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Erschließung Gewerbegebiet Südwest

Verkehrsuntersuchungen

Die Verkehrsuntersuchung zum Rahmenplan Konversion West hat trotz einer ausgiebigen Berücksichtigung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes die Erfordernis einer leistungsfähigen Ertüchtigung des Verkehrsnetzes deutlich gemacht, insbesondere eine leistungsfähige Anbindung der Konversionsflächen an die Rheinstraße und somit zum übergeordneten Autobahnnetz im Westen.

Da das vorhandene Straßennetz heute schon an verschiedenen Punkten überlastet ist, kann das prognostizierte Verkehrsaufkommen der Konversionsflächen und von weiteren Verdichtungen im Gebiet TZ-Rhein-Main nicht mehr leistungsfähig abgewickelt werden.

Der Verkehrsuntersuchung zum Rahmenplan Konversion West liegt für die äußere Erschließung der Konversionsflächen eine Verlängerung des Eifelrings von der Rheinstraße bis zur Eschollbrücker Straße, die Straße Erschließung Gewerbegebiet Südwest (EGSW), zugrunde, die das zusätzliche Verkehrsaufkommen aufnehmen soll.

Im weiteren Planungsprozess und auf Anregungen aus der Bürgerschaft sind die verkehrlichen Voraussetzungen für eine Entwicklung der Konversionsgebiete West sowie die verkehrlichen Auswirkungen auf das erweiterte Umfeld in mehreren verkehrlichen Gutachten detailiert untersuchtworden, mit dem Ziel die Eingriffe in die Waldflächen zu minimieren.

 

 

1.Verkehrstechnische Ausbaumaßnahmen im Planfall Null (ohne Erschließung Gewerbegebiet Südwest)

Anhand aktueller Zähldaten und der Annahme, dass künftig keine Änderungen im bestehenden Verkehrsaufkommen (keine Zunahme) auftreten werden, wurde der Neuverkehr durch die Nutzungen des Rahmenplans zum heute vorhandenen Verkehr hinzuaddiert und als Prognosebelastung für das bestehende Straßennetz angesetzt.

Die Ergebnisse dieser Betrachtung zeigen, dass das prognostizierte Verkehrsaufkommen am Knotenpunkt Rheinstraße/Zweifalltorweg/Am Kavalleriesand, wie auch heute schon in Spitzenzeiten erkennbar, zukünftig nicht mehr leisttungsfähig abgewickelt werden kann. Nicht berücksichtigt ist hierbei das noch hinzukommende Verkehrsaufkommen durch die weiteren Verdichtungen im Gebiet TZ-Rhein-Main, die die Verkehrssituation noch verschärfen werden.

Die vorliegende Untersuchung zum Planfall Null (siehe Gutachten rechts) zeigt die theorerisch erforderlichen Ausbaumaßnahmen auf allen relevanten Verkehrsachsen sowie dem daraus folgenden Wegfall von ca. 100 Bäumen. Zudem würde diese Lösung zu einer erhöhten Verkehrsarbeit bzw. erheblichen Umwegfahrten beitragen und zu keinen Entlastungen auf vorhandenen Straßenabschnitten (Haardtring-Kavalleriesand-Rheinstraße) führen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass im bestehenden Straßennetz keine geeigneten Ausbaumaßnahmen möglich bzw. mit nicht vertretbaren Auswirkungen verbunden sind, um den künftigen Verkehr ohne eine leistungsfähige zusätzliche Verbindung im Westen leistungsfähig abzuwickeln.

2. Qualitative Variantenuntersuchung zur Verkehrsanbindung der Konversionsgebiete West an die Rheinstraße

Im Laufe des Planungsprozesses wurde deutlich, dass die Erschließung Gewerbegebiet Südwest in ihrer geplanten Form auf Kritik stößt. Haupaspekt dabei sind die Eingriffe in die Waldgebiete. Im Raum stand daher die Frage, ob über eine entsprechende Ertüchtigung des vorhandenen Straßennetzes auf die Erschließung Gewerbegebiet Südwest sogar verzichtet werden kann und bestehende Netzelemente nach Ausbau die Funktion einer Westvebindung übernehmen können.

Die vorliegende qualitative Variantenuntersuchung umfasst eine qualitative Beurteilung der zu erwartenden Auswirkungen von sieben verschiedenen Trassenführungen.

Basierend auf der qualitativ vergleichenden Betrachtung der Varianten kann als Ergebnis festgehalten werden, dass nur die Varianten 1 und 2 (Erschließung Gewerbegebiet Südwest) trotz ihrer Eingriffe in Waldflächen aus verkehrlicher und städtebaulicher Sicht positiv zu bewerten sind.

Variante 4 (vierstreifiger Ausbau der T-Online-Allee und Anschluss an die Rheinstraße) kann nur in Bezug auf den Kfz-Verkehr eine ähnliche verkehrliche Wirksamkeit entfalten. Zwar entfallen bei dieser Variante die Eingriffe in Waldflächen, es entstehen jedoch erhebliche Nachteile in anderen Bereichen indbesondere im Gebiet TZ-Rhein-Main: Verschlechterung für Fuß-, Rad- und Öffentlichen Personennahverkehr, sowie die Inanspruchnahme von erheblichen Privatflächen.

 

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3. Vertiefende Variantenuntersuchung für die Erschließung Gewerbegebiet Südwest

Nachdem die vorangegengenen Untersuchungen die Erfordernis einer leistungsfähigen Verkehrsanbindung an die Rheinstraße für die weitere Entwicklung des Gewerbegebietes Südwest verdeutlicht haben, sind in dieser Untersuchung Varianten mit dem Ziel einer Minimierung des Eingriffs in die Waldbereiche vertiefend weiter entwickelt worden. Hierbei wird zwischen dem nördlichen Teilabschnitt von Rheinstraße bis Hilpertstraße und dem südlichen Teilabschnitt von Hilpertstraße bis Eschollbrücker Straße unterschieden.

Der qualitative Variantenvergleich (s.oben) ergab für den nördlichen Abschnitt, dass die Verlängerung des Eifelrings nach Süden als am Besten zu bewerten war. Hierfür lag bereits eine Entwurfsplanung (Stand:2009) vor, die nun im Hinblick auf die Linienführung sowie auf die Eingriffe in die Waldflächen im Allgemeinen und die Betroffenheit schützenswerter Baumstandorte im Besonderen zu optimieren war. Dabei galt es, eine Abrückung nach Osten in den Bereich der bestehenden und geplanten Gewerbenutzungen (Bebauaungsplan W 23) zu prüfen, um auch die Trennwirkung der Straße in Bezug auf vorhandene Wegebeziehungen und die Austauschfunktion für die Tierwelt (Artenschutz) und damit verbundene Ausgleichsflächen zu reduzieren.

Die Stadtverordnetenversammlung hat am 12.09.2013 beschlossen, dass Variante 11 weiter verfolgt wird (Magistratsvorlage 2013/0225).

Im südlichen Abschnitt zwischen Hilpertstraße und Eschollbrücker Straße sahen die bisherigen Planungen eine direkte Verlängerung des nördlichen Abschnitts entlang des Waldrandes bzw. in Lage der heutigen Bergschneise vor. Im Sinne einer optimalen Trennung von Erschließungs- und Verbindungsfunktion war dieses Konzept Grundlage für die Rahmenplanung der Konversionsflächen West und dort so eingeflossen. Auch hier sind Eingriffe in bestehende Waldflächen und Auswirkungen auf den Artenschutz wesentliche Kritikpunkte.

In Hinblick auf die Schonung des bestehenden Waldrandes nördlich der Bergschneise werden derzeit Lösungen untersucht, die anstelle einer direkten Verlängerung der geplanten Erschließung Gewerbegebiet Südwest nach Süden eine Fortführung über die Kleyerstraße und weiter partiell durch das Gebiet der Konversionsflächen vorsehen.

Die derzeitige Überarbeitung der städtebaulichen und verkehrlichen Rahmenplanung berücksichtigt auch diese Variantenüberlegungen.

Generell wird darauf hingewiesen, dass die Bearbeitung der Themen der Landschaftspflege und des Artenschutzes nicht Inhalt der vorliegenden verkehrlichen Untersuchungen sind. Die Auswirkungen der verschiedenen Varianten werden diesbezüglich derzeit in gesonderten Gutachten untersucht.

4. Dimensionierung der Anbindung verlängerter Eifelring - Rheinstraße

Die Ergebnisse der für die Konversionsflächen West durchgeführten Verkehrsuntersuchung zeigen, dass durch die Gebietsentwicklung und die daraus erforderliche Westanbindung auch erhebliche verkehrliche Auswirkungen auf den nördlichen Anschlussbereich an den Eifelring und die Rheinstraße entstehen. Die bestehenden Knotenpunkte in ihrer heutigen Form können die neuen Vrekehrsmengen nicht mehr leistungsfähig abwickeln.

Es wurden verschiedene Knotenpunktformen hinsichtlich ihrer generellen Machbarkeit unter Berücksichtigung der örtlichen Randbedingungen (Knotenpunktabstände, Verflechtungslängen,Straßenbahn, Bauwerke, etc.) untersucht. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Anbindung der Rheinstraße von und nach Westen. In beiden Fahrtrichtungen stellt sich bereits heute die Nähe zu den Ein- und Ausfahrten der B 26 in Überlagerung mit den Fahrbeziehungen zu BAB A 672 als schwierig dar.

Um auf den Bau kostenintensiver und in den Wald eingreifender Varianten zu verzichten,  soll die Vorzugsvariante mit den dargestellten verkehrstechnischen Anpassungen zur Ausführung kommen.

Allgemeine Information zur Konversion

1. Planfall Null

Kontakt

Straßenverkehrs- und Tiefbauamt

Verkehrsentwicklung

Norbert Stoll

Telefon 06151 13-2833

norbert.stoll@darmstadt.de

Astrid Samaan

Telefon 06151 13-2820

astrid.samaan@darmstadt.de