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10 Jahre Formationsflug

( Vro)   –  Donnerstag, 2. September. 2010

Vor zehn Jahren gelang den ESA-Spezialisten des ESOC in Darmstadt, aus vier Cluster-Satelliten ein Quartett zu synchronisieren, das seitdem in einer gemeinsamen Formation fliegt. Die vier Satelliten untersuchen seitdem die Auswirkungen des Sonnenwindes auf das Magnetfeld der Erde.

Cluster-Flotte ESOC

Die Cluster-Flotte im All. Foto (Ausschnitt): ESA/ESOC

Die Cluster-Mission basiert auf einer einfachen, jedoch überzeugenden Grundidee: Um die von der Sonne auf das tägliche Leben der Erdlinge ausgehenden Auswirkungen in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung erfassen zu können, benötigt man mindestens vier baugleiche Satelliten. Baugleich deshalb, um die erhaltenen Daten wirklich zweifelsfrei miteinander vergleichen sowie systembedingte Fehlerquellen erkennen und ausmerzen zu können. Auf ihren synchronisierten Flugbahnen bilden die vier Formationsflieger eine Konstellation in Form eines Tetraeders, also einer Pyramide mit dreieckiger Grundfläche, heißt es von Seiten des ESOC.

Dabei hat diese von Darmstadt aus gesteuerte Mission Cluster als weltweit erste Mission simultane Messungen über unterschiedliche Entfernungen vorgenommen. Mehrfach wurde der Abstand zwischen den einzelnen Cluster-Satelliten geändert, um die Satellitenabstände – je nach Wichtigkeit der zu untersuchenden Region – individuell optimieren zu können. "Eines der komplexesten Manöver fand 2005 statt: Drei der Satelliten entfernten sich um jeweils 10 000 Kilometer voneinander, der vierte nahm einen Abstand von 1000 Kilometern gegenüber dem dritten Satelliten ein. Dadurch konnten die Prozesse des die Erde umgebenden „Sonnenwindplasmas“ als auch der Magnetosphäre gleichzeitig untersucht werden", heißt es dort weiter.

Das Cluster-Quartett war ausgelegt für eine Missionsdauer von 27 Monaten – bis Ende 2002/ Anfang 2003.  Dazu heißt es: "Wider Erwarten konnte die höchst erfolgreiche Mission mehrfach verlängert werden, gegenwärtig bis Dezember 2012. Die Wissenschaftler können daher ihr Glück kaum fassen, dass sie möglicherweise einen kompletten elfjährigen Sonnenzyklus aus dem erdnahen Raum erfassen werden. Bis heute ist das Cluster-Quartett bei Magnetosphärenmissionen Primus inter Pares."

Auf den ESOC-Internetseiten gibt es zu dem Thema ein Special, das die Geschichte dieser Mission nachzeichnet.