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Darmstädter Künstlerkolonie 1899-1914

Mathildenhöhe - Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Russische Kapelle. Foto: Ulrich Mathiasnhöhe
Mathildenhöhe - Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Russische Kapelle. Foto: Ulrich Mathias

Ins Leben gerufen wurde die Künstlerkolonie von Darmstadts letztem Großherzog, Ernst Ludwig (1868-1937), der 1892 mit 23 Jahren die Regierungsgeschäfte Hessens übernahm und die rückständige hessische Industrie mit kreativen Ideen inspirieren wollte – erfolgreich, wie sich zeigte.

Die hessische Kunstgewerbe- und Möbelindustrie nahm in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg einen deutlichen Aufschwung. Eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Industrie war in die Wege geleitet worden – ein Prozess, den der Deutsche Werkbund fortsetzte. 

1899 gründete Ernst Ludwig die Künstlerkolonie, berief die ersten sieben Künstler – Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens, Patriz Huber, Hans Christiansen, Paul Bürck, Ludwig Habich und Rudolf Bosselt - und stellte ihnen die Mathildenhöhe zur Verfügung. Auf dem als Park angelegten Hügel im Osten der Stadt gab es bereits den 1833 angelegten Platanenhain, das Wasserreservoir und die Russische Kapelle.

Bis 1914 präsentierten die Künstler der Kolonie ihre Arbeiten in vier Ausstellungen.

Eröffnungsfeier 15.5.1901
Die Ausstellung "Ein Dokument deutscher Kunst" wurde am 15.5.1901 mit einer feierlichen Inszenierung vor dem Portal des Ernst-Ludwig Hauses eröffnet

Drei-Häuser-Gruppe
Die Drei-Häuser-Gruppe war Hauptexponat der zweiten Kolonieausstellung.
Ausstellungegbäude im Platanenhain
Temporäre Ausstellungsgebäude - wie beispielsweise Restaurant- und Konzertpavillons - waren im Platanenhain aufgebaut

Hochzeitsturm, Ausstellungshallen
Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude entstanden zur dritten Ausstellung 1908.
Arbeitersiedlung Südostseite Mathildenhöhe
Am Südostrand der Mathildenhöhe entstand zur Ausstellung eine modellhafte Arbeitersiedlung. Drei der sechs Einfamilien- und Doppelhäuser wurden nach Ausstellungsende an die Erbacher Straße versetzt und stehen dort noch heute.

Löwentor
Das Löwentor markierte den Eingang zur Ausstellung 1914. Die Löwen stehen heute, auf neuen Podesten, vor dem Eingang der Rosenhöhe - die Säulen stehen, mit einem neuen Architrav, vor dem Hochschulstadion.
Luftaufnahme der Mathildenhöhe nach 1914
Albin Müller gestaltete mit der Miethausbebauung die Ostseite der Mathildenhöhe. Mit dem Lilienbecken band er die Russische Kapelle in das Gesamtkunstwerk Mathildenhöhe ein.