung im darmstadtium zeigt recht eindeutig, dass dies auch in Darmstadt der Fall ist. Dass diese bedeutende und faszinierende Persönlichkeit nach Visiten unter anderem in Wiesbaden und Frankfurt nun auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt besucht, ist für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger eine große Ehre. Und natürlich ist der Besuch eines derartigen Ehrengastes in unserer Stadt erst mit einem Eintrag in das Goldene Buch komplett, über den ich im Namen des gesamten Darmstädter Magistrats sagen kann, dass wir uns darüber alle sehr freuen.“
     
Zuvor hatte der Dalai Lama mit den Friedensnobelpreisträgern Lech Wałęsa und Rebecca Johnson sowie der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth zum Thema „Gewaltlosigkeit ist der Weg – Der Dalai Lama im Gespräch“ diskutiert.

Dalai Lama ist der Titel des höchsten Trülku innerhalb der Hierarchie der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus. Er wurde erstmals 1578 als Ehrentitel vom mongolischen Fürsten Altan Khan an seinen spirituellen Lehrer Sönam Gyatsho verliehen. Die formelle Bezeichnung lautet Seine Heiligkeit, die direkte Anrede Eure Heiligkeit. Der gegenwärtige 14. Dalai Lama ist der buddhistische Mönch Tenzin Gyatso. Der Dalai Lama wird im tibetischen Buddhismus als Bodhisattva verstanden, als erleuchtetes Wesen, das aus Mitgefühl reinkarnierte, das heißt: bewusst wieder in – beispielsweise – die menschliche Existenz eintrat. Obwohl Erleuchtete den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen können, geloben Bodhisattvas, ihre Wiedergeburt freiwillig auf sich zu nehmen, um das Leid anderer fühlender Wesen zu mindern.

Tenzin Gyatso ist der Mönchsname des jetzigen Dalai Lama. Er wurde am 6. Juli 1935 mit dem Namen Lhamo Döndrub in Taktser, einem Dorf in der tibetischen Provinz Amdo im Nordosten Tibets, als zweiter Sohn der Bauernfamilie Dekyi Tshering und Chökyong Tshering geboren. Er ist buddhistischer Mönch und Linienhalter der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus. Er befürwortet die Rime-Bewegung. Ab seiner Inthronisierung war er, wie alle Dalai Lamas zuvor, Oberhaupt der tibetischen Regierung und gilt als geistliches Oberhaupt der Tibeter. 2011 trat er von seinen politischen Ämtern zurück. 1989 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.