Wissenschaftsstadt Darmstadt

Telefon: +49 (0)6151-13-1

E-Mail: info@darmstadt.de

ImpressumDatenschutz und Nutzungsbedingungen

1

Neugestaltung Friedensplatz

Neugestaltung Friedensplatz

Bildquelle: RWS Architekten

In einem Gemeinschaftsprojekt mit HEAG Holding und HEAG mobilo plant die Wissenschaftsstadt Darmstadt, den Friedensplatz neu zu gestalten. Mit Ausnahme des Reiterdenkmals werden dabei alle Anlagen zwischen den Gebäuden auf der Westseite und der Schlossgrabenmauer auf der Ostseite erneuert werden.

Die Begrenzung des 2017 begonnenen Erneuerungsvorhabens bildet die bis zum Schloss verlängerte Achse der Rheinstraße. Nach dem voraussichtlichen Ende der letzten Bauarbeiten am Friedensplatz zum Jahresbeginn 2020 bereitet die Planung des Folgeprojektes "Neugestaltung Ernst-Ludwig-Platz" die spätere Fortsetzung der Erneuerungsarbeiten in Richtung Weißer Turm und Marktplatz vor.

Die Neugestaltung des Friedensplatzes

Die bestehende Platzfläche mit Ihren unter- und überirdischen Bestandteilen und Einrichtungen entsprach schon lange nicht mehr den aktuellen technischen und gestalterischen Anforderungen. Das galt sowohl für die Abdichtung der Tiefgarage unter dem Friedensplatz als auch für den Platzaufbau selbst. Außerdem waren die Nahverkehrsfahrbahn "Gleisschleife Schlossumfahrt" und der Eingang zur Tiefgarage aus technischen Gründen zu erneuern.

Am 30.09.2008 hat die Stadtverordnetenversammlung den Gestaltungsentwurf zur Umgestaltung des Friedensplatzes beschlossen. Der Entwurf wurde am 07.06.2013 vom Gestaltungsbeirat begrüßt und zur weiteren Umsetzung empfohlen. Über den Sachstand und die noch offenen Fragestellungen wurde mit der Magistratsvorlage vom 19.09.2014 ausführlich berichtet. Die Planung wurde auf der dargestellten Grundlage fortgeführt.

Die Planungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt begann oberhalb der unter dem Platz liegende Tiefgarage, die sich im Eigentum der HEAG Holdung befindet. Im Rahmen von Erkundungen im Vorfeld der Bemusterung auf der Platzfläche konnte festgestellt werden, dass sich die Abdichtung der Tiefgarage in einem schlechten Zustand befindet. Darum bestand akuter Handlungsbedarf und die dafür erforderlichen Arbeiten mussten im Vorfeld der Platzumgestaltung durchgeführt werden.

Wegen der Erneuerung der Nahverkehrsfahrbahnen mit der "Gleisschleife Schlossumfahrt" und der abschnittweisen Lage der Gleise auf der Tiefgarage musste die Schlossumfahrt für mehrere Monate außer Betrieb genommen werden. Der Neubau der Nahverkehrsanlagen erfolgte planmäßig vor dem Wiederaufbau der Platzfläche.

Weitere Bestandteile des Vorhabens sind die barrierefreie Erneuerung des Eingangsbauwerks zur Tiefgarage und ausgewählte technische Anlagenteile innerhalb und außerhalb der Tiefgarage, wie zum Beispiel ein Aufzug, ein barrierefrei nutzbares WC und die Be- und Entlüftungsöffnungen.

Alle Anteile des Gesamtvorhabens wiesen eine erhebliche bautechnische und bauablauftechnische Verzahnungen auf. Da die Durchführung der Baumaßnahmen für jeden der Projektpartner die Beteiligung des jeweils anderen erfordert, wurden vertragliche Grundlagen für die Zusammenarbeit geschaffen. Eine Projektsteuerung begleitet den Realisierungsprozess.

Der städtische Anteil umfasst Rückbau und Abbruch aller befestigten und unbefestigten Flächen bis an die Oberfläche des Schutzbetons der Tiefgaragendecke, die technischen Anlagen, Ausstattungen und die Pflanztröge aus Beton. Weiterhin sind die vorhande Bepflanzung zu roden und die Wurzelstöcke zu entfernen.

Insgesamt mussten neun Bäume gefällt werden. Nach Begutachtung der Baumstandorte waren drei der neun Bäume als schwer geschädigt einzustufen. Aufgrund der Größe, des Alters, der Vitalität und des Standorts war eine Großbaumverpflanzung für keinen der oben genannten Bäume möglich.

Die Bauzeit liegt insgesamt zwischen Mai 2017 und dem Jahresbeginn 2020. Bei der Baudurchführung waren und sind zahlreiche Nutzungen der Darmstädter Innenstadt, besonders aber das Schlossgrabenfest, das Heinerfest und der Weihnachtsmarkt zu berücksichtigen.           

Am März 2017 hat die Stadtverordnetenversammlung dem Teilabbruch der Platzfläche als Voraussetzung für die Sanierungsarbeiten an der Deckenabdichtung der Schlossgarage zugestimmt. Am 28. September 2017 war auch die Entwurfsplanung für die Neugestaltung des Friedensplatzes beschlossen.

Im Frühjahr 2018 waren die meisten Abbruch- und Abdichtungsarbeiten im Bereich der Tiefgaraage abgeschlossen. Seit Januar 2018 sollte in 5 Bauphasen der technische Wiederaufbau des Platzes folgen. Während der Vorbereitung von provisorischen Festflächen im Sommer 2018 war jedoch ein vorher verborgenes Entwässerungsproblem auf dem Andienungstunnel entlang der Schlossgrabenmauer festzustellen. Die nachfolgenden Erkundungen, Prüfungen, Planungsänderungen und zusätzlichen Sanierungsarbeiten führten zu einer wesentlichen Änderung des ursprünglich vorgesehenen Bauablaufs. Die Feststellung des neugestalteten Friedensplatzes verzögert sich dadurch erheblich.

Ende 2018 wurden die Baumpodeste fertig gestellt; die Bäume werden im April 2019 gepflanzt. Das parallel zu den Tiefbauarbeiten erneuerte, neue Eingangsgebäude zur Tiefgarage steht ebenfalls im April 2019 zur Eröffnung an. Die Platzfläche selbst wird schrittweise in Abhängigkeit vom Baufortschriftt am Andienungstunnel bis Ende 2019 weitgehend fertiggestellt. Den Abschluss der Bauarbeiten bildet zum Jahresbeginn 2020 der Anschluss an den Ernst-Ludwig-Platz.

Der Andienungstunnel Kaufhof und Carree

Im Zuge der Arbeiten vor dem Heinerfest 2018 wurde festgestellt, dass der Boden oberhalb des Andienungstunnels zwischen den Waben, der Schlossmauer und der Schlossgarage wassergesättigt ist. Solche Böden sind für die bautechnische Bearbeitung und Verdichtung nicht geeignet und müssen mit dem Ziel einer dauerhalften Herstellung der Platzfläche ausgetauscht werden.

Bei Suchgrabungen an drei Stellen im Anschluss an das Heinerfest konnte keine regelgerecht erforderliche Planumsentwässerung auf der Decke des Tunnels gefunden werden. Weil so das in den Boden eindringende Wasser nicht ablaufen konnte, wurde dies als Ursache für den geschädigten Bodenkörper festgestellt.

Es wurde beschlossen, dass die fehlende Planumsentwässerung im Zuge des Projektes zu ergänzen ist. Die dafür erforderlichen Erkundungen, die Ausführungsplanung und die Änderung der Bauablauf- und Kostenplanung wurde parallel zum Entscheidungsprozess voran getrieben.

Im August 2018 gab die Entega AG bekannt, dass im Zuge der Herstellung der Planumsentwässerung auch die Erneuerung der Wasserleitung DN 500 erfolgen soll. Anlass dafür war die Aussicht auf eine für den Bodenaustausch erforderliche Freilegung der Rohrtrasse auf der Tunneldecke. Für die Maßnahmen zur Erneuerung der Wasserleitung und zur Herstellung der Planumsentwässerung wurde ein erhöhter Zeitbedarf von mehreren Monaten pronostiziert.

Im Anschluss wurde die Trinkwasserleitung stillgelegt, der Andienungstunnel freigelegt und die Trinkwasserleitung entfernt. Nachdem der Andienungstunnel freigelegt war, wurden gravierende, flächenhafte und punktuelle Schäden an der Abdichtung der Tunneldecke festgestellt.

Die vorliegenden Informationen zu Schäden an der Tunnelabdichtung wurden im November 2018 mit dem Ergebnis diskutiert, zur Verdichtung der bisherigen Erkenntnisse eine Bauwerksprüfung der relevanten Tunnelbestandteile zu beauftragen.

Die noch im Dezember 2018 durchgeführte Teilprüfung des Andienungstunnels führte zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Standsicherheit des Bauwerks ist nicht beeinträchtigt
  • Die Dauerhaftigkeit des Bauwerks ist wesentlich beeinträchtigt
  • Die Abdichtung der Bauwerksdecke und der Bauwerksfugen sind geschädigt
  • Der Instandsetzungsaufwand ist unbedingt erforderlich um das Bauwerk dauerhaft erhalten zu können

Die Ergebnisse der Teilprüfung belegten die Notwendikeit, die Abdichtung zu erneuern. Die Stadt Darmstadt entschied im Januar 2019 die sofortige Ausführung der vorbereitenden Abbrucharbeiten und die anschließende Erneuerung der Abdichtung. Eine alternativ grundsätzlich mögliche Ausführung in späteren Jahren hätte deutlich höhere Kosten zur Folge, da alle oberhalb des Tunnels liegenden Schichten erneut geöffnet und die neui verlegten Leitungen temporär rückgebaut werden müssten.

Die erste Kostenschätzung für die Erneuerung der Abdichtung der Tunneldecke lag im November 2018 vor. Auch die Auswirkungen auf den Bauablauf der Neugestaltung konnten zu diesem Zeitpunkt qualitativ beschrieben werden. Die Sanierungsarbeiten am Tunnel (Erneuerung der Deckenabdichtunge und Herstellung einer Planumsentwässerung) bewirken, dass die sommerlichen Innenstadtfeste 2019 ein weiteres Mal mit baubedingten Einschränkungen stattfinden werden.

Die projektbeteiligten Büros haben die Fortschreibung der technischen Planung, der Bauablaufplanung und der Kostenberechnung abgeschlossen. Die zusätzlichen Arbeiten begannen im Februar 2019 und können voraussichtlich im Juli 2019 abgeschlossen werden. Anschließend werden die Wasser- und Gasleitungen neu verlegt und der Boden wieder eingebaut.

Die Instandhaltung des über 50 Jahre alten Andienungstunnels für die Warenanlieferungen und Entsorgungsfahrten zwischen City-Ring, Kaufhof und Carree ist ein verkehrspolitisch wichtiges Anliegen der Stadt Darmstadt zur Entlastung der oberirdischen Verkehrsfläche.


Stand: 13.03.2019

Ansprechpartner:

René Kutschera

Straßenverkehrs- und Tiefbauamt

Telefon 06151 132700

e-Mail: rené.kutschera@darmstadt.de

Jörg Lange

Stadtplanungsamt

Telefon 0170 9224478