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Stadtfüchse

Jungfuchs
Fuchs. Foto: Klaus Roth

1. Warum gibt es Füchse im Stadtgebiet?

In vielen Städten ist der Anblick von Füchsen keine Besonderheit mehr. Da zu den Streifgebieten von Füchsen auch Siedlungsgebiete gehören, trifft man sie regelmäßig in diesem Lebensraum an. Die geschätzte Zahl von Stadtfüchsen in Darmstadt beläuft sich auf ca. 200 Tiere. Sogar die Welpen werden in Städten geboren und verbringen ihre ersten Lebenswochen bereits mitten unter uns. Füchse finden in Städten darüber hinaus oft bessere Lebensbedingungen vor als in der freien Landschaft. Dies hat vor allem folgende Gründe:  

Reichhaltige Nahrungsquellen in besiedelten Gebieten

In Siedlungsgebieten gibt es ein vermehrtes Vorkommen von Mäusen und Ratten. Zudem locken weggeworfenes Essen auf dem Kompost und zahlreiche Vögel und Tauben die Füchse an. Manche Tierliebhaber vermuten zu Unrecht, dass die Tiere Hunger leiden und füttern deshalb. Dadurch werden die Füchse nun dauerhaft in die Wohngebiete hinein gelockt. Durch das aktive Füttern der Füchse kommt es zunehmend zu Problemen mit Wildtieren im Stadtgebiet.

Veränderung der Kulturlandschaft

Die moderne Landwirtschaft besteht zu einem großen Teil aus Monokulturen (z.B.: Spargel, Mais). Die Tiere finden in dieser Art von Landschaft kaum noch Nahrung und schlechte Deckungsmöglichkeiten. Der Jagddruck auf landwirtschaftlichen Flächen nimmt zur Vermeidung von Wildschäden immer mehr zu und die Füchse und auch Wildschweine spüren, dass sie im städtischen Bereich wesentlich geschützter leben können als in der freien Landschaft.

Deckung in Gärten

Je größer der Garten, desto mehr Deckungsmöglichkeiten bieten sie dem Fuchs. Manche Gärten werden nur am Wochenende genutzt und sind somit unter der Woche nicht bewohnt und dadurch ein Paradies für Stadtfüchse.

2. Füchse im Garten: Gefahr oder Gefährte?

Ob ein Fuchs im eigenen Garten als Gefahr oder als Gefährte gesehen wird, hängt von der individuellen Einstellung des Gartenbesitzers ab. Der Schaden der durch den Fuchs verursacht wird, hält sich zumeist in Grenzen. Grundsätzlich kann es jedoch zu umgewühlten Beeten (vergraben von Essensresten durch den Fuchs), verschleppten Gegenständen (Schuhe etc. werden gerne als Spielzeug gebraucht) und nächtlichen Lautäußerungen (zumeist im Winter zur Paarungszeit) kommen. Eine Gefahr für Haustiere stellt der Fuchs in der Regel nicht dar. Katzen und Füchse gehen sich zumeist gegenseitig aus dem Weg oder ignorieren sich, Hunde werden vom Fuchs gemieden.

Sobald der Fuchs als Gefährte wahrgenommen wird, der sich mit dem Menschen einen Lebensraum teilt, kann man ihn aus einigem (Sicherheits-) Abstand gut beobachten um z.B. sein Verhalten zu verstehen. Der Fuchs ist hierzulande der größte lebende Beutegreifer.

Während der Wurfzeiten der Füchse (April - Juli) sollte man keine Versuche unternehmen die Tiere zu verscheuchen (s.a. Tierschutzgesetz und Jagdrecht). Meist wird nur ein temporär genutzter Fuchsbau (z.B. unter einer Gartenhütte) gebaut, der schon nach 6 - 8 Wochen wieder unbewohnt sein wird. Die Jungen suchen sich ab diesem Alter bereits feste Nahrung. Um zu überprüfen, ob der Fuchsbau noch bewohnt ist, klemmt man ein Stöckchen quer in den Eingang. Sollte dieser auch nach 2 Tagen noch an seinem Platz sein, kann man davon ausgehen das der Bau unbewohnt ist

3. Verhalten bei Begegnungen

Durch sein Aussehen wird der Fuchs von vielen Menschen gar nicht als Bedrohung wahrgenommen, sondern vielmehr als ein wildlebendes Haustier angesehen. Dies hat zur Folge, dass sich die Tiere durch Füttern an den Menschen gewöhnen und keine Angst vor ihm haben (Wildtiere zu füttern ist im Übrigen lt. Tierschutzgesetz verboten). Treffen Füchse dann auf einen Unbekannten, so machen sie keinen Unterschied ob dieser Freund oder Feind darstellt und gehen auf ihn zu. In der Regel reagieren Füchse auf den Menschen nicht aggressiv. Man sollte bei einem Aufeinandertreffen Ruhe bewahren, das Tier nicht einengen und ihm die Möglichkeit zur Flucht lassen.

4. Tipps zum Fernhalten von (Stadt-)Füchsen

Nahrungsquellen entfernen

Alle Nahrungsquellen im Außenbereich (Hunde-, Katzen-, Vogelfutter, Essensreste auf Komposthaufen, nicht verschlossene Mülltonnen, Reste auf Gartengrill) entfernen.

Illumination

Anbringen von Außenlampen mit Bewegungssensor. (Füchse meiden nachts ausgeleuchtete Bereiche) 

Geräusche

Der Lärm von Menschen kann den Fuchs verscheuchen. Steht einem ein Fuchs gegenüber, so kann man ihn lautstark davonjagen. Sollte der Garten öfter unbewohnt von Menschen sein, hilft auch das aufstellen eines Radios (Sender ohne viel Musik) um einen Geräuschpegel, der von Füchsen als störend empfunden wird, zu erzeugen.

Fuchssicherer Zaun

Ein fuchssicherer Zaun sollte engmaschig sein (Maschengröße unter 3cm), entweder überdacht oder mindestens 2m hoch, um ein einfaches überspringen des Zauns zu vermeiden. Zudem sollte der Zaun 30-50cm tief in den Boden eingelassen werden, um ein untergraben durch den Fuchs zu verhindern. Auch Elektrozäune halten Füchse ab.

5. Tollwut

Tollwut ist eine ansteckende Viruskrankheit, welche ohne Behandlung tödlich verläuft. Die Symptome der Krankheit sind Lähmungen, Atemkrämpfe, Bewusstseinsstörungen und Wutanfälle. Im Jahr 1885 wurde von Louis Pasteur ein Impfstoff gefunden, um die Tollwut zu bekämpfen. Durch großflächig angelegte Impfungen der Fuchspopulation mittels Impfködern ist die Viruskrankheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz fast ganz verschwunden. Nach OIE (Weltorganisation für Tiergesundheit) wurde ein letzter Tollwutfall am 03.02.2006 registriert. Seit 2008 ist Darmstadt offiziell tollwutfrei. Schutzimpfungen von Menschen gegen Tollwut sind nicht nötig. Sollte es zu einem Biss kommen, wird die Impfung nach dem Biss vorgenommen. Optische Anzeichen beim mit Tollwut infizierten Fuchs sind: verändertes (zutrauliches oder aggressives) Verhalten, Wahrnehmungstrübungen, Apathie, ausgemergeltes Aussehen, stumpfes, struppiges und ausgedünntes Fell. Allerdings ist im Frühjahr ein „zerrupftes“ Aussehen der Fehe (weiblicher Fuchs) auf die Jungenaufzucht zurückzuführen.

6. Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm ist ein Tierparasit, welcher als Zwischenwirt in Mäusen zu finden ist und als Endwirt im Fuchs lebt. Die nachfolgende Erkrankung an Echinokokklose ist seit 2001 meldepflichtig. Laut Veterinäramt wird regelmäßig auf Fuchsbandwurm getestet, bis jetzt aber immer mit negativem Ergebnis.

Wie die Zahlen belegen, ist ein Erkrankungsrisiko in Deutschland eher gering. Folgende Sicherheitsmaßnahmen sollten Sie allerdings beachten: 

  • Tote Füchse niemals anfassen
  • Frisch gepflückte bodennahe Früchte, wie z.B. Beeren nicht ungewaschen verzehren
  • Eigene Haustiere (Hund, Katze) regelmäßig entwurmen

KONTAKT

Grünflächenamt

  • 06151 / 13 - 2900
  • 06151 / 13 - 4507
  • 06151 / 13 - 2908

Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz

  •  06151 / 78 58 850

Bürger- und Ordnungsamt - Untere Jagdbehörde

  • 06151 / 13 - 2296

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Informationen zu Stadtfüchsen