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Mit Schrift

( Vro)   –  Mittwoch, 18. Januar 2012

Blick in die Ausstellungsräume Intef

Die Wörter beim Wort nimmt eine Ausstellung im Institut für Neue Technische Form. Foto (für größere Ansicht anklicken): Intef

Die Intef-Schau "Mit Schrift Typo Bild Text Buch" zeigt Arbeiten von Horst Haack, Franz Mon, Jörg Schmitz und Johannes Strugalla wird bis zum 19. Februar verlängert

Schrift und Bild stehen im Schaffen aller vier Künstler der neuen Ausstellung im Institut für Neue Technische Form (Intef) im Vordergrund. Die Wörter beim Wort nehmen, ihnen aufs Maul schauen, ihnen den gewohnten Boden der Gewohnheit entziehen - das ist eine konstante Absicht in der Arbeit von Franz Mon, eines der wichtigsten Autoren konkreter und visueller Poesie im deutschen Sprachraum. Der 1926 in Frankfurt am Main Geborene nutzt die Varianten der Typografie, um das Augenmerk auf die Buchstaben an sich zu lenken. Seine Texte erscheinen häufig extrem reduziert, was deutlich wird, wenn man sich sein Postulat zu eigen macht: "es kommt nicht auf die menge der inhalte an sondern auf das verhältnis von zeichenaufwand und realisierbaren beziehungen ". 

Der 1940 in Neubrandenburg geborene Horst Haack wuchs in Lübeck auf, studierte an der Hochschule der Künste in Berlin Malerei, reiste viel und lebte ab 1967 zwölf Jahre auf Ibiza. Anschließend ließ er sich in Paris nieder, wo er 1981, ohne es zu wissen, sein Opus magnum begann: "Chronographie Terrestre (Work in Progress)", ein gemaltes und mehrsprachig verfasstes Tagebuch, das er bis in die Gegenwart fortschreibt/-zeichnet/-malt. Seit 1995 arbeitet Horst Haack an mehreren Künstlerbüchern, "The Waste Land" von T.S. Eliot ist eines davon. Blow Ups sind Vergrößerungen einzelner Seiten aus dem genannten Tagebuchzyklus. 

Die bildliche Qualität von Schrift untersucht der in Frankfurt lebende Designer und Künstler Jörg Schmitz (geboren 1969 in Hannover, Schüler Franz Mons) in Serien wie den "Typoscripturen" oder in kalligraphisch anmutenden Handschriften. Manipulierte Typographie einerseits und flüchtigen Notizen ähnelnde Wortbilder andererseits erschliessen ungewöhnliche Gestaltungsspielräume und ermöglichen eigene Assoziationen des Betrachters. 

Der in Mainz und Paris ansässige Johannes Strugalla ist weithin als Buchkünstler und Typograph, sowie im Bereich der Druckgraphik und Zeichnung bekannt. Der 1943 in Lüben (Schlesien) Geborene interpretiert sinnliche wie abstrakte Gedichte zumeist zeitgenössischer Autoren zu faszinierenden Schriftbildern mit eigentümlicher Stofflichkeit und Tiefe. Johannes Strugalla überträgt in seinen typographischen Inszenierungen der oft mehrsprachigen Texte Sprachlaute ins Visuelle. Er macht vielschichtige Wahrnehmungs- und Bewusstseinsvorgänge sichtbar, die sie in neuen Dimensionen erscheinen lassen. 

Adresse: Institut für Neue Technische Form, Friedensplatz 10, 64283 Darmstadt

Ausstellungsdauer : 20. November - 19. Februar 2012 (19.12.2011 - 2.01.2012 geschlossen) 
Öffnungszeiten : Di bis Sa 11-18 Uhr,  So 11-13 Uhr, montags ist geschlossen.

Mehr Infos unter www.intef.de