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Darmstadt Aktuell

Gedenken an Theodor Haubach anlässlich seines 125. Geburtstages / Stille Kranzniederlegung am 15. September

(Lea) – Dienstag, 14.09.2021

Oberbürgermeister Partsch: „Erinnert uns daran, ausgrenzenden und diskriminierenden Tendenzen unserer heutigen Zeit ebenso entschieden entgegenzutreten“

Waldfriedhof © Wissenschaftsstadt Darmstadt

In Gedenken an Theodor Haubach wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt anlässlich seines 125. Geburtstages am Mittwoch, 15. September 2021, eine Blumenschale auf dem Waldfriedhof niederlegen lassen. Da es keine sterblichen Überreste gibt, wird am Ehrenmal von Carlo Mierendorff an ihn gedacht.

„Theodor Haubach verbrachte seine Kindheit und Jugend in Darmstadt und wurde in dieser wichtigen Entwicklungsphase in und von unserer Stadt geprägt. Wie auch sein Freund Carlo Mierendorff war Haubach seit 1920 Mitglied der SPD und arbeitete aktiv bei den Jungsozialisten mit. 1924 war er Gründungsmitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, einer Vereinigung, die sich für die Weimarer Demokratie einsetzte und aktiv gegen den zur Macht drängenden Nationalsozialismus kämpfte. Gerade in Zeiten, in denen radikale Kräfte immer stärker in die Mitte unserer Gesellschaft drängen, ist es wichtig, an Menschen zu erinnern, die diesen und ähnlichen Strömungen schon in der Vergangenheit entschieden entgegengetreten sind. Sie sind uns auch heute Beispiel dafür, ebenso entschlossen gegen ausgrenzende und diskriminierende Tendenzen vorzugehen und uns stetig für unsere Freiheit und Demokratie einzusetzen“, erklärt Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Theodor Haubach wurde am 15. September 1896 als Sohn des Kaffeegroßhändlers Emil August Justus Haubach und der aus einer jüdischen Familie stammenden Emilie Hirschfelder in Frankfurt am Main geboren.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Darmstadt und absolvierte 1914 mit Carlo Mierendorff und Wilhelm Köhler am Ludwig-Georgs-Gymnasium das Notabitur.

Er war aktives Mitglied der Wandervogel-Bewegung und schloss sich 1915 der neu gegründeten Vereinigung ,Die Dachstube‘ an, einer Zeitschrift des literarischen Expressionismus. Haubach meldete sich nach Ablegen des Notabiturs freiwillig zum Kriegsdienst und diente bis 1918 als Soldat an der Westfront; zuletzt als Leutnant der Reserve. Während dieser Zeit verfasste er literarische Texte, die meist in der ,Dachstube‘ veröffentlicht wurden.

Von 1919 bis 1923 studierte er in Heidelberg, München und Frankfurt Philosophie, Nationalökonomie und Staatslehre. 1923 schloss er sein Studium mit einer Promotion über ein kunstphilosophisches Thema ab. Danach ging er nach Hamburg, wo er zunächst als Assistent beim Institut für auswärtige Politik arbeitete und ab 1924 als außenpolitischer Redakteur beim Hamburger Echo tätig war. Danach war er von 1929 bis 1930 Pressereferent im Reichsministerium des Innern und von 1930 bis 1932 Pressechef beim Berliner Polizeipräsidenten. Ab 1927 gehörte er für die SPD der Hamburger Bürgerschaft an bis er 1930 zurücktrat um sich auf seinen Posten als Pressechef in Berlin zu konzentrieren. Nach der Absetzung des Reichskanzlers von Papen am 20. Juli 1932 durch die preußische Regierung verlor er seine Stelle.

Ab Frühjahr 1933 beteiligte er sich an konspirativen Aktivitäten gegen das NS-Regime und traf sich mehrfach mit Wilhelm Leuschner. Im November 1934 wurde er verhaftet und saß bis 1936 im KZ Esterwegen im Emsland ein. Nach seiner Entlassung erhielt er Arbeit in einer Papierfabrik eines Studienfreundes. Er kontaktierte seine alten Freunde und schloss sich Mitte 1942 dem Kreisauer Kreis an. Nach dem misslungenen Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt. Schwer erkrankt wurde er mit neun weiteren Widerstandskämpfern am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee erhängt.

Eine Gedenktafel am Haus Stauffenbergstraße 65 A, in dessen Vorgängerbau er seine Jugendzeit verbrachte, und der Haubachweg in Bessungen erinnern an ihn.

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