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Aktuelles

Stadträtin Cornelia Zuschke spricht sich für besseren gesetzlichen Schutz von Kindern vor Fluglärm aus / Zuschke: „Kommunen müssen die Erkenntnisse in Neubau und Sanierung von Schulen einfließen lassen.“

Angesichts der Ergebnisse der kürzlich vorgestellten NORAH-Kinderstudie zu den Auswirkungen von Fluglärm auf das Rhein-Main Gebiet und insbesondere auf den Prozess des Lesen Lernens bei Grundschulkindern hat sich die Darmstädter Baudezernentin Cornelia Zuschke für einen besseren gesetzlichen Schutz vor Fluglärm ausgesprochen: „Auch wenn bereits vorherige Studien die negative Wirkung von Fluglärm auf Schulkinder bewiesen haben, ist die NORAH-Kinderstudie mit ihrem Fokus auf die Rhein-Main-Region ein wichtiger Erkenntnisgewinn. Alle Betroffenen haben nun ihre Erkenntnisse aus der Studie zu ziehen. Das Land Hessen hat bereits wirksame Maßnahmen angekündigt, der Flughafenbetreiber und die Luftverkehrswirtschaft müssen erkennen, dass Wachstum kein Allheilmittel ist, sondern auch eindeutig negative Folgen hat. In Regionen, die boomen, sollte besonders sorgfältig auf den Ausgleich aller Belange geachtet werden. Die Kommunen und damit auch die Stadt Darmstadt müssen diese Erkenntnisse beispielsweise in den Neubau und die Sanierung von Schulen einfließen lassen. Spätestens mit dem Vorliegen der kompletten Untersuchungsergebnisse hoffe ich, dass diese Erkenntnisse in einen deutlich besseren gesetzlichen Schutz vor Fluglärm, nicht nur, aber besonders auch für Kinder mündet“, erklärte Stadträtin Zuschke.

Der Studienname „NORAH“ steht für Noise-Related Annoyance, Cognition and Health. An der Kinderstudie nahmen rund 1200 Grundschulkinder, rund 1.100 Eltern und 85 Lehrkräfte an 29 Schulen im Rhein-Main-Gebiet teil. Durch umfangreiche Tests und Befragungen konnte die singuläre Wirkung des Fluglärms auf das Lernverhalten von Kindern in der zweiten Klasse festgestellt werden. Konkret konnte ermittelt werden, dass Kinder in stark von Fluglärm betroffenen Schulen das Lesen messbar langsamer lernen, darüber hinaus ergibt sich unter anderem eine verringerte Hörbarkeit der Lehrerin oder des Lehrers durch Fluglärm.
Die NORAH-Studie besteht insgesamt aus fünf Teilstudien. Unter anderem wurde die Wirkung von Fluglärm auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und den Blutdruck mittels Messungen und der Auswertung der Daten von über einer Millionen Krankenkassenversicherten untersucht. Diese Ergebnisse sollen voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres veröffentlicht werden.

Mehr Informationen zu NORAH und der Kinderstudie gibt es unter: www.laermstudie.de

Passiver Schallschutz / Entschädigungen Regionalfonds

Frau Stadträtin Brigitte Lindscheid verweist auf die vorgezogenen Fördermöglichkeiten für Maßnahmen des passiven Schallschutzes nach §§ 9,10 des Fluglärmgesetzes. Ursprünglich wären die finanziellen Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen erst ab dem Jahr 2016 übernommen worden.
Der vorzeitige Vollzug ist Teil des Regionalfonds, dem 2012 von der Hessischen Landesregierung mit der Luftverkehrswirtschaft aufgrund der massiven Beschwerden vereinbarten Maßnahmenpakets gegen Fluglärm. Die nördlichen Stadtteile Wixhausen, Arheilgen und Kranichstein liegen zum Teil in der so genannten Nachtschutzzone, das bedeutet, dass in diesen Bereichen bauliche Schallschutzmaßnahmen für Schlafräume übernommen werden.
Antragsberechtigt sind alle Eigentümer von selbst genutzten oder zur Vermietung bestimmten Wohnraums im Fördergebiet, soweit der Wohnraum bis zum 13.10.2011 errichtet, oder bereits eine Baugenehmigung erteilt worden war. Auch für nicht genehmigungsbedürftige bauliche Anlagen gilt die Förderung, soweit mit deren Errichtung vor dem 13.11.2011 begonnen wurde.
Die Übersichtskarten und Detailkarten zur Nachtschutzzone insbesondere im Bereich der Stadtteile Arheilgen und Wixhausen können auf folgender Internetseite eingesehen werden:
https://wirtschaft.hessen.de[1]. Außerdem besteht die Möglichkeit die Lage seiner Immobilie über den Hessenviewer selbst zu ermitteln (www.rp-darmstadt.hessen.de[2]) oder auf Anfrage beim zuständigen Regierungspräsidium in Darmstadt ermitteln zu lassen. Für die baulichen Schallschutzmaßnahmen gibt es Antragsformulare, die entweder bei dem Regierungspräsidium in Darmstadt direkt angefordert werden können oder auf der oben genannten Internetadresse abrufbar sind. Die Anträge sind an das Regierungspräsidium Darmstadt zu richten (Wilhelminenstraße 1 – 3, 64283 Darmstadt). Weitere Auskünfte erteilen die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Regierungspräsidium Darmstadt  unter 06151 12 3100.
 Frau Umweltdezernentin Brigitte Lindscheid fordert die Betroffenen auf, von Ihren Ansprüchen rechtzeitig Gebrauch zu machen und sich zu informieren. Erstattungsfähig sind auch solche Aufwendungen für bauliche Schallschutzmaßnahmen, die bereits vorgenommen worden sind soweit der Ausführungszeitpunkt nach dem 13.10.2011 lag. Die Ansprüche sind jedoch befristet und müssen von Eigentümern bis zum 13.10.2021 geltend gemacht werden.

50 Jahre Fluglärmkommission Frankfurt