Esperantogruppe trifft Partnerstädte bei Esperanto-Weltkongress im tschechischen Brünn (Brno)

Ein redaktioneller Bericht von Detlef Haußner, Esperantogruppe in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Verantwortung für die Richtigkeit der Inhalte trägt der Verfasser.

Unter dem Thema „Esperanto und Technologien als Brücken, um Frieden und Vertrauen zwischen Völkern zu schaffen“ trafen sich über 1.100 Esperantosprechende aus 63 Ländern vom 26. Juli bis 02. August 2025 in der tschechischen Universitäts- und Welterbestadt Brünn (Brno). Selbstverständlich waren auch wieder Darmstädter Esperantisten dabei, die sich mit den eingeladenen Freunden aus den Partnerstädten Brescia, Graz, Trondheim und erstmals auch Szeged zu einem gemeinsamen Empfang bei Wein und Gebäck am Eröffnungstag trafen und dabei auch viele weitere langjährige Bekannte aus aller Welt begrüßen konnten. 

Dass die Aktivitäten der Darmstädter auch auf großes Interesse des Esperantoweltverbandes stießen, freute die hiesigen Freunde der Internationalen Sprache natürlich sehr. Der neu gewählte brasilianische Präsident des Weltverbands, Fernando Maja, und sein französischer Sekretär, Aleks Kadar, ermunterten sie, in Sachen Städtepartnerschaften weiterzumachen und von den Erfolgen zu berichten. Die Funktion des Beauftragten für Städtepartnerschaften sei doch derzeit vakant und die Darmstädter leisteten eine international bekannt gute und solidarische Arbeit in diesem Bereich.

Noch ein weiteres Mal - im Vorfeld eines gut besuchten Konzerts - luden die Woogstädter zum gemeinsamen Anstoßen ein und ermöglichten so gute Unterhaltungen zwischen den Freunden. Selbstverständlich haben die Darmstädter regionale Produkte (Apfelwein und Weine aus Roßdorf mit Odenwälder Marzipan) dabei serviert. Ganz besonders wurden die Freunde aus Graz begrüßt, die im kommenden Jahr den internationalen Kongress ausrichten werden und die auf tatkräftige Unterstützung aus der Schwesterstadt hoffen dürfen. 

Das vielfältige Programm umfasste viele Vorträge, besonders zu wissenschaftlichen Themen, aber auch Kultur, Literatur und Musik aus allen Sparten. Es gab neben einem „nacia vespero“ (dem Abend der Nation) Einführungen zum Gastgeberland, Sprachkurse in Tschechisch, beispielsweise aber auch Informationen direkt aus Ländern des „globalen Südens“ wie Kongo oder Benin. Im nahen botanischen Garten der Mendel-Universität wurde ein „Baum der internationalen Verständigung“ mit sternförmigen Blättern gepflanzt, die an den fünfzackigen grünen Stern - Symbol der Esperantobewegung erinnern. Ein vielfältiges touristisches Rahmenprogramm führte außerdem zu verschiedenen kulturhistorisch sehenswerten Städten Tschechiens (darunter viele Welterbestätten). 

Brünn erwies sich als sehr gastfreundlich und offen. Besuchende konnten an einem afrikanischen und eine Woche später auch an einem brasilianischen Fest teilnehmen, die alle größeren Plätze der Innenstadt belebten. Die Stadt bietet Besuchern sehr viele verschiedene architektonische Sehenswürdigkeiten, aber auch trotz oder gerade wegen der vielen Studenten ein sehr belebtes Stadtbild. Die Kongressteilnehmenden wohnten teilweise in örtlichen Hotels, viele nutzten aber auch die Möglichkeiten der Universität, die in der vorlesungsfreien Zeit Wohnheime zur Verfügung stellte. 

Im Rahmen einer Vorstellung des künftigen Kongressortes Graz 2026 war der Leiter des Stadtmarketings Graz, Dieter Hardt-Stremayr, vor Ort und wies bei seiner Einladung die wissbegierig versammelten Esperantisten auf die Vorzüge der steirischen Landeshauptstadt hin. Die Grazer Freunde konnten schon im Vorfeld die schönen, auf Esperanto vollständig übersetzten, 44-seitigen Stadtprospekte und ein Sonderfaltblatt der Stadt Graz verteilen und erste Anmeldungen für den Kongress 2026 entgegennehmen. Dazu gab es Kostproben von kandierten Kürbiskernen, die die Genussstadt Graz spendiert hatte. 

Am letzten Tag kam es zum feierlichen Abschluss des Kongresses mit den Grußworten der Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr (verlesen von deren Pressesprecher), der Weitergabe des Kongressbanners an die künftige Kongressstadt und dem abschließenden Absingen der Esperantohymne. Vor dem Kongresszentrum spielte dann für alle die Gruppe Kajto „Gis la revido…“ – „Auf Wiedersehen“, natürlich 2026 in der Darmstädter Partnerstadt Graz.

 

Erste Informationen über den Weltkongress 2026 in Graz sind online verfügbar unter: 
https://uea.org/pdf/uk2026/Unua_Bulteno_UK2026_Graz.pdf

Interessenten für eine Teilnahme an diesem Kongress (auch mit vorgeschaltetem Anfängerkurs) können sich gerne melden unter: Darmstadt@Esperanto.de oder 06151-899756. 

Der Weltkongress 2027 wird voraussichtlich in Rio de Janeiro (Brasilien) stattfinden.