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Lärm

Quelle: Bernd Boscolo/PIXELIO

Lärm und Lärmminderung

Jeder Mensch empfindet Lärm unterschiedlich. Geräusche werden vor allem dann als Lärm bewertet, wenn sie als vermeidbar oder nicht sinnvoll erlebt werden. „Lärm“ hat eine subjektive Komponente.

Lärm ist unerwünschter Schall (Geräusch). Ca. 1/3 der Bevölkerung fühlt sich durch Lärm belästigt. Lärm gehört zu den häufigst genannten Umweltproblemen.

Mit der Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Union vom 25.06.2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (Umgebungslärmrichtlinie) hat die Europäische Union ein Konzept festgelegt, um schädliche Auswirkungen und Belästigungen durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern.

Diese Richtlinie wurde durch das Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm vom 24.06.2005 in nationales Recht umgesetzt. Hiermit sind die §§ 47 a-f in das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) eingefügt worden.

Für die Lärmminderungsplanung stehen im wesentlichen zwei Instrumente zur Verfügung:

  • die Lärmkartierung zur Ermittlung der Belastung und

  • die Lärmaktionsplanung zur Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen.

Aufbauend auf der Lärmkartierung erfolgt die Lärmaktionsplanung. Die Aufgabe der Lärmaktionsplanung ist die Bewertung der Lärmsituation und die Formulierung von Maßnahmen, Konzepten und Strategien, um unter Beteiligung der betroffenen Öffentlichkeit, der zuständigen Fachbehörden und Baulastträger zur Lärmreduzierung beizutragen und Lärmbelastungen entgegen zu wirken.

Nach § 47 d des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sind Lärmaktionspläne in der Umgebung von Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 3 Mio. Kraftfahrzeugen pro Jahr (entspricht 8.200 Kraftfahrzeugen/Tag) sowie in den Großstädten Darmstadt, Frankfurt/Main, Offenbach und Wiesbaden für alle Durchgangsstraßen mit mehr als 3000 Kraftfahrzeugen/Tag aufzustellen.

Zuständige Behörde für die Aufstellung des Lärmaktionsplans für den Regierungsbezirk Darmstadt ist das Regierungspräsidium Darmstadt mit Ausnahme der Haupteisenbahnstrecken des Bundes, für die seit 01.01.2015 das Eisenbahnbundesamt zuständig ist. 

Die Lärmaktionspläne sind alle 5 Jahre zu überprüfen und erforderlichenfalls zu überarbeiten. In Hessen befindet sich die Lärmaktionsplanung zur Zeit in der 3.ten Runde.

Dabei besteht für die  Öffentlichkeit in einem zweistufigen Verfahren die Möglichkeit sich aktiv zu beteiligen: Eingaben können währden de Dauer der Öffentlichkeitsbeteiligung bei dem Regierungspräsidium Darmstadt online, per E-Mail oder postalisch erfolgen. Finden aktuell Beteiligungsverfahren statt, so sind sie auf dieser Seite zu finden.

Der Ballungsraum Darmstadt zählt zu den am meisten vom Verkehrslärm belasteten Gebieten in Südhessen.

Viele Maßnahmen, die dem Lärmschutz dienen, dienen auch der Luftreinhaltung wie z.B. die Straßensanierungen, die Maßnahmen zur Erreichung einer Verkehrsverflüssigung, die Beibehaltung bzw. Verschärfung der LKW-Fahrverbote, die Weiterentwicklung des Radwegenetzes, das stadtweite Screening der Knotenpunkte auf Kreisverkehrseignung, die Installation von Geschwindigkeitsmessgeräten im gesamten Stadtgebiet insbesondere an Schwerpunkten, die Optimierung des ÖPNV, die Prüfung der Realisierbarkeit von Straßenbahntrassen in den Ost- und Westkreis sowie die Reduktion des Individualverkehrs als Daueraufgabe.

 Die Aufzählung der Maßnahmen zeigt, dass das Ziel der Minderung von Lärm nicht kurzfristig erreichbar ist. Erhebliche investive Maßnahmen sind erforderlich, die auch in Anbetracht der angespannten finanziellen Lage schwierig umzusetzen sind.

Lärmwirkungen zeigen sich insbesondere in Form von

  • Belästigungen
    (wie Kommunikationsstörungen)
  • Gesundheitsschäden
    (wie Lärmschwerhörigkeit, Folgen von Stresswirkungen und Schlafstörungen)

Schwingende Luftteilchen erzeugen Luftdruckschwankungen, die im menschlichen Gehör
in einem Frequenzbereich zwischen 16 Hertz und etwa 20.000 Hertz als Schall wahrgenommen werden. Zwischen 3.000 und 4.000 Hertz ist unser Ohr am empfindlichsten.

Von der Schallquelle leitet sich der Schall als mechanische Schwingung fort. Der Druck einer Schallquelle ist im Vergleich zum Luftdruck gering. Er beträgt für einen sehr lauten Ton 114 dB, das entspricht einem Zehntausendstel des Luftdruckes.

Je kürzer die Wellenlänge ist, desto häufiger schwingt sie auf einer bestimmten Strecke oder in einem bestimmten Zeitraum hin und her. Die Zahl derartiger Schwingungen pro Sekunde wird Frequenz genannt. Die Maßeinheit für Frequenz ist Hertz (Hz), 1.000 Hz = 1 KHz (Kilohertz).

Der Schalldruck  ist die durch ein Geräusch hervorgegangene Abweichung des Luftdrucks, der als physikalisch messbarer Wert sehr klein ist. Daher wird bei Angabe der Stärke des Schalls der Schalldruck eines Tones mit dem Druck eines gerade noch wahrnehmbaren Tones bei 1 KHz verglichen.

Für Schädigungen des Ohres ist der mit dem Schall auf das Ohr übertragene Energiebetrag entscheidend. Energie = Leistung + Zeit. Der Schallleistungspegel oder Schallintensitätspegel wird kurz Schallpegel genannt. Eine Verdopplung der Schallleistung entspricht einer Zunahme des Schallpegels um 3 dB. Die Schallenergie bleibt konstant, wenn bei Halbierung der Dauer der Pegel um 3 dB erhöht wird.

Die gehörschädigende Wirkung des Schalls ist daher gleich dem Produkt aus Schallleistung und Einwirkzeit.

Diese Zusammenhänge sind von grundsätzlicher Bedeutung. So schädigen z. B. 40 Stunden Arbeit bei 85 dB (Beginn des Risikos für Lärmschwerhörigkeit) pro Woche nicht mehr als 4 Stunden Aufenthalt pro Woche in einer gar nicht so lauten Disko mit 95 dB. In einer lauten Disko mit 105 dB ist die Schädigungsgrenze bereits
nach 24 Minuten erreicht.

Die Lärmbelastungen im Emittentennahbereich des Straßenverkehrs verursachen ein Lebenszeitrisiko, das um den Faktor 10 höher liegt als das Lebenszeitrisiko, das für krebserregende Luftschadstoffe ermittelt wurde (http://www.hlug.de).

Zu den bekannten lärmbedingten gesundheitlichen Störungen zählen Schlafstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Gehörschäden. Außer durch arbeitsbedingte Gehörschäden entstehen häufig bei Jugendlichen Gehörschäden infolge von Freizeitlärm. Gesundheitsrisiken bestehen unter anderem durch Hören lauter Musik, MP3-Player, Spielzeug (z.B. Trillerpfeifen, Tröten, Spielzeugpistolen), Spaßartikel wie Knallkörper.
weiteres u.a.

Die folgenschwersten Konsequenzen von Gehörschäden sind Lärmschwerhörigkeit, Tinnitus (Ohrgeräusche) oder gar Hörsturz (wobei auch psychosoziale Faktoren wie Stress eine Rolle spielen).

Wichtig ist das Verbleiben und  Bewahren von Ruhezonen, sowohl außerhalb als auch innerhalb des Hauses (siehe www.psychosoziale-gesundheit.net/psychatrie/laerm.htm).


Leichter Wind, flüstern   20 dB(A)
Vogelgezwitscher, leises Radio Durchschnitt einer
ruhigen Wohnstraße Nachts (in 7,5m Abstand)
  40 dB(A)
Regen, ruhige Wohnstraße, tags
(in 7,5m Abstand)
  50 dB(A)
Gebirgsfluss, Hauptverkehrsstraße tags
(in 7,5m Abstand) 
  70 dB(A)
kleiner LKW, Bus, Motorrad   85 dB(A)
Müllauto, Disco 100 dB(A)
Bohrmaschine, Walkman, Formel-1 110 dB(A)
Rockkonzert, Düsenflugzeug (Standlauf)   
130 dB(A)

Kontakt

Lärmaktionspläne für Darmstadt

Für Darmstadt werden aufgrund seiner Vorraussetzungen und Lage in einem Ballungszentrum unter Mitwirkung der Öffentlichkeit eigene TEILPLÄNE durch das RP DA erstellt.

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"Lärmsanierung Schiene"

Mit der Lärmsanierung hat der Bund 1999 ein freiwilliges Investitionsprogramm eingerichtet. Damit werden bundesweit lärmbelastete Strecken im Bestandsnetz der Deutschen Bahn mit aktivem und passivem Schallschutz ausgestattet: öffentliche Informationensveranstaltung dazu fanden statt am 19.07.2016

am  16.06.2015.