Wissenschaftsstadt Darmstadt

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Netzwerkkoordination Frühe Hilfen

Das Netzwerk Frühe Hilfen stellt sich vor

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt baut das Netzwerk Frühe Hilfen weiter aus. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur für (werdende) Eltern. Im April 2014 wurde die Koordinationsstelle Frühe Hilfen beim Familienzentrum hierfür besetzt. Damit wird den Vorgaben der Bundesinitiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen 2012-2015“ Rechnung getragen. Netzwerkarbeit bedeutet Anlaufstellen und Angebote für Familien miteinander zu verzahnen, aufeinander abzustimmen und zu etablieren. Besonderes Augenmerk liegt auf der Vernetzung zwischen der Kinder- und Jugendhilfe (Familienbegleitung, -beratung und -bildung) und dem Gesundheitswesen (wie z. Bsp. GynäkologInnen, Kinderärzte, Geburtskliniken, Hebammen).

Frühen Hilfen streben an „Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Neben alltagspraktischer Unterstützung wollen Frühe Hilfen insbesondere einen Beitrag zur Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz von (werdenden) Müttern und Vätern leisten. Damit tragen sie maßgeblich zum gesunden Aufwachsen von Kindern bei und sichern deren Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe“ (NZFH 2014).

Für Familien in Darmstadt besteht seit 2009 die Möglichkeit, durch das Darmstädter Modell „Kinder schützen – Familien fördern“, vielfältige präventive Hilfen in Anspruch zu nehmen. Eine Vielzahl von Netzwerkpartnern erbringen die familienunterstützenden Leistungen wie Familienpatenschaften, Baby- und Kleinkindersprechstunde, SchreiBabyAmbulanz, hauswirtschaftliche Hilfe etc. Diese Leistungen werden von der Wissenschaftsstadt Darmstadt koordiniert und finanziert und von verschiedenen Anbietern erbracht. Für Eltern ist dies kostenlos, die Hilfen erfolgen zeitnah und unbürokratisch.

Das Darmstädter Modell „Kinder schützen – Familien fördern“ hat sich nach 5 Jahren Netzwerkarbeit für die Altersgruppe der Neugeborenen bis zum 1. Lebensjahr der Kinder erfolgreich etabliert.

 

 

Das Netzwerk Frühe Hilfen in Darmstadt

Grafische Darstellung der Netzwerkpartner

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Die Koordinationsstelle umfasst folgende Aufgabenbereiche:

  • Auf- und Ausbau des Netzwerks Frühe Hilfen

Der Aufbau von interdisziplinären stabilen Netzwerkstrukturen und Kooperationsformen ist das anvisierte Leitziel. Oftmals bestehen Informations- und Begleitungslücken zwischen den Hilfesystemen des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe. Diese gilt es auf allen Seiten bestmöglich zu schließen, indem alle familienrelevanten Akteure zusammengebracht werden. Auf dieser Grundlage können familiäre Bedarfslagen und Belastungssituation erkannt und gezielt präventive Angebote bereitgestellt werden.

 

  • Als Kontaktstelle rund um Frühe Hilfen

Für alle Professionen und Institutionen des Gesundheitswesens (Hebammen, Schwangerschaftsberatungsstellen, Gynäkologen, Kinderärzte, Allgemein- oder Fachärzte, Allgemein- oder Fachkliniken - insbesondere Geburtskliniken) sowie Dienste und Einrichtungen der Jugendhilfe (beispielsweise Kinderbetreuungseinrichtungen).

Der Schwerpunkt der Koordinationsstelle liegt auf den Frühen Hilfen für werdende Eltern und deren Kinder bis zum 3. Lebensjahr.

 

  • Einsatz und Begleitung der Familienhebammen/ Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen (FGKIKP)

Als besondere Hilfeform erfolgt eine enge Zusammenarbeit zwischen der Koordinationsstelle Frühe Hilfen und den Familienhebammen sowie FGKIKP.

Neben der Primärprävention wird im Besonderen für belastete Familien ein niedrigschwelliges Hilfsangebot vorgehalten, das leicht zugänglich ist, Stigmatisierungen vermeidet und eine Lotsinnenfunktion bietet.

Auf Wunsch der Eltern begleiten Familienhebammen und FGKIKP die Familien in der Schwangerschaft, nach der Geburt und bei Bedarf bis zum 1. Geburtstag bzw. bis zum 3. Geburtstag (nur die FGKIKP) des Kindes. Bedarfsgründe können Komplikationen rund um die Schwangerschaft und Geburt, Familien mit gesundheitlichen, psychischen, wirtschaftlichen

oder sozialen Belastungen sein. Die Hilfe ist kostenfrei und unterliegt der Schweigepflicht.

 

Im Dezember 2013 wurde mit einer Familienhebamme sowie einer Kinderkrankenschwester gestartet. Mittlerweile stehen 3 Familienhebammen und 3 FGKIKP zur Verfügung, die sich im Rahmen des Landesverbandes der Hessischen Hebammen e.V. durchgeführten Fortbildung „Von der Hebamme zur Familienhebamme bzw. „Von der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin zur Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin qualifiziert haben.

 

Berufsbild Familienhebamme (Definition NZFH):

Familienhebammen sind staatlich examinierte Hebammen mit einer Zusatzqualifikation. Diese befähigt sie dazu, Eltern und Familien in belastenden Lebenssituationen zu unterstützen. Sie gehen bis zu einem Jahr nach der Geburt des Kindes in die Familien, unterstützen bei der gesundheitlichen Versorgung und leisten dort psychosoziale Unterstützung.

 

Unter anderem geben Familienhebammen Informationen und Anleitung zu Pflege, Ernährung, Entwicklung und Förderung des Kindes. Dabei binden sie alle Familienmitglieder ein. Die Familienhebammen vermitteln bei Bedarf weitere Hilfen. Sie sind damit für Familien wichtige Lotsinnen durch die zahlreichen Angebote der Frühen Hilfen. Kompetenzen von Familienhebammen sind beschrieben im vom NZFH entwickelten „Kompetenzprofil Familienhebammen“.

 

Rund um die Geburt sind Familien eher bereit, Hilfen anzunehmen. Hebammen gegenüber haben Mütter zudem in der Regel großes Vertrauen. Aus diesem Grund können Familienhebammen leichter Zugänge zu weiteren Hilfen schaffen bzw. Familien für eine Annahme von Hilfe motivieren.

 

Berufsbild FGKIKP (Definition NZFH):

Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger-/innen (FGKiKP) absolvieren nach qualifiziertem Berufsabschluss in der Kinderkrankenpflege eine Fortbildung im Umfang von 280 Stunden. Diese wird nach dem Curriculum des Berufsverband  Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD) und der Interessengemeinschaft freiberuflich und/oder präventiv tätiger Kinderkrankenschwestern e.V. (IGKikra) durchgeführt.

 

Die FGKiKP stärken die Kompetenz von Familien insbesondere mit behinderten oder chronisch kranken Kindern, Frühgeborenen, Kindern mit Regulationsstörungen und bei anderweitig belastenden Lebenssituationen. Sie klären die Eltern auf, zum Beispiel zur motorischen Entwicklung und zum entwicklungsfördernden Umgang mit ihren Kindern. Ihre Leistungen erbringen sie bei Hausbesuchen oder in der Begleitung zu weiteren Angeboten. Sie vermitteln bei Bedarf weitere Hilfen und sind so – ebenso wie z.B. die Familienhebammen – Lotsinnen und Lotsen durch die zahlreichen Angebote der Frühen Hilfen. FGKiKP arbeiten freiberuflich oder in Festanstellung, z.B. bei Gesundheits- oder Jugendämtern und bei Trägern der Jugendhilfe.

 

 

Kontakt Netzwerkkoordinatorin

Sylke Israel

Familienzentrum

Frankfurter Straße 71

64293 Darmstadt

Telefon 06151 / 13-2523

Telefax 06151 / 13-2815

sylke.israel@darmstadt.de