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Wir fragen Darmstadt - Interview 8

Masterplan DA2030+ ////Darmstadt weiterdenken - Wir fragen Darmstadt - Interviews

DR. MONIKA MEYER, Geschäftsführerin des Instituts Wohnen und Umwelt in Darmstadt

Was macht Darmstadt heute für Sie besonders?
Darmstadt hat viele Potenziale, die besser ausgeschöpft werden sollten. Es gibt eine Vielzahl von wissenschaftlichen Einrichtungen, deren Expertise für die Entwicklung genutzt werden sollte – mit einer systematischen Kommunikation, Koordination und Sammlung von (Forschungs-) Ergebnissen. Ich sehe viele Orte in der Stadt, die erst auf den zweiten Blick ihre Schönheit entwickeln - wie die gassenartigen Durchwegungen in der Innenstadt - aber auch stark vernachlässigte Bereiche wie bspw. die Rheinstraße, die für Fußgänger zum Unort wurde. Darmstadt stellt sich als offene und bunte, relativ wenig segregierte Stadt dar. Und die Stadtgesellschaft hat ein großes Interesse an städtischen Entwicklungen.

Wir sind im Jahr 2030: Wie soll sich die Stadt bis dahin verändert haben?
Darmstadt hat seine baulichen Potenziale gehoben: die öffentlichen Räume sind gestaltet, das bauliche und künstlerische Erbe in Wert gesetzt, Neubauten qualitätsvoll. Im Bereich Wohnen vollzog sich ein Bewusstseinswandel: Aufgrund ökologischer Erkenntnisse und der Grenzen des Geldbeutels nimmt der persönliche Konsum an Wohnfläche ab. Durch Wohnungsbau in der Innen- und Außenentwicklung ist der Wohnungsmarkt entspannter. Die Menschen bewegen sich zu Fuß, mit Rad, ÖPNV oder Sharing-Angeboten. Der öffentliche Raum ist durch weniger Autoverkehr attraktiver geworden. Zwischen Darmstadt und den umliegenden Landkreisen und Gemeinden gibt es Vernetzung und gemeinsame Aufgabenerfüllung in Bezug auf Fragen der Wohnungsversorgung, der Infrastrukturangebote und der regionalen Mobilität. Darmstadt hat sich weiterhin die Mischung von Gewerbe, Dienstleistung und Hightech bewahrt. Die Verbindung zwischen den wissenschaftlichen Einrichtungen, den Hochschulen und dem produzierenden Gewerbe sind weiterhin gestärkt.

In die Fläche oder in die Höhe: Wo soll Darmstadt „hinwachsen“?
Auch bei einem sparsamen Umgang mit Flächen und unter Ausnutzung aller Potenziale für Wohnen, Gewerbe und Verkehr wird ein wachsendes Darmstadt sich sowohl in die Höhe als auch in die Fläche vergrößern müssen. Die Beachtung von (klein-) klimatischen Erfordernissen sowie einem lebenswerten Wohnumfeld lassen eine hohe Nachverdichtung nicht zu. Nur ein Teil der benötigten Flächen kann in der Innenentwicklung bereitgestellt werden. Beim Wachstum sollte gemeinsam und koordiniert mit den Umlandgemeinden vorgegangen werden.

Welchen Stellenwert hat die Gestaltung und Nutzung von Grün- und Freizeitflächen für das Erholungspotenzial der Bürgerinnen und Bürger in Darmstadt?
Der Stellenwert ist sehr hoch, da eine starke Innenentwicklung eine erhöhte Qualität von Grün- und Freiflächen verlangt. Zum einen geht es um die Kompensation von reduzierten individuellen Wohnflächen durch attraktive Freiflächen, zum anderen haben Grünflächen eine hohe Bedeutung für Klimaschutz und Klimaanpassung.