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Farbe, Form und Struktur

( Vro)   –  Montag, 6. Februar 2012

Kugel

Skulptur von Dieter Kränzlein. Foto (für größere Ansicht anklicken): Galerie Netuschil

Ute Heuer und Dieter Kränzlein stellen in der Galerie Netuschil aus

Die neue Doppelausstellung in der Galerie Netuschil führt im spannenden Dialog von Skulptur und Malerei zwei engagierte zeitgenössische Positionen zusammen: Die Farbfeldmalerei von Ute Heuer und die Steinskulpturen von Dieter Kränzlein.

Die Malerin Ute Heuer, 1964 in Braunschweig geboren, hat an der Kunsthochschule in Braunschweig studiert. Seit 2011 lehrt sie Malerei an der Fachhochschule in Hannover, wo sie lebt und arbeitet. Ute Heuer geht es in ihrer Farbfeldmalerei um die Farbe als Substanz des pastosen Farbauftrags und um die Idee der One Stroke-Technik, die Bildentstehung mit einem überlagerten kraftvollen Pinselstrich.

Als Herausforderung an den Betrachter bezeichnet Ursula Sinnreich die Malerei von Ute Heuer: „Alles an ihrer Malerei ist einfach, elementar im besten Sinn, reduziert auf das Substanzielle. Ihre minimalistische Malerei friert den Moment der künstlerischen Erkenntnis ein. Dieser Prozess der Malerei ist ihre zentrale Bildaussage. Die von ihr so genannte ‚konzeptionelle Farbmalerei‘ beschäftigt sich mit dem Entstehungsprozess der Malerei und der Erprobung ihrer linearen Präsenz.“

Die kleinformatigen Farbstücke und die großen, vielteilig zusammengesetzten Farbtafeln sind eigenständige Farbkosmen, die Ute Heuer in ihrer Bilderwelt entstehen lässt. Die Malerin lotet die Bannbreite dessen aus, was abstrakte und reine, essentielle Malerei an Ausdruck, Stimmung und Präsenz zu vermitteln vermag, heißt es in einer Pressemitteilung.

Form und Material sind die Ausgangspunkte der Faszination, die von den Skulpturen Dieter Kränzleins ausgehen. Sie vermitteln das elementare Verständnis des Künstlers für sein Material, den Stein, für das prozesshafte des Gestaltens, für das Erwecken und Verlebendigen des Materials und die latent vorhandenen Komponenten Zeit und Bewegung.

Sein Thema ist die geometrische, klar definierte Form, die gestaltete Oberfläche des bearbeiteten Steins im Spannungsfeld von Feinheit der Struktur und der haptischen Rauheit und die räumliche Zeichenhaftigkeit und damit das Sichtbarwerden der Idee.

Dieter Kränzlein bearbeitet souverän und grandios die Oberfläche seiner Steine. Er bleibt aber nicht an der Oberfläche, sondern dringt in die Tiefe, ins Innere, den Kern des Steins vor, spürt den Geheimnissen der Natur nach und erschafft sie auf künstlerische Weise neu, so heißt es in dem Schreiben weiter.

Er ist 1962 in Stuttgart geboren. Nach einer Ausbildung 1982-1985 zum Steinbildhauer, war er von 1985-1989 Schüler von Franz Dàkay und ist seitdem freischaffend als Bildhauer tätig.

Die Ernsthaftigkeit und die jeweils sehr eigene Formulierung im Ringen um Form und Farbe, um Fläche und Oberfläche verbindet die beiden Künstler, die im Malerischen und Skulpturalen zu überzeugenden Lösungen gelangen. Die beiden Positionen nähern sich über das Gesetz der Serie und die Beschaffenheit der Oberfläche an, im fruchtbaren Gespräch über eine gültige Formulierung der Kunst in unserer Zeit.

Die Ausstellung ist bis 10. März zu sehen.

Adresse: Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8, 64283 Darmstadt

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 14.30-19 Uhr und samstags 10-14 Uhr