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Mythos und Form

( Vro)   –  Samstag, 24. März 2012

Bronze Georg von Kovats

Bronze von Georg von Kovats 1971-72. Foto (für größere Ansicht anklicken): Kunstarchiv

Zum 100. Geburtstag des Bildhauers Georg von Kovats (1912 – 1997) zeigt das Kunstarchiv Werke bis zum 7. September

Er gehört zu den schillerndsten Gestalten der Darmstädter Kunstszene nach dem Zweiten Weltkrieg: Georg von Kovats befruchtete und regte wie kaum ein anderer mit seinem Werk und seiner Persönlichkeit die Kunstszene Darmstadt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an, heißt es in einer Pressemeldung.

Das Kunst Archiv Darmstadt zeigt anlässlich des 100. Geburtstags des Bildhauers eine umfangreiche Retrospektive. Die Ausstellung, die in den Räumen des Kunst Archivs stattfindet und fast fünf Monate zu sehen sein wird, gibt  einen großen Überblick über das bedeutende plastische Werk von Georg von Kovats im Kontext seiner europäischen Anbindung innerhalb der Skulptur des 20. Jahrhunderts.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem plastischen Werk mit rund 30 bis 40 kleineren und mittleren Arbeiten. Geplant ist zusätzlich, auf einem begrünten Platz vor dem Kennedyhaus drei Großplastiken, geordnet als rhythmische Gruppe, aufzustellen, heißt es in dem Schreiben weiter.

Parallel zur Ausstellung der Bronzeplastiken, Holz- und Steinskulpturen, werden frühe Zeichnungen und Entwürfe und freie malerische Arbeiten seit den fünfziger Jahren zu sehen sein. Eine Vitrinen-Ausstellung mit Fotos, Dokumenten zu Leben und Werk, Skizzenbüchern, Briefwechsel und anderem biographischem Material wird die Ausstellung dokumentarisch abrunden.

Georg von Kovats wurde am 12. Februar 1912 in Klausenburg/Siebenbürgen geboren. Nach dem Abitur in Bratislava 1931, studierte er an der Werkkunstschule in Wien und an der Kunstakademie in Budapest Bildhauerei. Nach dem Studium schloss sich ein längerer Studienaufenthalt in Florenz an. 1936 setzte er seine akademische Ausbildung an der Dresdner Kunstakademie in der Klasse von Karl Albiker fort. Während des Studiums reiste Kovats nach Paris und Rom, um vor Ort die Werke der französischen Moderne und die klassische Kunst Italiens und Griechenlands zu studieren. 1938 übersiedelte Georg von Kovats nach Berlin, setzte sein Studium an der Hochschule der Bildenden Künste fort und schloss als Meisterschüler von Richard Scheibe ab.

Kovats schloss sich in Berlin dem Freundeskreis um das Künstlerhaus in der Klosterstraße an, dem Hermann Blumenthal, Werner Gilles, Ludwig Kasper, Käthe Kollwitz und Gerhard Marcks angehörten. Am Ende des Krieges verließ Kovats Berlin und ließ sich mit seiner Familie in Gauting nieder. Er beteiligte sich 1949 an der Ausstellung „Kunst in Deutschland 1930 bis 1949“ in Zürich und an der Ausstellung „Das Menschenbild in unserer Zeit“, die die Neue Darmstädter Sezession 1950 in Darmstadt veranstaltete.

1948 erhielt er ein Stipendium, das mit einem längeren Aufenthalt in Paris verbunden war. Dort kam Kovats in Kontakt mit Künstlern der École de Paris, die nach 1945 im Zeichen der Abstraktion stand. Durch die Anregungen in Paris fand der von einem figürlichen Neuklassizismus herkommende Bildhauer zur abstrakten Skulptur und entwickelte seine eigene Bildsprache, die er oft mit mythologischen Motiven verband. In Frankreich hatte er Verbindungen zu Alberto Giacometti und Jean Arp und wurde in den fünfziger Jahren Mitglied des Künstlerkreises Montrouge.

Seit 1956 lebte und arbeitete Georg von Kovats in Darmstadt. Er wurde Mitglied der Darmstädter Sezession und bestimmte lange Zeit als Vorstandsmitglied die Belange der Künstlervereinigung mit. Am 8. August 1997 starb er in Gauting, wohin er kurz vor seinem Tod wieder übersiedelt war.

Mythos und Form - zum 100. Geburtsag von Georg von Kovats
Kunst Archiv Darmstadt e.V., Kasinostr. 3,
64293 Darmstadt, Tel. 06151 – 291619
E-Mail:  Opens window for sending emailkunstarchivdarmstadt@noSpamt-online.de                                

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag 10.00-13.00 Uhr, Donnerstag 10.00-18.00 Uhr, an gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Sommerpause: 3. bis 30. Juni 2012
Dauer der Ausstellung: 25. März bis 7. September 2012

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 25. März 2012 um 11 Uhr in den Räumen des Kunst Archiv Darmstadt. Zur Eröffnung sprechen:
Jochen Partsch, Oberbürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Darmstadt
Prof. Thomas Duttenhoefer, Bildhauer- und Sezessionskollege
Claus K. Netuschil, 1. Vorsitzender des Kunst Archiv Darmstadt e.V.

Weitere Infos und das Rahmenprogramm finden Sie auf der Website: Opens external link in new windowwww.kunstarchivdarmstadt.de