
Darmstadts Sozialdezernentin, Stadträtin Barbara Akdeniz. Foto (für größere Ansicht anklicken): Wissenschaftsstadt Darmstadt / Eva Bredow-Cordier
Um deutlich zu machen, dass bei der anhaltenden Debatte über die formale Konstruktion eines Seniorenbeirates in der Wissenschaftsstadt Darmstadt nicht ein politischer Streit, sondern die Interessen der älteren Menschen und ihre Belange im Mittelpunkt der Darmstädter Sozialpolitik stehen, hat sich die zuständige Dezernentin Barbara Akdeniz entschieden, die entsprechende Magistratsvorlage zunächst zurückzustellen.
„Ich möchte den Vorschlag aufgreifen, im Rahmen einer erneuten Anhörung im Sozialausschuss die Diskussion zu versachlichen und vor allem zu einer fachlich dominierten Entscheidungsgrundlage zurückzukommen“, so Akdeniz.
Auf der Basis der bereits 2005 unter dem damaligen Bürgermeister Wolfgang Glenz durchgeführten Anhörung und der sowohl im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP schon 2006 und wortgleich im Koalitionsvertrag von Bündnis 90/Die Grünen und CDU 2011 formulierten Zielsetzung wurde im Magistrat Ende Dezember beschlossen, dem Seniorenrat e.V. die Rechte eines Seniorenbeirates zu übertragen. Der Ausgestaltung dieses Beschlusses wird nun eine Anhörung vorgeschaltet, in der der Fokus auf gelingende Partizipation gelegt werden soll.
„Für meine Begriffe ist es nachrangig, welche Konstruktion gewählt wird. Die eine ist nicht per Definition demokratischer als die andere, vielmehr muss es uns darum gehen, die vielfältigen Erfahrungs- und Lebenslagen von älteren Menschen in unsere städtische Kommunalpolitik einfließen zu lassen“, erklärt Stadträtin Barbara Akdeniz. „Ungeachtet der Tatsache, dass ältere Menschen ohnehin das aktive und passive Wahlrecht intensiv nutzen, setzen wir auf Bürgerbeteiligung in allen Altersgruppen, und diese muss sinnvoll und effektiv organisiert sein“, so Akdeniz weiter. „Bürgerbeteiligung eignet sich nicht für dogmatische oder theoretische Diskussionen, sondern braucht verschiedene pragmatische und leicht erkennbare Zugänge. So arbeiten wir in der Stadt Darmstadt im Rahmen der kommunalen Seniorenpolitik auf sehr unterschiedlichen Ebenen intensiv seit vielen Jahren gemeinsam für und mit älteren Menschen an der Verbesserung der Lebenssituation und der Angebotspalette. Vom städtischen Seniorenprogramm, den zahlreichen Angeboten von freien Trägern für Ältere, dem Projekt Aktiv im Alter – Alt werden in Wixhausen über die sehr gute Vernetzungsstruktur in der Fachkonferenz Altenhilfe oder auch den seit zwei Jahren stattfindenden Seniorentagen ist Darmstadt sehr gut aufgestellt, wenn es um Partizipation und Mitwirkung geht. Dies können wir natürlich stetig verbessern, die Anhörung wird uns dafür sicherlich noch gute Erkenntnisse liefern“, erläutert die Sozialdezernentin abschließend.
