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Ein Grund zum Feiern

( CS)   –  Donnerstag, 11. März. 2010

Heute wird das Deutsche Polen Institut (DPI) 30 Jahre alt. Die Feierlichkeiten zum runden Jubiläum finden im November statt, zu denen auch Bundespräsident Horst Köhler kommen wird. Nicht nur das DPI wird in diesem Jahr 30 Jahre alt, auch die historische Gewerkschaft und Freiheitsbewegung Solidarnosc. Dies wird mit einer Ausstellung in den Räumlichkeiten des DPI im August gewürdigt.

Olbrich-Haus: Sitz des Deutschen Polen Instituts. Foto: Regina Schüle

Olbrich-Haus: Sitz des Deutschen Polen Instituts. Foto: Regina Schüle

Bis zu den offiziellen Feierlichkeiten „feiern wir uns durch Arbeit“ sagt Prof. Dr. Dieter Bingen, Direktor des Instituts.

Zahlreiche Programmpunkte stehen auf der Agenda im Jubiläumsjahr. Unter anderem veranstaltet das Institut im Jubiläumsjahr eine Vortragsreihe, „30 Jahre Deutsches Polen Institut – Polen von Darmstadt gesehen“ , welche mit dem Vortrag von Dieter Bingen „Deutschland – Polen: Eine europäische Interessengemeinschaft auf dem Prüfstand“ am 20. April eröffnet wird.

Die schon laufende Filmreihe wird weiter fortgesetzt. Bisher haben diese schon 1000 Besucher gesehen, „und die besten Filme kommen zum Schluss“ wirbt Bingen für die weiteren Veranstaltungen (nächste Vorführung ist am Mittwoch 17.03. ab 20.00 Uhr in der Stadtkirche Darmstadt).
Auch wird in diesem September die dritte Sommerschule für deutsche und polnische Nachwuchswissenschaftler unter dem Themenkomplex „Polen zwischen Ost und West“  in Darmstadt veranstaltet.
Im Juni findet das Deutsche Polen Forum unter der Beteiligung der Außenminister beider Länder statt, wahrscheinlich in Warschau. Des Weiteren laufen die Vorbereitungen für die zweite Tagung zur deutschen Polenforschung im Jahr 2011 in Mainz auf Hochtouren, wie Bingen sagt, hierbei arbeitet das DPI eng mit der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zusammen.

Neuerscheinungen
Als zweite Säule des Aufgabenspektrums des Instituts schildert Bingen, die Arbeit an, mit und für die Schulen. So werde ein weiteres Lehrwerk für den Schulunterricht zur polnischen Gesellschaft Ende des Jahres erscheinen.
Unter den diesjährigen Neuerscheinungen hebt Bingen das Jahrbuch Polen 2010 zum Thema Migration hervor. Im Fokus dieses Werks stehe die aktuelle Thematik der europäischen Arbeitsmarkt-Politik und deren Auswirkungen sowie Möglichkeiten polnischer Arbeitskräfte auf dem europäischen Markt, nach dem Wegfall jeglicher rechtlicher Schranken zum 1. Mai 2011.

Raumnot und Umzugswunsch
Doch auch Sorgen gibt es im Jubiläumsjahr des Deutschen Polen Instituts, sagt Bingen. So sei zwar der Umzug des Instituts in Räumlichkeiten im Schloss in trockenen Tüchern, doch ein genauer Termin sei noch lange nicht vorauszusagen. Der jetzige Nutzer, die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) muss erst in ihren, noch nicht fertig gestellten Neubau umziehen sowie Renovierungsarbeiten im Schloss durchgeführt werden. Ein Blick ins Innere verdeutlicht laut Bingen durch enge, verwinkelte und minder isolierte Räume den Wunsch nach einem baldigen Umzug.

Hoffnungsvoller und positiver Blick in die Zukunft
Ein positives Fazit zieht Bingen aus den ersten gut 120 Tagen Amtszeit der neuen Bundesregierung. Die Beziehungen zu Polen hätten sich weiter verbessert und die gegenwärtigen Entwicklungen zögen weiter in einen positiven Trend.
Auch in Bezug auf finanzielle Sorgen des Instituts sieht der Institutsdirektor in der Zukunft Besserung: Der Bund stellt eine institutionelle Förderung in Aussicht. Eine Notwendigkeit sieht Bingen in weiteren institutionellen sowie projektbezogenen Kooperationen. Denn nur mit den nötigen Finanzmitteln ließe sich die erfolgreiche und wichtige Arbeit des Deutschen Polen Instituts in gleichem Maße fortführen.