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Buch des Monats

August 2020

 

Die Darmstädter Jury hat das Buch von 

Hans-Joachim Schädlich: Die Villa

zum Buch des Montats August 2020 gewählt.

Roman. Rowohlt Verlag, 20,00 Euro, ISBN 978-3-49806-555-3

In seinem kurzen Roman „Die Villa“ (Rowohlt Verlag) geht Hans-Joachim Schädlich zurück in die Jahre 1931 bis 1950, ans Ende der Weimarer Republik bis zu den Anfängen der DDR. Ort der Handlung ist eine Jugendstilvilla in Reichenbach, Vogtland. Der hier am 8. Oktober 1935 geborene Autor erzählt unverwechselbar von einem zu jeder Zeit systemergebenen politischen Mitläufer, einem Wollfabrikanten und Familienmenschen mithin, der allerdings um nichts so besorgt ist wie um das Wohl seiner Frau und vier Kinder. Unverwechselbar ist Schädlichs präzise Sprache, seine Lakonie, sein Minimalismus, seine Kunst, Ereignisse ohne moralische Einmischungen einer Erzählerfigur ganz für sich stehen und doch sprechen zu lassen. Er erzählt nicht nur die Geschichte einer zur Entrümpelung frei gegebenen Villa mit dunkler Vergangenheit, er selbst betreibt auf der formalen Ebene des Romans einen Prozess der Entrümpelung.

(Darmstädter Jury „Buch des Monats e.V.“, Hajo Steinert)

 


Maßstäbe in der Welt der Bücher

Buchempfehlungen aus Darmstadt

Seit 1952 trifft sich regelmäßig eine unabhängige Jury aus Schriftstellern, Journalisten und Literaturkritikern, um aus der Vielzahl der Neuerscheinungen ein Buch besonders hervorzuheben, dessen literarische Qualität es verdient, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Institutionelle Basis für die ehrenamtliche Arbeit der Darmstädter Jury ist der Verein "Buch des Monats", der am 4. Oktober 1957 von den Gründungsmitgliedern und Juroren Editha Beckmann, Karl Friedrich Borée, Bernhard von Bretano, Kasimir Edschmid, Rudolf Goldschmidt, Ernst Johann, Heinz-Winfried Sabais, Hans-Joachim Sperr, Franz Thiess, Hermann Trog und Fritz Usinger nach fünfjähriger Jurytätigkeit ins Leben gerufen wurde. Mitglieder dieses Vereins sind außerdem weitere Autoren, auch Buchhändler, Verlage sowie literarische interessierte Personen.

Ihre Aufgabe sieht die Jury vor allem darin, belletristische Bücher auszuwählen, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Mit der Auszeichnung „Buch des Monats“ soll diesen Büchern zu einer größeren Verbreitung verholfen werden. Dabei fällt die Wahl nicht unbedingt auf literarische Bestseller. Es sind eher die stilleren Büchern, die den Juroren besonders auffallen. Manches Buch wird durch die Auszeichnung „Buch des Monats“ erst erfolgreich. Nicht Trends bestimmen das Votum, es ist allein die literarische Qualität. Die unterschiedlichsten Formen in der ganzen Breite des Genres – Erzählung, Roman, Lyrik, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Briefe und auch Memoiren – werden berücksichtigt.

Fast lückenlos ist die monatliche Auszeichnung seit Oktober 1952 verliehen worden, nur im Juli 1955 und im Juli 1956 gab es kein „Buch des Monats“.

In der Reihe „Darmstädter Schriften“, herausgegeben vom Kulturamt – Magistrat der Stadt Darmstadt sind bisher vier Publikationen zum Buch des Monats, Nr. 12 (1962), Nr. 15 (1965), Nr. 53 (1986) und Nr. 71 (1997), erschienen. In diesen Dokumentationen sind die bis 1997 ausgezeichneten Buchtitel festgehalten, Erläuterungen aus der Praxis der Jury sowie Einführungen zu ausgewählten Büchern und Leseproben, darüber hinaus auch die Biographien der Jurymitglieder nachzulesen.

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Buch des Monats

Die Darmstädter Jury:

Peter Benz
Michael Braun
Oliver Jungen
Hanne F. Juritz
Adrienne Schneider
Dr. Tilman Speckelsen
Dr. Gerhard Stadelmaier
Dr. Hajo Steinert
Wolfgang Werth

Kontakt zur Geschäftsstelle über buchdesmonats@1sp4mhotmail.abcom

Wichtige Mitteilung
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