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Darmstadt Aktuell

Stadt nimmt Interimsgebäude an der Brechtschule in Betrieb

(ono) – Mittwoch, 15.03.2017

OB Partsch: „Ökologisch vorbildlich und ästhetisch überzeugend“ / Reißer: „Wir wollten keine Container, sondern gute Bedingungen für den Unterricht“

Oberbürgermeister Jochen Partsch und Bürgermeister Rafael Reißer im neuen Interimsgebäude der Bertolt-Brecht-Schule. © Oliver Stienen

„Dies ist eine intelligente und vor allem nachhaltige Lösung, die nicht nur jetzt den Schülerinnen und Schülern ansprechende Räume bietet, sondern später erneut in ähnlicher Form genutzt werden kann. Mit der vorwiegenden Verwendung von Holz als Baustoff haben wir eine ökologisch vorbildliche und ästhetisch überzeugende Bauform gewählt.“ Mit diesen Worten lobt Oberbürgermeister Jochen Partsch das sogenannte Interimsgebäude, in dem seit Kurzem die Absolventen der Bertolt-Brecht-Schule unterrichtet werden. Es dient als vorübergehendes Domizil, während die Brechtschule einen Neubau erhält.

2014 war nach eingehender Prüfung festgestellt worden, dass eine wirtschaftliche Sanierung des Hauptgebäudes der Bertolt-Brecht-Schule nicht möglich ist. Daraus ergab sich, dass die Immobilie abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden muss. Damit der Schulbetrieb nicht beeinträchtigt wird, entschied sich die Stadt, im Bürgerpark ein Gebäude zur Zwischennutzung errichten zu lassen. Nach Fertigstellung des neuen Hauptgebäudes soll es anderen Schulen zu vergleichbaren Zwecken dienen.

Das Immobilienmanagement der Stadt Darmstadt (IDA) beauftragte 2015 das ortsansässige Architekturbüro Werkum mit der Planung eines modularen Gebäudes in Holz. Das Gebäude wurde unter den Aspekten der kurzfristigen Errichtung sowie der Demontierbarkeit geplant und könnte somit auch jederzeit an einem anderen Standort wieder aufgebaut werden. Auch die Aufstockung um ein weiteres Geschoss wäre jederzeit möglich; der Interimsbau ist also in hohem Maße flexibel. Alle Außenwände, Decken und Böden wurden in Holz-Systembauweise ausgeführt, die Fassade mit einer vorgehängten, hinterlüfteten Holzverschalung verkleidet. Die Innenwände sind ebenfalls im Holzsystembau erstellt.

Das rund 3,6 Millionen Euro teure Gebäude umfasst 21 Räume, Nebenräume und sanitäre Anlagen. Im Parterre befinden sich zehn je sechzig Quadratmeter große Klassenräume, der Technikbereich, sanitäre Anlagen für Jungen und Mädchen sowie eine Behindertentoilette.
In der ersten Etage wurden acht ebenfalls sechzig Quadratmeter große Klassenzimmer, das Lehrerzimmer, Aufenthaltsräume für  Lehrer und Schüler sowie Toiletten und Lagerräume untergebracht. An den beiden Stirnseiten befinden sich die in leuchtendem Orange gehaltenen, lichtdurchflutenden Treppenhäuser; an der Ostseite befindet sich eine Rampe zur barrierefreien Erschließung. Jeder Raum wurde mit einem dezentralen Lüftungsgerät inklusive Wärmerückgewinnung ausgestattet, die Heizungsanlage ist an das vorhandene Fernwärmenetz angeschlossen. Die Klassenzimmer wurden für die Ausstattung mit digitale Tafeln und WLAN vorbereitet. Das Gebäude entstand ab August 2016 in nur viermonatiger Bauzeit auf dem Gelände südlich des Berufsschulzentrums Nord. Seit wenigen Wochen findet darin  für die Schülerinnen und Schüler der Bertolt-Brecht-Schule ein großer Teil des Schulunterrichtes statt.

„Wir wollten nicht einfach Container aufstellen“, sagt Bürgermeister und Schuldezernent Rafael Reißer. „Auch ein provisorisches Gebäude kann qualitätvoll sein. Uns war es wichtig, gute Unterrichtsbedingungen zu ermöglichen, das ist hier gelungen.“