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Radverkehr in Darmstadt

Gerade im Radverkehr ist die Vielzahl an Verkehrsregeln, -schildern usw. nicht immer leicht zu durchschauen. Daher erhalten Sie hier die Antworten auf häufige Fragen.

Beispiel für eine kombinierte Radfahrer- / Fußgängerampel
Beispiel für eine kombinierte Radfahrer- / Fußgängerampel Bildquelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Fahrradampel am Breslauer Platz
Bei der Fahrradampel am Breslauer Platz lösen Radler automatisch grün aus, wenn sie im Bereich der Markierung (blaues Kästchen) stehen bleiben Bildquelle: Karin Weber

Radverkehr als Fahrverkehr richtet sich im Regelfall nach den Ampeln, die auch für den Kfz-Verkehr gelten. Wollen Radfahrende im Bereich einer reinen Fußgängerampel eine Straße queren, müssen sie ihr Rad schieben. Nur im Bereich einer kombinierten Fußgänger- und Radfahrerampel - wenn also beide Symbole auf der Signalscheibe der Ampel vorhanden sind - dürfen Radfahrer auch fahren. Sind eigene Ampeln nur für den Radverkehr vorhanden, müssen diese beachtet werden.


Dies ist zum Beispiel am Breslauer Platz (aus Fahrtrichtung Heinrich-Fuhr-Straße) der Fall. Hier ist eine reine Fahrradampel installiert. Um hier Grün zu erhalten, halten Sie hinter den Haltelinien im Bereich der Markierung (siehe Foto). An dieser Stelle lösen Sie automatisch Grün für die Fahrradampel aus. Es ist nicht nötig, den Taster für die Fußgängerampel zu bedienen.


Vor einigen Ampeln oder Kreuzungen gibt es Aufstellflächen, auf denen sich Radfahrende vor den Autos aufstellen können. Das bietet für Zweiradfahrer entscheidende Vorteile: sie sind im Blickfeld der Kraftwagenfahrer, stehen nicht in den Abgasfahnen und können bei Grün vor den Autos starten. Aufstellflächen dürfen von Geradeausfahrenden und Linksabiegern genutzt werden. 

Radfahrer sind rechtlich verpflichtet, auf benutzungspflichtigen Radwegen zu fahren. Daher ist das Thema Benutzungspflicht nicht unumstritten. Viele Radfahrer wünschen sich verständlicherweise eine gewisse Wahlfreiheit, ob sie auf der Fahrbahn oder auf einem Radweg fahren. Die in Deutschland geltenden Rechtsvorschriften lassen es zu, aus Gründen der Verkehrssicherheit die Radwegebenutzungspflicht mit drei verschiedenen Schildern anzuordnen. 

Dazu muss die Radverkehrsanlage bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Sie sollte der Beschaffenheit und dem Zustand nach zumutbar sowie die Linienführung eindeutig, stetig und sicher sein. Ist ein benutzungspflichtiger Radweg zeitweise durch Falschparker, Schnee oder durch andere Gründe nicht befahrbar, darf die betroffene Stelle selbstverständlich auf der Fahrbahn umfahren werden.  

Es gibt immer mehr Radwege ohne Benutzungspflicht (Radwege "ohne Schild"), wie zum Beispiel in der Neckarstraße. Dort besteht ein baulich von der Fahrbahn abgetrennter Weg, der aber mit keinem blau-weißen Radwegschild mehr versehen ist. Demnach ist niemand verpflichtet, diesen Weg mit dem Rad zu nutzen. Ebenso dürfte man auf der Fahrbahn fahren. Viele Autofahrer erkennen diese Regelung im Einzelfall nicht und reagieren - unberechtigterweise - mit "Weghupen".

 

 

Eine Einbahnstraße wird als "unecht" bezeichnet, wenn nur in einer Richtung eingefahren werden darf, die Straße sonst aber in zwei Richtungen befahren werden darf.

In Darmstadt sind mittlerweile insgesamt 42 Einbahnstraßen und so genannte unechte Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung frei gegeben. Es ist geplant, weitere Straßen freizugeben. Wenn Sie eine frei gegebene Einbahnstraße mit dem Rad in Gegenrichtung befahren, stellen Sie sich darauf ein, dass die Autofahrer - trotz entsprechender Beschilderung - nicht mit Ihnen rechnen. Weisen Sie im Konfliktfall bestimmt und freundlich auf Ihr gutes Recht hin, die frei gegebene Straße in Gegenrichtung zu befahren.

Auflistung Einbahnstraßen in Gegenrichtung frei Darmstadt.pdf

 

 

Das hängt davon ab, was für ein Elektrorad Sie fahren. Der rechtlichen Einordnung nach gibt es mittlerweile sechs unterschiedliche Elektrorad-Kategorien (drei Pedelec-, drei E-Bike-Typen). Der Begriff "Pedelec" steht für "Pedal Electric Cycle". Das sind Elektrofahrräder, deren Motorenunterstützung sich nur in Gang setzt, wenn man in die Pedale tritt. Schnelle Pedelecs (bis 45 km/h) gelten rechtlich allerdings nicht als Fahrräder. Daher darf man mit ihnen nicht auf Radwegen fahren. Pedelecs, die nur bis 25 km/h fahren, gelten als Fahrräder. Mit E-Bikes kommt man auch ganz ohne Treten voran: Diese Räder sind mit einem unabhängigen Antrieb ausgestattet und fahren bis zu 45 km/h. Der ADAC hat eine übersichtliche Zusammenstellung zu dem Thema erarbeitet.

ADAC Pedelecs & EBikes.pdf
(Quelle: ADAC)

Die Fahrradmitnahme ist prinzipiell auf allen RMV-Linien kostenlos möglich - allerdings nur im Rahmen der Platzverfügbarkeit. Es gilt: Personen mit Kinderwagen oder im Rollstuhl zuerst - falls es zu eng für alle ist, müssen Radfahrer den Platz für die anderen Nutzer frei machen. Tipp: Für häufige Fahrradmitnahmen in Bus und Bahn empfiehlt sich ein Faltrad. Zusammengeklappt ist es so klein, dass es auch in einer gut besetzten Straßenbahn nicht stört.

DADINA_HEAGmobilo_Flyer_Radmitnahme.pdf

Weite Teile der Darmstädter Fußgängerzone sind für den Radverkehr frei gegeben. Grundsätzlich gilt: in einer Fußgängerzone bestimmen die Fußgänger das Verkehrsgeschehen. Also müssen Sie mit dem Rad besonders langsam fahren und für Fußgänger abbremsen. "Wegklingeln" gilt nicht.

In den folgenden Straßen dürfen Sie nur von 21 Uhr abends bis 08 Uhr morgens fahren:

Ludwigstraße
Schuchardstraße
Ernst-Ludwig-Platz
Ernst-Ludwig-Straße
Stadtkirchplatz

Die Straße "Im Carree" und die Ludwigspassage sind komplett für den Radverkehr gesperrt. Der so genannte "Wilhelminenbuckel" ist nur hangabwärts für den Radverkehr gesperrt. Auf diesen einhundert Metern müssen Sie Ihr Zweirad schieben. Hangaufwärts (Richtung Ludwigskirche) dürfen Sie auch den Wilhelminenbuckel mit dem Rad hinauf fahren.

Plan: Radverkehr in Fußgängerzone Darmstadt.pdf  

Radfahren auf Gehwegen ist nur erlaubt, wenn diese durch ein Zusatzzeichen für den Radverkehr frei gegeben sind. Radfahrer müssen hier die Schrittgeschwindigkeit einhalten. Eine Benutzungspflicht besteht nicht. Wer flott vorankommen will, sollte unbedingt auf der Straße fahren. Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen auf dem Gehweg fahren, ältere Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern den Gehweg benutzen. Wenn Kinder eine Fahrbahn queren wollen, müssen sie absteigen und schieben.

Übrigens muss das Radfahren auf Gehwegen nicht unbedingt sicherer sein, als auf der Fahrbahn: Gerade an Grundstücksausfahrten können Sie von kreuzenden Autofahrern leicht übersehen werden.  

Bei gemeinsamen Geh- und Radwegen ist besondere Vorsicht geboten: Radfahrer und Fußgänger teilen sich denselben Verkehrsraum. Das kann durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten und die Lautlosigkeit von Fahrrädern leicht zu Konflikten führen. Hier hilft - wie so oft im Straßenverkehr - die gegenseitige Rücksichtnahme und eine vorausschauende Fahrweise. Gemeinsame Geh- und Radwege sind benutzungspflichtig.

 

 

 

Ein getrennter Geh- und Radweg ist in der Mitte durch einen durchgezogenen Strich oder farblich bzw. baulich in zwei Abschnitte getrennt: Die eine Seite ist für den Radverkehr vorgesehen, die andere für den Fußverkehr. Diese Art von Radweg ist benutzungspflichtig.

In Darmstadt sind Radfahrer auch in vielen Grünanlagen und Grünverbindungen willkommen. Auch in einigen Parkanlagen wie dem Herrngarten und dem Bürgerpark Nord dürfen Sie auf einigen Fußwegen fahren. Bitte nehmen Sie entsprechend Rücksicht, da Sie sich Wegeflächen mit Fußgängern und Erholungssuchenden teilen. Viele verschiedene Nutzer sind hier unterwegs, um sich zu entspannen und in Ruhe abseits vom Autoverkehr zu bewegen: Eltern mit Kindern, Hundebesitzer, Spaziergänger.

Bisher gibt es in Deutschland keine allgemeine Helmpflicht für Radfahrer. Ein neueres Gerichtsurteil, das allerdings noch nicht rechtskräftig ist, hat einer Radfahrerin nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall eine Mitschuld an ihren Schädelverletzungen zugesprochen, da sie keinen Fahrradhelm trug. Das Bundesverkehrsministerium empfiehlt ausdrücklich, zum Radfahren einen Fahrradhelm aufzusetzen. Sicherlich kann man beim Thema Helmpflicht geteilter Meinung sein. Auf einen guten Grund, aus reinem Eigeninteresse mit Helm zu fahren, möchten wir hinweisen: Helme schützen effektiv vor Kopfverletzungen. 

 

 

Wer Kinder auf dem Fahrrad mitnehmen möchte, muss selbst mindestens 16 Jahre alt sein, schreibt die Gesetzgebung vor. Kinder dürfen bis zum vollendeten siebten Lebensjahr in Fahrrad-Kindersitzen oder Fahrradanhängern befördert werden. Fahrradspeichen müssen so verkleidet sein, dass die Füße der Kinder nicht hinein geraten können. 

Eine andere Möglichkeit, die Kleinen zu transportieren: ein Lastenrad

In den 1980er Jahren wurden in Darmstadt so genannte Mehrzweckstreifen markiert. Zu dieser Zeit haben die Verordnungen noch keine andere Markierungslösung zugelassen. Die Mehrzweckstreifen dienen als Angebot und Hilfestellung für den Rad- oder manchmal auch Fußverkehr, unterliegen aber formal keiner Benutzungspflicht.

In Sackgassen endet die Fahrt für Autos - für Radfahrer und Fußgänger sind Sackgassen häufig durchlässig. Deshalb sieht die Straßenverkehrsordnung 2013 vor, die Durchlässigkeit von Sackgassen mit einem neuen Schild zu verdeutlichen. An vielen Stellen in Darmstadt findet man noch die alten Sackgassenschilder, die mit einem zusätzlichen Aufkleber darauf hinweisen, dass Fahrräder freie Fahrt haben.

Diese Streifen befinden sich am rechten Fahrbahnrand und sind durch unterbrochene weiße Linien gekennzeichnet (ein Meter Strich, ein Meter Lücke). Häufig sind sie zusätzlich mit Fahrradpiktogrammen versehen. Falls sich breite Fahrzeuge wie Lastwagen oder Busse begegnen, darf der Schutzstreifen ausnahmsweise überfahren werden. Der Radverkehr darf dabei nicht gefährdet werden. Auf Schutzstreifen darf nicht geparkt werden.

Schon wieder zu knapp überholt worden? Ein Auto muss ein Fahrrad mit einem Seitenabstand von 1,50 Metern überholen, so die Rechtsprechung. In der Straßenverkehrsordnung ist von einem ausreichenden Seitenabstand die Rede. Auf keinen Fall dürfen Radfahrer beim Überholen und Wiedereinscheren durch Autos gefährdet oder behindert werden. Wer an parkenden Autos mit dem Fahrrad vorbei fährt, sollte ebenfalls einen Sicherheitsabstand lassen. Eine geöffnete Autotür kann bis zu 1,50 Meter in die Fahrbahn hinein ragen. Selbstverständlich gilt es genau so, einen ausreichenden Überholabstand zu Fußgängern zu lassen. 

Die neue Straßenverkehrsordnung (StVO) www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/ ist am 1. April 2013 in Kraft getreten.

Was die neue StVO für den Radverkehr bedeutet, hat der ADFC hier zusammengestellt.

In Tempo-30-Zonen - also rund 80 % des Darmstädter Straßennetzes - können Radfahrer dank der niedrigeren Geschwindigkeiten im Mischverkehr zusammen mit den Autos fahren. Daher finden Sie in diesen Gebieten in der Regel keine Radwege vor.

 

 

Fußgänger oder Radfahrer, die sich direkt vor oder seitlich des Führerhauses eines Lastwagens im "Toten Winkel" befinden, können beim Abbiegen vom Lastwagenfahrer übersehen werden. Mittlerweile sind zwar Lastwagen mit zusätzlichen Spiegeln ausgerüstet, dennoch verbleibt ein Bereich um das Fahrzeug, der überhaupt nicht eingesehen werden kann; insbesondere rechts des Lkw (vgl. Abbildung unten).

Schwere Unfälle sind die Folge. 

In Ergänzung zu den fahrzeugseitigen Maßnahmen kann ein ortsfester Spiegel an gefährdeten Kreuzungen montiert werden - ein so genannter Trixi-Spiegel, typischerweise an einem Ampelmast. Dadurch liegt dieser Spiegel beim Warten vor der roten Ampel automatisch im Blickfeld der Lastwagenfahrer: Der gesamte Bereich vor und rechts seitlich des Fahrzeuges kann damit gut eingesehen werden. Nachdem die Trixi-Spiegel in der Schweiz und in Freiburg im Breisgau erfolgreich eingeführt wurden, ist auch ihre Wirksamkeit in einer Untersuchung der Universität Kaiserslautern bestätigt worden.  

In Darmstadt sind Trixi-Spiegel an folgenden Knotenpunkten installiert:

Heinrichstraße / Karlstraße (an allen vier Zufahrten)
Hindenburgstraße / Hügelstraße (Zufahrt von Osten)
Hindenburgstraße / Holzhofallee (Zufahrt von Osten)
Nieder-Ramstädter Str. / Teichhausstr. (Roßdorfer Platz) (Zufahrt von Süden)
Kreuzung Pfungstädter Straße / Walther-Rathenau-Straße (Zufahrt von Osten)
Frankfurter Landstraße / Virchowstraße (Zufahrt von Norden)
Frankfurter Landstraße / Weiterstädter Str. (Zufahrt von Norden)
Frankfurter Landstraße / Untere Mühlstr. (Zufahrt von Norden und Süden)
Frankfurter Landstraße / Gehmerweg (Zufahrt von Norden und Süden)
Frankfurter Landstraße / Im Fiedlersee (Zufahrt von Norden und Süden)

Verkehrsberuhigte Bereiche können in Straßen mit geringem Verkehrsaufkommen und hohem Aufenthaltscharakter ausgewiesen werden. In diesen speziellen Straßen, die in der Umgangssprache auch "Spielstraßen" genannt werden, teilen sich der Fuß- und Radverkehr sowie Autoverkehr die gesamte Verkehrsfläche. Fachleute sprechen von einer so genannten Mischverkehrsfläche.

Kinderspiele sind in verkehrsberuhigten Bereichen überall erlaubt. Wer in diesem Bereich Fahrrad oder Auto fährt, muss Schrittgeschwindigkeit einhalten und darf Fußgänger weder behindern noch gefährden. Der Fahrverkehr muss bei Bedarf warten. Wer zu Fuß geht, darf wiederum den Fahrverkehr nicht unnötig behindern.

Einfach mal los radeln? Gerne. Aber prüfen Sie, ob Ihr Fahrrad wirklich verkehrstauglich ist. Zu Ihrer eigenen Sicherheit. In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist definiert, wie ein Fahrrad ausgestattet sein muss. Ein funktionstüchtiges Licht gehört auf jeden Fall dazu. Der ADFC hat in einer Grafik zusammengestellt, auf was Sie achten müssen. Seit 1.8.2013 sind neu auch Ansteckleuchten (Akku- bzw. Batteriebeleuchtung) erlaubt.

Grafik ADFC verkehrssicheres Fahrrad, Quelle ADFC

Zebrastreifen oder auch Fußgängerüberwege genannt, sind Schutzanlagen für Fußgänger. Wenn Fußgänger an einem Zebrastreifen die Fahrbahn kreuzen wollen, sind Autofahrer verpflichtet zu stoppen. Für Radfahrer bedeutet das: wollen sie an einem Zebrastreifen die Straße mit demselben Vorrang queren, müssen sie vom Fahrrad absteigen und ihr Zweirad schieben. Andernfalls würde der Radfahrer - falls es auf einem Zebrastreifen zur Kollision käme - eine Mitschuld tragen.

Es gibt Radwege, die in beide Fahrtrichtungen befahren werden dürfen. Einen solchen Zweirichtungsradweg finden Sie zum Beispiel in der Virchowstraße bzw. in der benachbarten Blütenallee. Zweirichtungsradwege erkennen Sie daran, dass in beide Fahrtrichtungen entsprechende Schilder aufgestellt sind, die das Radfahren erlauben: im Beispielbild als gemeinsamer Geh- und Radweg.