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Buch des Monats

November 2019

 

Die Darmstädter Jury hat

 

Sibylle Lewitscharoffs Roman „Von oben“ zum Buch des Monats November gewählt.

 

Es ist im Suhrkamp Verlag, Berlin, erschienen, geb., 239 S., 24 €, ISBN 978-3-518-42893-1

Begründung der Jury:

Nach dem Tod ist vor dem Leben. Noch keinem ewigen Leben, das in zweierlei Gestalt zu kommunizieren wäre: entweder höllisch oder himmlisch, verdammt oder selig, himmelhöllisch oder höllenhimmlisch. Nein, der soeben durch einen Sprung vom Balkon mit einem Glas schwappendem Campari in der Hand in den freiwilligen Tod gehüpfte Protagonist von Sibylle Lewitscharoffs neuem Roman „Von oben“ lebt und west und webt und schwebt als eine Art postsuizidaler Luftgeist in einer Art fegefeuerlichem Zustand. Diesen Zustand erlebt der Protagonist eben nur dals: Berlin. Das macht den Roman so komisch. Und dass er in diesem Berlin in Mietwohnungen, Ehebetten, Geschlechterkampfzonen, in WGs, Kanzlerämtern, Arztpraxen, Universitäten, Theatern, Kneipen, Paris Bars, Boulevards, Kirchen, Konzertsälen, auch auf Friedhöfen (samt Erinnerungsreisen ins tief Schwäbische, Degerlöchrige, auf Tanten-Höhen über Stuttgart) immer nur unsichtbar bleiben, nie eingreifen, nichts korrigieren oder ändern kann – das macht diesen Roman dann wahrhaft urkomisch. Also durchweht von einer Musik gesellschaftskritischer Vergeblichkeitsempfindung. Also der puren zeitgeistverlachenden Heiterkeit. Ein großes Lesevergnügen.

(Buch des Monats e.V., Gerhard Stadelmaier)


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.


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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Dagmar Leupold
Adrienne Schneider
Dr. Wilfried F. Schoeller
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@hotmail.com