Die Umnutzung von nicht mehr benötigten Flächen im Bestand ist in Darmstadt eine wichtige und umfassende Zukunftsaufgabe. Innerhalb des Stadtgebietes befinden sich rund 316 ha ehemalige und genutzte militärische Flächen. Davon sind rund 122 ha innerstädtische Flächen mit attraktiver Lagegunst und hohem Entwicklungspotenzial. Die meisten Standorte wurden bereits aufgegeben und sind dem Eigentümer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) überlassen worden.
www.bundesimmobilien.de
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die BIMA streben eine kooperative Entwicklung der Flächen an. Zukünftige Investoren und Eigentümer sind an die städtebauliche Rahmenplanung sowie das daraus zu entwickelnde Baurecht gebunden.
Für die einzelnen Flächen sind unterschiedliche Nutzungsschwerpunkte vorgesehen: Die ehemalige Housing-Area Lincoln-Siedlung soll Ihre Wohnfunktion behalten und entsprechend neu entwickelt werden. Auch die Flächen der Cambrai-Fritsch-Kaserne und der Jefferson-Village sind als Wohngebiete vorgesehen. Die städtebaulichen Zielvorgaben für diese drei im Süden des Stadtteils Bessungen liegenden Areale wurden im Rahmenplan Bessungen-Süd festgehalten (siehe unten).
Die westlichen Flächen Kelley-Barracks und Nathan-Hale-Depot sollen hingegen schwerpunktmäßig gewerblich entwickelt werden. Für alle Flächen bestehen bereits Aufstellungsbeschlüsse für Bebauungspläne. Hierzu wird ebenfalls eine Rahmenplanung erarbeitet. Zur Koordinierung des Prozesses hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet.
Die als Wohnort für Offiziere und Generäle der US Army in den 1950er Jahren errichtete St. Barbara-Siedlung wurde bereits 2009 unter Denkmalschutz gestellt. Die sechzehn Doppelhäuser und vier Einzelwohnhäuser sind mittlerweile an Einzeleigentümer verkauft worden und bezogen. Auch der Großteil der zusätzlich ausgewiesenen Grundstücke für Neubauten in der St. Barbara-Siedlung wurde bereits von Bauinteressierten erworben.
Im August 2010 und im Februar 2011 fanden zwei öffentliche Planungswerkstätten ‚Konversion Bessungen-Süd’ mit jeweils über 200 teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachleuten statt. Thema dieser Veranstaltungen war die Vorbereitung der Rahmenplanung für die Konversionsflächen Cambrai-Fritsch-Kaserne, Jefferson-Siedlung und Lincoln-Siedlung. Die inhaltlichen Aussagen der beiden Planungswerkstätten sind auf den unten angegebenen Seiten ausführlich dokumentiert. Die Beteiligung der Bürgerschaft am Konversionsprozess wird in Zukunft mit weiteren Informationsveranstaltungen und Werkstätten fortgeführt.
Weitere Informationen und Downloads:
Erste Planungswerkstatt 'Konversion Bessungen-Süd', August 2010 >>
Zweite Planungswerkstatt 'Konversion Bessungen-Süd', Februar 2011 >>
Die Schader-Stiftung veranstaltet im Rahmen des Entwicklungsprozesses der Konversionsflächen in Darmstadt öffentliche Fachforen mit dem Ziel, Impulse für eine zukunftsfähige, nachhaltige Stadtentwicklung zu geben:
Termine Fachforen Schader-Stiftung >>
Dokumentation vergangener Fachforen >>
Unter Einbeziehung der Anregungen aus den Planungswerkstätten sowie zahlreicher Abstimmungsprozesse wurde von drei beauftragten externen Planungsbüros ein Entwurf zum Rahmenplan Bessungen-Süd erarbeitet. Dieser städtebauliche Rahmenplan wurde am 21.06.2011 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und bildet die Grundlage der weiteren Planung für die Konversionsflächen ehemalige Cambrai-Fritsch-Kaserne, Jefferson Siedlung und Lincoln Siedlung.
Die gesamte Rahmenplanung (Bericht plus Pläne im PDF-Format) zum Download sowie weitere Informationen finden Sie hier >>
Der Bergriff der Konversion beschreibt den Übergang eines bestimmten Zustandes in einen Neuen. Im Bereich der Stadtentwickungsplanung steht Konversion für den Veränderungsprozess von Flächennutzungen. Zumeist wird darunter die Umwandlung von ehemaligen militärischen Flächen in zivile Folgenutzungen verstanden. In Darmstadt haben diese Flächen einen herausragenden Stellenwert für die künftige Stadtentwicklung.
Es gibt aber auch andere Konversionen, wie z.B. der Umnutzung des ehemaligen Eisenbahn-Ausbesserungswerkes "Knell" in ein Gewerbegebiet.
In Darmstadt stehen mehrere Flächen für Konversionsvorhaben zur Verfügung. Das wären:
Einen Überblick zur Lage der Flächen im Stadtgebiet bietet die Flächenübersicht (pdf; 1,8 MB) >>
Im Mai 2008 fertigte das Institut Wohnen und Umwelt im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein Gutachten mit dem Titel „Wohnungswirtschaftliche Entwicklungsperspektiven der Konversionsareale in Darmstadt“ an: Gutachten IWU (pdf; 0,9 MB) >>
Nach Aufgabe der ursprünglichen Nutzung fallen militärische Konversionsflächen üblicherweise in den Zuständigkeitsbereich der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA).
Diese hat den Auftrag, die Flächen in Abstimmung mit den jeweligen Kommunen zu verkaufen.
Ziel ist es, dass möglichst große und zusammenhängenden Flächeteile an einen neuen Entwicklungsträger/ Investor veräussert werden. Hierbei ist die BIMA an die europäischen Vergaberichtlinien gebunden.
Die Zielvorstellungen des Entwicklungsträgers und die städtebaulichen Vorgaben der Kommune sind maßgebend für die künftige Entwicklung auf Konversionsflächen.
Die Stadt ist primär Träger der kommunalen Planungshoheit und entscheidet somit, über das künftige Bau- und Planungsrecht.
Zudem wird im Vorfeld künftiger Entwicklungen von der Stadt eine zentrale Steuerungsfunktion ausgeübt: Hierunter fallen Aufgaben, wie die Definition von städtischen Entwicklungszielen und Rahmenbedingungen, die Moderation und Abstimmung von Prozessabläufen. Hinzu kommt die Information und Beteiligung von Bürgern und Akteuren.
Die Stadt Darmstadt besitzt ein Vorkaufsrecht an den Flächen. Es ist aber nicht geplant, dass dies zur Anwendung kommt.
Das hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab:
Im Zuge einer Umwandlung von Flächen muss beispielsweise geklärt werden, ob Altlasten vorhanden sind, in welchem Zustand sich Straßen, Leitungen, Gebäude, etc. befinden, welche künftige Nutzung angestrebt wird und welche Umbaumaßnahmen notwendig sind.
Zur umfassenden Beurteilung der jeweiligen Situation müssen zumeist noch entsprechende Gutachten beauftragt werden.
Es gibt relativ problemlose Flächen, wie die St. Barbara-Siedlung, deren Umwandlung in ein ziviles Wohngebiet weitegehend abgeschlossen ist. Andere, wie z.B. die Cambrai-Fritsch-Kaserne, erfordern einen sehr hohen zeitlichen und finanziellen Entwicklungsaufwand.
Im Vorfeld künftiger Planungen werden alle Interessenten von der Stadt Darmstadt informiert und dokumentiert. Wenn die Flächen eine konkrete Planungsphase erreichen, werden die Interessenten dem jeweiligen Entwicklungsträger und/oder Eigentümer mitgeteilt.
Ihre Bewerbungen können Sie an die nebenstehend angeführte Kontaktadressen unter Angabe von Name, Adresse und konkretem Interesse richten. Ob Ihre Anfrage tatsächlich berücksichtigt wird, kann derzeit noch nicht zugesichert werden.
Zudem können für die meisten Konversionsflächen auch noch keine belastbaren Angaben über künftige Grundstücke und Gebäude gemacht werden.
Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung
Tel.: +49(0)6151/13-4432
Fax: +49(0)6151/13-3455