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Arbeitsgruppen, Forum

AG Ganztag

Im Rahmen der 1. Bildungskonferenz der Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg am 7. November 2013 hat sich eine Arbeitsgruppe (AG) "Ganztag" gegründet. Diese hat nach ausführlichen Diskussionen dem Bildungsbeirat der Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg für seine Sitzung am 20. Februar 2014 und weitere, folgenden Vorschlag unterbreitet:

Gemäß § 7 der Geschäftsordnung (pdf-Datei, 75 KB) soll der Bildungsbeirat folgende bildungspolitische Maßnahme auf den Weg bringen:

  • Die baldmögliche Umsetzung des von der AG entwickelten rhythmisierten Konzepts für Ganztagsgrundschulen.
  • Weiterhin soll sich die Lenkungsgruppe der Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg für die politische und finanzielle Umsetzung des Konzepts einsetzen und dem Bildungsbeirat regelmäßig über den aktuellen Sachstand berichten.

Im Laufe des Jahres 2014 und beginnend mit der Umsetzung ab dem Schuljahr 2015/16 entwickelte sich durch den von der Landesregierung auf den Weg gebrachten „Pakt für den Nachmittag“ (PfdN) und die erfolgreiche Bewerbung der Bildungsregion als Pilotmodell eine Dynamik.

Im Schuljahr 2015/16 beteiligten sich aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg fünf Grundschulen sowie zwei Grundschulen und eine Förderschule aus der Stadt Darmstadt; im Schuljahr 2016/17 sind es aktuell acht Landkreisschulen und fünf Stadtschulen. Hinzu kommt die Schloss-Schule in Weiterstadt, die als Referenzschule und verbindliche, rhythmisierte Ganztagsgrundschule seit dem Schuljahr 2013/14 genau das Modell praktiziert, das die AG „Ganztag“ favorisiert.

Die Erfahrungen der AG „Ganztag“ mit den PfdN- Schulen, welche als Vorläufer auf dem Weg zur inklusiven, rhythmisierten, gebundenen Ganztagsgrundschule gesehen werden, zeigen ein breites Spektrum unterschiedlicher Modelle mit unterschiedlichen Trägern. Da die vom Kultusministerium bereitgestellten Mittel auf eine Teilnahmequote von ca. 50% ausgelegt sind, der tatsächliche Bedarf jedoch in vielen Schulen höher ist und wahrscheinlich eher zunimmt, ergibt sich hier eine deutliche Finanzierungslücke.

Ziele

Das Staatliche Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt hat mit dem Bildungsbeirat der Stadt Weiterstadt die Argumente für eine verbindliche Ganztagsgrund-schule bis 14.30 Uhr wie folgt zusammengefasst: Für eine Verlängerung der Verweilzeit der Grundschulkinder in der Schule gibt es im Kern drei Begründungsstränge, sozial- und wirtschaftspolitische, bildungspolitische und pädagogische Gründe. Der notwendige Rahmen, um diese Forderungen zu erfüllen, ist die verpflichtende Ganztagsgrundschule für alle, in der Hausaufgaben weitgehend entfallen und durch individuelle Lernzeiten während der Schulzeit ersetzt werden. Hier stehen die unterschiedlichen Voraussetzungen der Kinder im Fokus und der Fördergedanke im Vordergrund.

Da die erfolgreiche Realisierung einer rhythmisierten Ganztagsgrundschule die Akzeptanz aller Beteiligten voraussetzt, wurde den bisherigen Ganztagsschulmodellen ein in Weiterstadt entwi-ckeltes und erprobtes neues Ganztagsschulmodell an die Seite gestellt, das an vielen Schulen konsensfähig ist. Dieses Modell wird seit dem Schuljahr 2013/14 an der Schloss-Schule in Weiter-stadt realisiert und erfuhr bei seiner Vorstellung auf Fachtagungen sowohl seitens der Lehrkräfte und Schulleitungen, vor allem aber auch der Elternschaft, große Zustimmung.

Die Eckpunkte des Grundschulmodells sind:

  • Verpflichtende Öffnungszeiten von 7 Stunden an vier bis fünf Tagen in der Woche, die nach regionalem Bedarf organisiert wird (z.B. von 7.30 Uhr – 14.30 Uhr)
  • Rhythmisiertes Konzept mit einem Wechsel von Spannung und Entspannung und mit gemeinsamem und individuellem Lernen
  • Gemeinsame Mittagspause
  • Fortsetzung der Arbeit nach der Pause in einer für alle Schülerinnen und Schüler verbindlichen Struktur

Wichtige Dimensionen dieser Organisationsform sind:

  • Integrierte Lernkonzepte in rhythmisierter Form, d.h. eine Verzahnung von Unterricht, Bildung, Betreuung, wobei durch die Einbindung von Lernzeiten auf die klassischen Hausaufgaben verzichtet wird
  • Multiprofessionelle Teams, d.h. Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und Hono-rarkräfte kooperieren mit einer gemeinsamen, am Kind orientierten Zielsetzung
  • Kostenpflichtige Betreuungsangebote werden im Anschluss bis 17.00 Uhr und in den Ferien angeboten bei möglichst hoher personeller Kontinuität und am selben Standort (Kostenträger sind hier Eltern, Kommunen und evtl. Schulträger: Die konkrete Aufteilung geschieht vor Ort.)

Ergebnisse: Aufgabe und Auftrag für die Bildungsregion

Geht man von der im Schulgesetz festgeschriebenen verbindlichen Grundschulzeit aus, so ergibt sich rechnerisch ein Zuschlag von etwa 55% auf die Grundversorgung, um die Anwesenheit aller Kinder an 7 Zeitstunden zu garantieren. Durchaus unter Beachtung von pädagogischen Qualitätsstandards lässt sich dieser zusätzliche Bedarf zum einen durch Umwandlung von Lehrerstunden in Honorarstunden und zum anderen durch die Beibehaltung der Klasse als Organisationseinheit auf etwa 50% senken.

Da kurzfristig nicht zu erwarten ist, dass das Land Hessen diese Zusatzkosten für die Ganztagsgrundschulen trägt, sind Zwischenlösungen und Übergangsmodelle notwendig. So sind z.B. „Ganztagsklassen“ denkbar und parallel dazu existierende Klassen mit dem üblichen Vormittagsschulangebot, ergänzt durch eine freiwillige Betreuung. Ebenfalls denkbar sind Kooperationsmodelle, bei denen Kommunen und/oder Schulträger noch bestehende Finanzierungslücken abdecken. Hierbei sind Qualitätsmerkmale zu definieren sowie eine Mindestanzahl von Lehrerstunden, die aus dem „Ganztagszuschlag“ finanziert werden.

Eine in der Bildungslandschaft verankerte gemeinsame Verantwortung und Steuerungsstruktur aller Beteiligten (Schule, Staatliches Schulamt, Kultusministerium, Schulträger, Kommune, freie und öffentliche Jugendhilfeträger) ist eine wesentliche Gelingensbedingung der Ganztagsgrundschule. Hier besteht ein Handlungsbedarf in der Bildungsregion, und zwar zum einen in der Unterstützung und Priorisierung von Schulen, die sich auf den Weg zur Ganztagsgrundschule machen, und zum anderen in der Ausstattung mit den notwendigen Ressourcen, um den Schulen die erfolgreiche Umsetzung des Modells „Ganztagsgrundschule“ zu ermöglichen.

Die AG „Ganztag“ hat die nachfolgenden Handlungsempfehlungen an die Bildungsregion ausgesprochen. Diese wurden auf der 4. Bildungskonferenz am 24.11.2016 ausführlich diskutiert und von den Teilnehmenden befürwortet.

Handlungsempfehlungen an die Bildungsregion

Beauftragung eines Fachgremiums durch die Bildungsregion, um auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen abgesicherte Kostenmodelle, pädagogisch durchdachte Raumkonzepte und Organisations- bzw. Umsetzungsmodelle zu erarbeiten und vorzulegen.

Die Bildungsregion unterstützt Schulen und Träger, die sich im Sinne des von der AG „Ganztag“ entwickelten Modells auf dem Weg zur Ganztagsgrundschule machen und begleitet sie dabei, z.B. durch die Organisation von Austauschforen, Bereitstellung von Referent/innen, finanzielle Unterstützung bei der Gestaltung pädagogischer Tage, Coaching.

Einrichtung eines runden Tisches mit allen am Ganztag beteiligten Akteuren: Um den Prozess der Ganztagsgrundschulentwicklung professionell zu gestalten, ist es notwendig, dass alle Akteure regelmäßig in den Austausch und die Zusammenarbeit gehen. Hierzu zählen u.a. das Staatliche Schulamt, das Schulamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt, des Schulservice des Landkreises, die Jugendämter, Sozialämter, Schulen und freie Träger.


Forum Inklusive Sozialräume & lebenslanges Lernen

Ziele

Im Zuge der Entwicklung des Schwerpunktes „Lebenslanges Lernen und inklusive Sozialräume“ ist aus der Arbeitsgruppe  „Inklusive Sozialräume und lebenslanges Lernen“ das gleichlautende Forum als dauerhafte Einrichtung entstanden. Dem hier verwendeten Bildungsbegriff liegen formales, non-formales und informelles Lernen gleichwertig und zirkulär zu Grunde.

Erklärtes Ziel ist Inklusion zu verwirklichen trotz mitunter starrer Systeme und Hindernisse der institutionellen und gesetzlichen Möglichkeiten in der Bildungsregion. Weiterhin ist es Ziel, die Chancen der Sozialraumorientierung voranzustellen und insbesondere das informelle und non-formale Lernen in ihrer hohen Bedeutung im gesamten Lebensverlauf zu stärken.

Im Forum „Inklusive Sozialräume & lebenslanges Lernen“ arbeiten seit der 1. Bildungskonferenz im Jahr 2013 interdisziplinär und einrichtungsübergreifend zwölf Mitglieder zusammen. Gegenseitiges Informieren aus den jeweiligen Kontexten sowie Inputs von Referentinnen und Referenten flankieren die Arbeitstreffen.

Ergebnisse

Es wurde unter anderem eine Matrix zu den Fragen entwickelt:

  • Woran erkennen wir den Nutzen und die Wirksamkeit der Bildungsregion?
  • Wo liegen Hürden und wie können neue Zugänge zu Bildung erschlossen werden?

Hierzu wurden verschiedene Themen behandelt und im Rahmen der 2. Bildungskonferenz im Jahr 2014 in einer Präsentation vorgestellt: zur Integration, Inklusion, Sozialraumorientierung und zur Bildung sowie zum Lernen, zur Benachteiligung und zum Abbau von Barrieren.

Das Forum „Inklusive Sozialräume & lebenslanges Lernen“ hat ein Positionspapier Inklusion (pdf-Datei, 75 KB) erstellt.


KONTAKT


Christina Flehr
Andrea Ehrenfels
E-Mail

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Persönlich erreichbar:
Di-Fr:  8:30 - 13:30 Uhr

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg in der Bildungsregion

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