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Basis-Informationen

Machen Sie sich vertraut mit wichtigen Basisinformationen rund um den Flugbetrieb am und Flugrouten um den Flughafen Frankfurt.

Sie finden hier Informationen zu:

 

Flugrouten am Frankfurter Flughafen

Flugrouten am Frankfurter Flughafen

In speziellen Übersichtskarten der Fraport AG werden alle An- und Abflugrouten rund um den Flughafen Frankfurt Main dargestellt.


Zu den Karten gelangen Sie hier

Die Flugrouten sind von der DFS Deutschen Flugsicherung GmbH als Idealrouten festgelegt worden, welche möglichst genau beflogen werden sollen.

Technische Toleranzen, flugzeugtypische Unterschiede und meterologische Einflüsse können zu signifikannten Abweichungen von Sollkursen führen.

Deshalb sind die Sollkurse von Toleranzgebieten, so genannten Korridoren unterschiedlicher Breite umgeben, die gemäß international geltenden Richtlinien der ICAO berechnet wurden.

Ca. 85 % des Darmstädter Stadtgebietes sind unter Berücksichtigung der Korridore sogenanntes Flugerwartungsgebiet

Routenbelegung

Routenbelegung

Als Betreiber des Flughafens Frankfurt stellt die Fraport AG dem Flugverkehr insgesamt vier Bahnen zur Verfügung.

Hierbei handelt es sich um

  • zwei parallel in annähernd Ost-West-Richtung verlaufende Start-/Landebahnen (das Parallelbahnsystem)
  • eine in Nord-Süd-Richtung verlaufende Startbahn (Startbahn West oder 18)
  • und die neu fertiggestellte Landebahn NW (in Ost- Westrichtung verlaufend)

Während das Parallelbahnsystem je nach Windrichtung entweder in Ost-West oder in West-Ost-Richtung betrieben wird, steht die Startbahn West ausschließlich für Starts in Richtung Süden zur Verfügung.

Für dieses System sind von der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS), beraten durch die Fluglärmkommission, An- und Abflugrouten geplant und festgelegt worden

Auf der Fraport Webseite  können sich Interessierte die monatliche Routenbelegung im Detail ansehen.


Betriebsrichtungsverteilung

A. Betriebsrichtung

Da Flugzeuge grundsätzlich gegen den Wind starten und landen sollen, hängt die Betriebsrichtung des Parallelbahnsystems im Wesentlichen von der jeweils vorherrschenden Windrichtung ab.

Die Bezeichnung für die jeweilige Betriebsrichtung leitet sich von der Orientierung der Start- und Landerichtung ab.

Orientiert an der Windrose auf einem Kompass wird für Starts und Landungen auf dem Parallelbahnsystem in Richtung Osten die Bezeichnung 07-Betrieb verwendet, da die An- und Abflüge dann in die gegenüber Norden um 70° im Uhrzeigersinn gedrehte Richtung stattfinden.

Die Betriebsrichtung 25 kennzeichnet Starts und Landungen auf dem Parallelbahnsystem in Richtung Westen, entsprechend der Richtung 250° im Uhrzeigersinn.
Von der Startbahn West starten Flugzeuge in Richtung Süden (180 °) bzw. Betriebsrichtung 18.

B. Rückenwindkomponente

Von dem Grundsatz, dass Starts und Landungen gegen den Wind erfolgen sollen, kann bis zu einer zulässigen so genannten Rückenwindkomponente abgewichen werden.

Auf dem Parallelbahnsystem ist eine Rückenwindkomponente bis zu 5 Knoten (ca. 2,6 m/s) zulässig.  Dies bedeutet, dass bis zu einer Rückenwindgeschwindigkeit von 5 Knoten die Betriebsrichtung auf dem Parallelbahnsystem nicht zwingend geändert werden muss.

Für die Startbahn West (18) ist eine zulässige Rückenwindkomponente bis zu 15 Knoten (ca. 8 m/s) festgelegt, da für Starts grundsätzlich höhere Rückenwindkomponenten zulässig sind, sofern die jeweiligen Flugzeugleistungen dem nicht entgegenstehen.

C. Betriebsrichtungsverteilung

Im langjährigen Durchschnitt der Windverhältnisse herrscht in ca. 75 % der Zeit eine West-Betriebsrichtung (Betriebsrichtung 25), d. h. vom Parallelbahnsystem wird in Richtung Westen gestartet und von Osten her gelandet.

In ca. 25 % der Zeit besteht Ost-Betriebsrichtung bzw. Betriebsrichtung 07, d. h. es wird in Richtung Osten gestartet und von Westen her gelandet.

Bei beiden Betriebsrichtungen des Parallelbahnsystems starten ca. 60 % der Flugzeuge von der Startbahn West (Betriebsrichtung 18) in Richtung Süden.

An der Anzahl der Flugbewegungen bei Ost- bzw. Westbetrieb, insbesondere bei den Anflügen, spiegelt sich die zeitliche Betriebsrichtungsverteilung wider. Bei der kurzzeitigen Betrachtung, wie in der monatlichen Darstellung der Fraport AG, können Abweichungen vom langjährigen Mittelwert auftreten.

Verstoß melden und ahnden?

Die Flugrouten am Frankfurter Flughafen sind historisch bedingt als sogenannte "minimal-noise-Routen" festgelegt und definiert worden.
Minimal-noise-Routen waren zu einem Zeitpunkt, an dem Luftfahrzeuge nicht über die heutigen Navigationstechniken verfügten, ein probates Mittel zur Fluglärmentlastung.
In der heutigen Zeit mutieren diese Routen eingedenk der technischen Möglichkeiten nahezu aller Luftfahrzeuge allerdings für die darunter Wohnenden immer mehr zur Maximum-noise-Route.
Die Flugrouten sind von der DFS Deutschen Flugsicherung GmbH als Idealrouten festgelegt worden, welche möglichst genau beflogen werden sollen.
Technische Toleranzen, flugzeugtypische Unterschiede und meterologische Einflüsse können zu signifikannten Abweichungen von Sollkursen führen, welche von de Deutschen Flugsicherung genehmigt werden müssen. 
Diese vordergründig als "anscheinendes Flug-Fehlverhalten" auffällig werdenden Abweichungen sind nicht grundsätzlich auszuschließen und können folgende Routen betreffen:


Flugroute
 
 Lage Betriebsrichtung  anscheinendes Flug-Fehlverhalten 
KNG (kurz)zw. Wixhausen und Arheilgen West / OstDirektüberflüge Wixhausen
Direktüberflüge Arheilgen
Verstöße gegen Höhenreglement
KNG (lang)westlich Darmstadt und
südlich Eberstadt nach Osten abknickend
 West / OstDirektüberflüge DA-Innenstadt
Direktüberflüge Eberstadt
07-S (kurz)westlich Darmstadt und
südlich Eberstadt nach Osten abknickend
 OstDirektüberflüge DA-Innenstadt
Direktüberflüge Eberstadt
07-S (lang)östlich Darmstadt und
südlich Eberstadt nach Westen abknickend
 OstDirektüberflüge DA-Innenstadt
Direktüberflüge Eberstadt


Bei Indizien zu vermutlichen Routenverstößen oder groben Routenabweichungen können Darmstädterinnen und Darmstädter unter Angabe genauerer Zeitdaten Beschwerden beim Fluglärmbeauftragten der Wissenschaftsstadt Darmstadt (siehe Kontakt oben rechts) einreichen.
Nach einer Vorprüfung werden offensichtliche Verstöße beim dafür zuständigen Fluglärmbeauftragten des Landes Hessen am Frankfurter Flughafen zur Nachkontrolle und Ahndung weitergeleitet.
Da aber mit jeder Flugroute ein relativ breiter (zulässig befliegbarer) Flugkorridor verbunden ist, gibt es jedoch erfahrungsgemäß in 90 - 95 % aller vermutlichen Verstöße eine zulässige Flugfreigabe durch die DFS.
Um dem Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger der Region gerecht zu werden, hat die gemeinnützige Umwelthaus Gmbh das nachfolgend beschriebene Fluglärmmonitoring aufgebaut.
Damit können ganz wichtige Hintergrundinformationen, auch für Beschwerden wie z.B. konkrete Flugdaten etc., komfortabel abgerufen werden.

Fluglärm-Monitoring online!

Logo

Ein zentrales Thema, das viele Menschen in den Gemeinden um den Flughafen bewegt, ist die Lärmentwicklung in der Region. Durch das Fluglärmmonitoring sollen die Lärmbelastungen und -belästigungen kontinuierlich überwacht und Tendenzen und Veränderungen sichtbar gemacht werden.

Das Fluglärmmonitoring des Umwelt- und Nachbarschaftshauses besteht aus folgenden Komponenten:

  1. Airtraffic Live
  2. Flugtore
  3. Air Traffic Noise
  4. Fluglärmkonturenkarten
  5. Noise Footprint
  6. DROps
  7. Betriebsrichtungsprognose

Neue Flugrouten?

Viele eingehende Beschwerden über angeblich neue Flugrouten über Darmstadt entpuppen sich bei genauerer Betrachtung als zulässige/unzulässige Abweichungen von den Soll-Fluglinien (siehe vorhergehende Artikel!)

Dennoch:

In Anbetracht des Ausbaus am Frankfurter Flughafen stehen Flugrouten oder Modifikationen derselben auf dem Prüfstand.
Im Darmstädter Raum werden ggw.  im Probebetrieb folgende Modifikationen und "NEU-Routen" geflogen und geprüft:

Maßnahme
wo ?

was / wann ?

Segmented RNAV (GPS) Approach
zw. DA-Stadt und Eberstadt
(Höhe US-Siedlung/Kaserne)
Anflugverfahren nachts bei Betriebsrichtung Ost (25%)
Dedicated Runways Operations
(bevorzugte Bahnnutzung,
DROps 07)
zw. Wixhausen und ErzhausenAbflugverfahren nachts bei Betriebsrichtung Ost (25%)
und nur an ungeraden Tagen!
Dedicated Runways Operations
(bevorzugte Bahnnutzung,
DROps 25)
auf Route KNG (kurz)zusätzliche Abflüge nachts/morgens bei Betriebsrichtung West(75%)


Die einzelnen Maßnahmen sind auf der Website des UNH näher beschrieben!

Überflughöhen auf der Route König-kurz (Wixhausen, Arheilgen, Kranichstein)

Wie hoch müssen/sollen die Luftfahrzeuge im Bereich der Nordstadtbezirke Darmstadts fliegen?

Maßgeblich hierfür sind die flugbetrieblichen Abflugstreckenbeschreibungen. Am Beispiel der Abflugroute SULUS6S liest sich dies im Luftfahrthandbuch wie folgt:

SULUS SIX SIERRA
On RWY track to 800 or 12.0 DME RID, whichever is later;
LT (MAX IAS 220 KT until established on track 118°),
on track 118° to KNG (); LT, on track 102° KNG via
AKONI () to GIBSA (); LT, on R253 WUR to WUR ();
LT, on track 053° to SULUS ().
Cross R200 FFM at 2500 or above.

Der für die Flughöhe relevante Teil ist der letzte Satz:
Das Radial 200 des Funkfeuers Frankfurt (FFM) mit 2500 Fuß oder höher kreuzen.

Der Punkt, an dem die Flughöhe 2500 Fuß erreicht sein muss ist demnach der Schnittpunkt zwischen der Ideallinie des Abflugverfahrens (Kurs 118 zum Funkfeuer KNG) und des Radials 200 vom Funkfeuer FFM östlich des Flughafens.
Er liegt etwa beim Schnittpunkt der KNG-kurz und der 07-S kurz (diese nutzt in diesem Bereich das Radial 199 von FFM).

Der Grund für diese Höhenbeschränkung auf der KNG-kurz ist die Staffelung zu dem Luftraum der Kontrollzone Egelsbach. Dieser Luftraum (Obergrenze 1500 Fuß) muss mit 1000 Fuß Puffer überflogen werden. Die einzuhaltende Mindestflughöhe bezieht sich also nur auf die Luftraumstruktur. Dies ist auch nochmal in den Bemerkungen zu der SULUS6S hinterlegt:

1. PDG 9.3% / 570 ft/NM until passing 2500 due to
airspace structure. If unable to comply, advise
EDDF DELIVERY prior to start-up and expect
routing via SID SULUS L.

Was bedeutet dies in der Praxis?
Verfahrensplanerisch haben die Luftfahrzeugführer einen Steiggradienten von 9,3%, entspricht 570ft pro nautischer Meile, bis zum Passieren von 2500 ft aufgrund der Luftraumstruktur einzuhalten.
Wenn dies nicht eingehalten werden kann ist die Flugsicherung vor der Anlassfreigabe zu informieren und die Route KNG-Lang (westlich Darmstadt) zu nutzen.

Ansonsten gilt für alle Abflugverfahren immer der Steiggradient von mindestens 200 Fuß pro nautischer Meile.

Die sich daraus ergebende und zu erwartende Mindestüberflughöhe für die Nordstadtbezirke Wixhausen, Arheilgen und Kranichstein ist in dieser PDF-Datei gesondert dargestellt.

Aktiver Schallschutz

Städtische Messstation

Information zur städtischen Fluglärmmessung!