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Wir fragen Darmstadt - Interview 11

Masterplan DA2030+ ////Darmstadt weiterdenken - Wir fragen Darmstadt - Interviews

PROF. DR. KRISTINA SINEMUS, Präsidentin der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar

Was macht Darmstadt für Sie heute besonders?
Darmstadt ist Schwarmstadt – also attraktiv für junge, gut ausgebildete Fachkräfte und Familien. Darmstadt ist mit Hochschulen und Forschungsinstituten eine Studentenstadt mit internationalem Flair, ist Standort der ESA/ESOC und steht mit dem Label „Wissenschaftsstadt“ bundesweit wie international immer mehr für Themen wie Digitalisierung, Life Sciences und Engineering. Mit der Digitalstadt oder dem Digital Hub für Cybersecurity wird von extern anerkannt, was vielen Darmstädtern bisher nicht auffällt: wir sind mit den zahlreichen Hochschulen, Forschungsinstituten und hochinnovativen Unternehmen ein Spitzenstandort. Dazu zählen auch viele Start-ups, die wir heute im Alltag und in der Stadt noch kaum wahrnehmen. Im Bereich Cybersecurity sind wir längst international bekannt. Stadtplaner würden das wohl „Kreative Milieus“ nennen, die uns gar nicht so bewusst sind. Dieses Potenzial müssen wir nutzen, um es auch in die Entwicklung unserer Stadt einzubringen.

Wir sind im Jahr 2030: Wie soll sich die Stadt bis dahin verändert haben?
Bereits heute sind die Wege in Darmstadt erfreulich kurz, es ist eine kompakte Stadt. 2030 wird sich Darmstadt städtebaulich weiter verdichtet haben. Mit den in der Entwicklung befindlichen Stadtteilen und Konversionsflächen wird sich Wegweisendes hinsichtlich Mobilität und in Richtung Smart City getan haben. Aus den Erfahrungen der Digitalstadt hat man sich mit einer bis dahin etablierten Smart-City-Konferenz bundesweit einen Namen gemacht. In Darmstadt hat sich eine Start-up-Kultur entwickelt, mit der die gesamte Region rund um Frankfurt auch in der Wahrnehmung von außen mit Berlin oder München locker mithalten kann. Die Stadt wird sich als integrativer Bestandteil einer „Smart Region“ um eine der zentralen Europäischen Metropolen entwickeln.

Welche Potentiale bietet die „Digitalstadt“ für das Leben und Arbeiten in Darmstadt?
Der Wettbewerb hat gezeigt, wie gut unsere Netzwerke sind! Wirtschaft, Wissenschaft, Politik arbeiten Hand in Hand. Das ist nicht selbstverständlich, sondern das war entscheidend, um Digitalstadt zu werden! Jetzt gilt es, gemeinsam Projekte umzusetzen, die der Stadt auch wirklich helfen, die Herausforderungen der Gegenwart anzunehmen. Chancen liegen vor allem in den Bereichen Flächenentwicklung, Mobilität, Bildung und E-Government. Um Leben und Arbeiten bei uns besser zu machen, müssen wir alle Beteiligten mitnehmen und die Erfahrungen, die wir in den nächsten Jahren sammeln, innerhalb von Darmstadt, aber auch mit anderen Kommunen der Region, teilen.

Darmstadt liegt als Oberzentrum mitten in der Metropolregion Rhein-Main – Wie können die Städte der Region enger zusammenarbeiten und voneinander profitieren?
Diese Frage freut mich besonders, wenngleich sie auch zu kurz greift. Genaugenommen liegt Darmstadt zwischen den Metropolregionen FrankfurtRheinMain und Rhein-Neckar. Eine ökonomische Verflechtungsstudie hat vor ein paar Jahren bestätigt, was wohl die meisten von uns unterbewusst schon lange wissen: Grenzen zwischen Städten, Landkreisen oder Ländern spielen im Alltag nahezu keine Rolle mehr. Wir gehen selbstverständlich in Mainz oder Frankfurt ins Theater, besuchen am Wochenende das Heidelberger Schloss, wandern durch den Odenwald oder treffen uns mit Freunden im Biergarten in Aschaffenburg. Genauso selbstverständlich nehmen Unternehmen unsere Region wahr. Diese Selbstverständlichkeit erleben wir im Miteinander der politischen Akteure leider noch nicht überall. Mit unserer länderübergreifenden Wirtschaftskammerinitiative PERFORM möchten wir die Region FrankfurtRheinMain über Projekte noch näher zusammenrücken lassen. Die Themen dort passen zu Darmstadt wie zum Rest der Region: Mobilität, Digitalisierung, Start-ups und Flächenaktivierung. All das kann man nur gemeinsam anpacken!