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Darmstadt Aktuell

Baustein im bundesweiten Labelprozess „StadtGrün - naturnah“ / Weniger Pflege, mehr Blüten

(PSD) – Donnerstag, 08.08.2019

HEAG mobilo setzt auf 3.000 Quadratmeter Sedum-Pflanzen zur Gleisbegrünung

HEAG mobilo-Geschäftsführer Michael Dirmeier und Darmstadts Umweltdezernentin Barbara Akdeniz (Mitte) mit Karin Lübbe vom Umweltamt betrachten den Schichtaufbau des neuen Sedumgleises. © HEAG mobilo

Im Kampf gegen den Klimawandel beschreitet das Darmstädter Verkehrsunternehmen HEAG mobilo neue Wege. Angesichts anhaltender Trockenheit und Hitze während der Sommermonate sucht das Verkehrsunternehmen nach Alternativen zum Rasen im Gleisbett. Die notwendige Erneuerung der Rasenfläche entlang der Nieder-Ramstädter Straße hat die HEAG mobilo daher zum Anlass genommen, um auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern die bisherige Begrünung mit Rasen durch trockenheitsverträgliche und blütenreiche Sedumpflanzen zu ersetzen.

Das Pilotprojekt der HEAG mobilo erfolgt in enger Abstimmung mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt, die das Vorhaben begleitet und unterstützt. Denn das Sedum-Gleis ist ein Baustein im bundesweiten Labelprozess „StadtGrün - naturnah“, an dem die Wissenschaftsstadt Darmstadt teilnimmt. „Die Bepflanzung der Grüngleise von HEAG mobilo mit neun verschiedenen Fetthenne-Arten ist nicht nur ein wichtiger Beitrag gegen innerstädtische Überhitzung, sondern fördert auch die Biodiversität in Darmstadt. Die blütenreichen Pflanzen bieten Insekten ein vielfältiges Nahrungsangebot über eine lange Vegetationsperiode hinweg. Sowohl im zeitigen Frühjahr als auch im späten Herbst ist eine der Arten immer blühend und zieht damit auch verschiedene Insekten an“, freut sich Umweltdezernentin Barbara Akdeniz.

Mit der neuartigen Bepflanzung verfolgt die HEAG mobilo zwei wichtige Ziele, wie Michael Dirmeier, Geschäftsführer der HEAG mobilo, vor Ort erläuterte. „Die Sedum-Pflanzen bieten für uns betriebliche Vorteile: Sie vertragen Hitze und sind auch wegen des begrenzten Wachstums weniger pflegeintensiv. Damit fallen für uns geringere Unterhaltungskosten an. Zusätzlich leisten wir damit auch einen Beitrag zur Artenvielfalt in Darmstadt.“Die Pflanzung von Sedum ist dabei weitaus aufwändiger als bei einem Rasengleis. Bis zu sechs Schichten umfasst der Aufbau. „Trotz der extremen Hitze von rund 40° Celsius konnten wir die Bauarbeiten in der vorgesehenen Zeit abschließen“, freut sich Dirmeier. Auch wenn die Fläche an der Nieder-Ramstädter Straße ein Test ist, steht schon fest, das weitere Grüngleise mit Sedum folgen sollen. So soll auch das Gleisbett der Lichtwiesenbahn mit Sedum-Gewächsen begrünt werden.Positive Erfahrungen mit Sedum hat die HEAG mobilo bereits an anderer Stelle gesammelt: Seit zwei Jahrzehnten ist das 5.600 Quadratmeter große Dach der Busabstellhalle auf dem Betriebshof Böllenfalltor mit den Pflanzen begrünt. Während bei Sonnenschein dort zahlreiche Insekten summen, hilft das Sedum bei Regen, Wasser aufzufangen und entlastet somit insbesondere bei Starkregen die Abwasserkanäle.