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Wir fragen Darmstadt - Interview 4

Masterplan DA2030+ ////Darmstadt weiterdenken - Wir fragen Darmstadt - Interviews

MICHAEL KIBLER, Schriftsteller

Was macht Darmstadt für Sie heute besonders?
Darmstadt bietet eine fast perfekte Mischung aus Großstadt und Kleinstadt. Vom Krankenhaus bis zum Staatstheater spielt Darmstadt eindeutig in der Liga der Großstädte. Was jedoch das Lebensgefühl angeht, fehlt vor allem ein negativer Aspekt vieler Großstädte: die Anonymität. Das liegt sicher daran, dass in Darmstadt die Kultur der einzelnen Stadtviertel hochgehalten wird. So findet man Kulturstätten, Kneipen und auch die interessanteren kleinen Geschäfte des Einzelhandels alle über die ganze Stadt in den Vierteln verteilt. Damit einher geht auch ein hoher Grad an Toleranz.

Wir sind im Jahr 2030: Wie soll sich die Stadt bis dahin verändert haben?
Darmstadt hat gute Lösungen für den Verkehr entwickeln können: Der Cityring existiert in dieser Art und Weise nicht mehr. Es gibt einen Tunnel in Nord-Süd-Richtung und einen in Ost-West-Richtung oder vielleicht noch eine bessere Lösung, um die Massen von Autos aus der Stadt herauszubekommen. Damit einhergehend mehrere Park&Ride-Parkhäuser - mit einer sehr schnell getakteten Bus- oder Straßenbahnverbindung oder Elektrosmarts, die man stundenweise mieten kann. Darmstadt gelingt es, das Wiener ÖPNV-Modell hier zu etablieren: für einen Euro einen Tag Bus oder Bahn fahren. Parallel dazu hat Darmstadt einen europäischen Preis gewonnen: Fahrradfreundlichste Stadt auf dem Kontinent. Okay, man wird ja wohl träumen dürfen…

Wie schaffen wir vielfältige Kultur und welche Kultur braucht Darmstadt?
Ich halte die Kultur in Darmstadt für vielfältig. Die Frage „Welche Kultur braucht Darmstadt?“ ergibt für mich wenig Sinn, Kultur lässt sich nicht verordnen. Es sei denn, die Frage bezieht sich auf die Kultur im gegenseitigen Umgang. Da halte ich den grundsätzlich toleranten und diskussionsfreudigen Diskurs, wie er heute zum Großteil existiert, für richtig, wichtig und gut für die Stadt und ihre Bürger.